Tagebuch unserer Lebensreise - 2026
Wir sitzen mitten in der mauretanischen Wüste, weitab jeglicher Zivilisation, und genießen die endlose Weite und Ruhe.
Was wird uns 2026 wohl bringen? Unsere optimistischen Pläne für das abgelaufene Reisejahr sind ja den politischen Unberechenbarkeiten zum Opfer gefallen, doch wir geben nicht auf, diese Pläne im vor uns liegenden Jahr neu zu beleben.
Mitte März wollen wir nach unserer Saharaexpedition noch einmal für ein paar Wochen in Deutschland vorbeischauen. Doch bereits Mitte April ziehen wir wieder los, gen Osten.
Über den Balkan und die Türkei, durch Russland und Kasachstan, bis wir im Sommer in der Mongolei ankommen. Von dort dann weiter durch China, hinunter nach Laos und Kambodscha, wo wir den Winter verbringen werden. Und dann endlich hinüber nach Tibet, Nepal und Indien. Aber das ist dann ja schon 2027 …
01. Januar 2026 - Ein entspannter Start ins neue Jahr
Erst gegen Mittag machen wir uns wieder auf den Weg. Und der ist nun wesentlich entspannter als die Strecke der vergangenen Tage. Wir stoßen auf eine gut zu befahrende Sandspur, die in lockeren Richtungswechseln durch eine zartgrüne Landschaft führt. Wir passieren eine Siedlung, in der uns selbst die zahlreichen Kinder erstaunt hinterherblicken, ohne nach Geschenken zu betteln, denn hier kommt tatsächlich kaum mal jemand vorbei. Die Grasebene reicht nun bis zum Horizont, und als wir eine niedrige Hügelkette erreichen, stellen wir uns mitten drauf, um den weiten Rundumblick zu genießen. Kamele und Ziegen ziehen umher, ja sogar Rinder grasen zwischen den stacheligen Akazien. Eine herrlich ruhige Stimmung schwebt über dem Tal …
Jebel Teniazrag – Jebel Zemlet Far - 50 km - 102 Tage - 7325 km
02. Januar 2025 - Ksar El Barka
Eine herrlich zu fahrende Sandspur bringt uns rasch zum historischen Ksar El Barka, bis ins 17. Jahrhundert eine der bedeutendsten Handelsniederlassungen in der westlichen Sahara. Nach der Verlegung der Karawanenroute verlor die Ansiedlung immer mehr an Bedeutung und wurde schließlich aufgegeben. Heute ist sie ein interessantes Relikt an längst vergangene Zeiten, gelegen in einem wunderschönen Tal zwischen senkrechten Felsabbrüchen und goldgelben Dünen. Nach einem ausgiebigen Rundgang durch die Ruinen setzen wir unseren Weg nach Süden fort, um letztlich die Asphaltstraße zu erreichen. Nach so vielen Pistentagen fliegt Manni darauf fast nach Tidjikja! Kurz vor der Stadt füllen wir an einem der vielen Dorfbrunnen unter reger Anteilnahme der Dorfjugend noch unsere Wassertanks, bevor wir uns seitlich ins Gelände verdrücken.
Jebel Zemlet Far – Ksar El Barka – Deboulgui - 150 km - 103 Tage - 7475 km
03. Januar 2026 - Tidjikja
Die Provinzhauptstadt ist so authentisch mauretanisch, dass es fast schon Spaß macht, hier zu sein. Um den zentralen Platz ducken sich unzählige winzige Geschäfte in die schäbigen Häuser, dutzende Marktfrauen sitzen davor im Straßenstaub und bieten oft nur stückweise Gemüse an, frisches Brot wird auf alten Kisten gestapelt angeboten, und über das Angebot der Metzger hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Wir schlendern von einem Laden zum nächsten und Feilschen um Obst und Gemüse für die nächsten zwölf Tage unserer Wüstentour. Als unsere Vorratslücken sich geschlossen haben, verlassen wir Tidjikja auf einer neuen Asphaltstraße in Richtung Osten, die sich natürlich bei den letzten Gebäuden im weichen Sand verliert. Nun warten über 700 Kilometer Fahrspuren durch das Gelände auf uns!
Deboulgui – Tidjikja – Stadtrand Ost - 30 km - 104 Tage - 7505 km
04. Januar 2026 - Eine sandige Fahrspur …
… weist uns den Weg nach Tichitt. Kilometer um Kilometer schlängelt sie sich um niedrige Erhebungen, weicht Büschen und Bäumen aus, wird manchmal ein wenig steinig, doch meist ist sie sehr gut zu befahren. So kommen wir überraschend zügig voran, fünfundzwanzig Kilometer pro Stunde sind ein guter Wert. Plötzlich taucht ein Brunnen vor uns auf, Kamele und Rinder stehen im weichen Sand, an einem riesigen Wassersack werden sie getränkt. Der Brunnen ist sehr tief, wir bekommen etwas Wasser für unsere Kanister hochgezogen, alles wirkt sehr archaisch. Die Menschen sind freundlich und zurückhaltend, ihr Dasein ist spürbar hart. Beeindruckt von diesem Erlebnis fahren wir noch ein kleines Stück; als markante Felsnadeln vor uns aus der Ebene auftauchen, suchen wir uns einen schönen Platz inmitten dieser Szenerie.
Tidjikja Stadtrand Ost - Felsennadeln - 90 km - 105 Tage - 7595 km
05. – 06. Januar 2026 - Immer weiter nach Osten …
… weist uns die sandige Spur den Weg. Die Landschaft ist eher eintönig: niedrige Dünen, mit Kamelgras bewachsen. Erst an der felsigen Kante beim Brunnen von Zig ändert sich das Bild. Und dort finden wir natürlich auch einen schönen Platz für den Nachmittag und zum Übernachten.
Nach gut zwei weiteren Fahrstunden durch manchmal weichen Sand erreichen wir schließlich die Oase Tichitt. Auf dem zentralen Platz werden wir sofort von dutzenden Kindern umringt, auch die Erwachsenen versuchen, uns alles Mögliche zu verkaufen. Wir erstehen noch etwas Brot, ansonsten ist das Marktangebot sehr überschaubar. Bei der Gendarmerie müssen wir uns für die weitere, sehr einsame Fahrt nach Oualata noch rasch registrieren lassen, und schon sind wir auch wieder raus aus diesem eher unansehnlichen Ort. Wenig später stellen wir uns an den Fuß der Falaise und entdecken bei deren Besteigung eine neolithische Siedlungsanlage mit hunderttausenden gemusterten Tonscherben ehemaliger Gefäße und vielen Reibeschalen.
Felsennadeln – Brunnen Zig – Tichitt – Falaise - 170 km - 107 Tage - 7765 km
07. – 08. Januar 2026 - Das Wetter bremst uns etwas aus
Starker Wind, viel Sand in der Luft, dicht bedeckter Himmel, sogar vereinzelte Regentropfen. Nicht optimal, um weiter zu fahren, also lassen wir es gemütlich angehen, starten erst gegen Mittag, als es etwas heller erscheint. Querfeldein suchen wir uns einen Weg nach Akhreijit, stellen uns an den Rand des Palmenhains mit Blick auf die bergige Umgebung. Und hoffen auf Wetterbesserung …
Der Wind treibt weiterhin den feinen Sand über die Dünen und taucht die Siedlung Akhreijit in eine gespenstige Atmosphäre, als wir zwischen den hin gewürfelten Steinhütten einen Weg suchen. Eine weichsandige Dünenauffahrt versperrt hinter dem Ort das Tal, doch mit ordentlich verringertem Reifendruck schafft Manni das Hindernis. Kurz darauf erreichen wir das prähistorische Akhreijit, der umfangreichste jungsteinzeitliche Siedlungsrest der gesamten Region. Nach einem ausgiebigen Rundgang zwischen den 4.000 Jahre alten Gemäuern setzen wir unsere Fahrt durch die trübe Luft fort. Unterhalb einer aus der Ebene ragenden Felsenrippe machen wir Schluss für heute.
Falaise – Akhreijit – prähistorisches Akhreijit – Felsenrippe - 45 km - 109 Tage - 7810 km
09. Januar 2026 - Ein nachdenklich machender Dorfbesuch
Gegen Mittag erreichen wir die Steinhütten der Siedlung Tweijinitt. Hier leben rund 200 Menschen, davon rund 100 Kinder, in unbeschreiblicher Abgeschiedenheit. Der alte Lehrer des Ortes, den wir bereits in Akhreijit kennen gelernt hatten, begrüßt uns überschwänglich und zeigt uns gemeinsam mit den Bewohnern den mühsam angelegten Garten und das kleine Schulgebäude, das bald durch einen Neubau ersetzt wird. Wir übergeben ihm Materialien für die Schule, dürfen unsere Wasserkanister am Dorfbrunnen füllen und erstehen ein paar von den Frauen selbstgemachte Kleinigkeiten. Nach einer flotten Fahrt durch die immer noch recht trübe Luft, nur etwas eingebremst durch eine spannende Dünenauffahrt nach einem schmalen Felsendurchschlupf, taucht plötzlich der Rocher de Makhrouga vor uns auf. Schemenhaft schält sich die bei Wüstenfahrern bekannte, auch Elefantenfelsen genannte Sandsteinformation aus dem Dunst. Wir suchen uns einen Platz, von dem aus wir das von der Natur geschaffene Kunstwerk bewundern können, und machen einen ersten Rundgang. Und sind begeistert! Filigrane Bögen und Pylonen suggerieren dem Betrachter tatsächlich, dass hier mehrere Elefanten den Felsen entwachsen.
Felsenrippe – Tweijinitt - Rocher de Makhrouga - 65 km - 110 Tage - 7875 km
10. Januar 2026 - Rund um den Rocher de Makhrouga
Traumwetter weckt uns schon früh, und schon sind wir draußen, um bei Sonnenaufgang das Spiel des Lichts mit den filigranen Felsformationen zu bewundern. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, aus jeder Perspektive entdecken wir neue Figuren und Formen. Gegen Mittag brechen wir zu einer kleinen Wanderung zu einer zweieinhalb Kilometer entfernten Felsformation auf. Schon von Weitem lockt eine zerbrechlich wirkende Steinsäule, die gemeinsam mit den anderen Felsen eine schöne Einheit bildet. Auf dem Rückweg entdecken wir noch zwei sehenswerte Steinbögen, die sich zwischen anderen Felsen verstecken. Und den Rest des Tages lassen wir uns von dem fantastischen Ensemble des Elefantenfelsens einfangen!
Rocher de Makhrouga - 0 km - 111 Tage - 7875 km
11. Januar 2026 - Die Steinlandschaft von Es Sha
Ziemlich starker Wind lässt uns weiterziehen. Vorbei am Koloss von Zeiga, einem riesigen Felsbrocken inmitten der Ebene, der einige schöne prähistorische Felsgravuren aufweist, erreichen wir gegen Mittag die in einem Dünenriegel verstreuten Felsen von Es Sha. Wie von Künstlerhand modelliert, überraschen die verschiedenen Pylonen und Pilze, Stelen und Bögen, Riegel und Wände mit wunderschönen Formen. Die sich nun anschließende Weiterfahrt ist lupenreines Offroadfeeling, denn ab sofort gibt es nicht einmal mehr Fahrspuren im Sand zu erkennen. Das vor uns liegende Dünengelände mit tückischen Sandtrichtern, die ein Fahrzeug leicht verschlucken können, mit steilen Auffahrten und zu umfahrenden Kamelgrasbuckeln verlangt vorrausschauendes Beobachten, oft blitzschnelles entscheiden, welche Richtung man einschlagen muss und beherztes Fahren im weichen Sand. Doch es macht riesig Spaß, durch solch ein völlig unberührtes Gelände seinen Weg zu suchen. Der Sand verliert sich schließlich in einer steinigen Ebene mit großen Sicheldünen, und zwischen solchen finden wir unser Nachtlager.
Rocher de Makhrouga – Es Sha – Sicheldünen - 60 km - 112 Tage - 7935 km
12. Januar 2026 - Die abwechslungsreiche Fahrt …
… setzt sich weiter fort. Immer entlang der steilen Abbrüche, die sich hier über fast 1.000 Kilometer durch die Wüste ziehen, hoppeln wir langsam in Richtung Süden. Auf einer grobsteinigen Piste müssen wir einen Gebirgsriegel umfahren, dann wartet ein Sandfeld auf uns, das wir queren, um den Enji Pass zu erreichen. Die Auffahrt ist zwar recht steil, aber gut zu bewältigen. Die Abfahrt auf der anderen Seite des Plateaus ist dagegen noch steiler und teilweise ausgewaschen, so dass wir stellenweise ganz schön zirkeln müssen, um Manni da gut hinunter zu bugsieren. Unten angekommen, ackern wir uns in einem tiefsandigen Flussbett entlang, umfahren eine überraschend große Siedlung und finden schließlich am Rand einer Geländerippe einen netten Übernachtungsplatz.
Sicheldünen – Enji Pass – El Khadra - 65 km - 113 Tage - 8000 km
13. Januar 2026 - Kamele ohne Ende!
Gegen Mittag taucht in einer Senke plötzlich ein größerer Brunnen auf, um den sich bereits mehr als hundert Kamele drängeln. Die Kamelführer haben den Lasttieren das Gepäck abgenommen, damit sie ebenfalls ihren Durst löschen können. Zwischendurch dürfen auch wir unsere Brauchwasserkanister füllen, es herrscht eine entspannte Atmosphäre. Immer mehr Herden nähern sich, aus allen Himmelsrichtungen streben sie dem Brunnen Oujaf zu, wo inzwischen die jungen Kamele unter lautem Jammern mit Brandzeichen gekennzeichnet werden. Wir sitzen ein wenig entfernt auf einer Felsrippe und beobachten das wuselige Treiben, genießen diesen Moment. Als wir später weiterfahren, wechselt die Landschaft immer wieder; feine Sicheldünen, steinige Ebenen, sandige Oueds und dahinter immer die Falaise. Am schon weithin sichtbaren Guelb Tagouraret, einem markanten Tafelberg, machen wir schließlich Halt.
El Khadra – Brunnen Oujaf – Guelb Tagouraret - 80 km - 114 Tage - 8080 km
14. – 15. Januar 2026 - Unsere Wüstenrunde neigt sich dem Ende zu
Die letzte Etappe unserer spannenden Wüstenrunde ist ein wenig eintönig, erst kurz vor Oualata wird die Landschaft wieder abwechslungsreicher. Plötzlich steigt bei Manni die Kühlmitteltemperatur bis zum Maximum an, die rote Warnleuchte brennt und wir müssen anhalten, um die Temperatur abkühlen zu lassen. Das Thermostat scheint nicht mehr zu funktionieren. Nicht dramatisch, aber nervig, denn wir müssen uns immer wieder durch sandiges Gelände quälen, und das treibt die Temperatur natürlich sofort wieder in die Höhe. So erreichen wir schließlich Oualata im ständigen Stopp and Go, checken erst mal alles durch und haben dadurch die Gewissheit, dass es tatsächlich am Thermostat liegt.
Noch vor dem Frühstück besichtigen wir Oualata, das vor allem wegen seiner alten, verschachtelten Lehmziegelgemäuer und den verzierten Holztüren mit farbenfroher Ornamentik drumherum bekannt ist. Unser Rundgang gibt uns einen guten Eindruck, wie hier das Leben seit hunderten von Jahren gleichmäßig vor sich hinplätschert. Allein der unglaubliche Müll in den Gassen zeugt von der Moderne. Anschließend machen wir uns auf den Weg nach Nema, wobei wir immer wieder anhalten müssen, um Mannis Kühlwassertemperatur herunterzukühlen. Das zieht sich natürlich, und so benötigen wir trotz guter Piste und Spuren fast den ganzen Tag für die achtzig Kilometer.
Guelb Tagouraret – Ouadane – Oualata – vor Nema - 180 km - 116 Tage - 8260 km
16. – 17. Januar 2026 - Ein großer Sprung gen Westen
Noch vor dem Frühstück bauen wir das kaputte Thermostat aus, damit das Kühlwasser bei den schnelleren Fahrten auf der Asphaltstraße nicht zu heiß wird. Zusätzlich decken wir mit Pappe die Kühlerlamellen ab, damit das Kühlwasser sich besser erwärmen kann. Und das funktioniert gut, wir kommen flott voran, und die Kühlwassertemperaturanzeige erreicht gerade mal den unteren Rand des grünen Bereichs. Also alles Paletti. Erst kurz vor al-Uyun wird die Landschaft wieder attraktiver, kleine Dünen schieben sich fast bis an die Straße, und wir finden einen tollen Panoramaplatz.
In Al-Uyun füllen wir an einer öffentlichen Wasserstelle unsere Wassertanks auf, immer neugierig beäugt von den zahlreichen Jungs, die mit ihren Eselkarren und dem 200-Liter-Faß anstehen. Anschließend stürzen wir uns in die reichlich chaotischen Marktgassen, um unseren inzwischen fast völlig leergegessenen Kühlschrank auf die nächsten Tage vorzubereiten. Die Menschen hier sind ausnehmend freundlich und hilfsbereit, trotz des vielen Drecks und Staubs fühlen wir uns auf Anhieb wohl. Und dann machen wir uns auf die Fahrt zum Guelta Matraucha, das wir noch rechtzeitig erreichen, um den scheuen Sahara-Krokodilen und den frechen Pavianen einen ersten Besuch abzustatten.
Nema – al-Uyun – Guelta Metraucha - 445 km - 118 Tage - 8705 km
18. Januar 2026 - Am Guelta Matraucha
Was für eine tolle Szenerie! Wir stehen am Eingang zu den Gueltas, um uns herum eine zerklüftete Felsenlandschaft mit bewachsenen Dünen dazwischen. Es ist grün hier, viele Bäume und Pflanzen nutzen das nie versiegende Wasser der Quelle. Sowohl am Vormittag als auch am späten Nachmittag laufen wir in die kleine Schlucht zu den Wassertümpeln, an denen zwanzig Sahara-Krokodile faul in der Sonne liegen oder sich im seichten Wasser treiben lassen. Um uns herum tummeln sich bis zu 300 Guinea-Paviane, ihr lautes Gekreische scheint die Krokodile nicht zu stören. Witzige Senegal-Gundis, eine endemische Nagetier-Art, flitzen umher, und viele Vögel bevölkern den Himmel und die Bäume. Ein kleines Paradies …
Guelta Matraucha - 0 km - 119 Tage - 8705 km
19. Januar 2026 - Wir erreichen Schwarzafrika!
Gegen Mittag, nach einem wiederholten Besuch bei den Gueltas, starten wir. Mit einem Zwischenstopp in Kiffa, wo wir nach Süden abbiegen, fahren wir bis nach Kankossa. Hier sind wir nun endgültig in Schwarzafrika angekommen, haben die arabische Welt hinter uns gelassen. Das Oued Karakoro ist hier zum Mare de Kaora verbreitert, und wir suchen uns einen Weg um die Bäume herum bis hinunter ans Ufer. Zwischen Palmen richten wir uns ein, vor uns stehen Rinder im seichten Wasser und fressen sich an den dort wachsenden Pflanzen satt. Unzählige Vögel beleben das Ganze und wir fühlen uns sofort wieder angekommen in unserem Afrika!
Guelta Matraucha – Kiffa – Kankossa – Mare de Kaora - 170 km - 120 Tage - 8875 km
20. – 21. Januar 2026 - Der südlichste Punkt unserer Reise!
Gemächlich machen wir uns gegen Mittag auf den Weg weiter nach Süden. Immer wieder passieren wir kleine Dörfer, oft mit für Afrika so typischen Rundhütten aus Lehmziegeln und Strohdächern. Die Piste ist ausgewaschen und steinhart, in der Regenzeit sicher oft sehr schwierig zu bewältigen. Nun holpern wir langsam durch tiefe Löcher und Gräben, umfahren stachelige Akazien und ausladende Palmen, wühlen uns auch mal durch sandige Oueds. Das Grasland wird üppiger, und inmitten einer solchen Umgebung lassen wir den Tag ausklingen.
Es geht weiter wie gestern, nur langsam kommen wir voran. Die Siedlungsdurchfahrt von Hassi Chaggar ist spannend, da die Häuser sehr eng stehen und das noch dazu in einer kurvigen Anordnung. Doch wir zirkeln Manni gerade so durch. Auf dem zentralen Platz werden wir von hunderten kreischenden Schülern umzingelt, die soeben aus dem Schulbereich strömen. Was für eine Lebensfreude steht in ihren Gesichtern geschrieben! Lachen, Winken, Hände abklatschen, und Conny wird von den Mädchen zusätzlich neugierig berührt. Die Piste wird nun deutlich besser, rasch erreichen wir Silibabi, wo wir auf dem authentischen Markt unsere Versorgungslücken auffüllen. Außerhalb der Stadt stellen wir uns schließlich auf einen kleinen Aussichtshügel und genießen den Blick über das sich leicht im Wind bewegende Gras und die skurrilen Baobabs dazwischen.
Mare de Kaora – Ould Yenge – Hassi Chaggar – Silibabi - 145 km - 122 Tage - 9020 km
22. Januar 2026 - Durch das Grasland zum Senegalfluss
Die Piste bleibt holprig, und wir müssen immer wieder stachelige Akazien umfahren, wenn sie zu eng stehen, um mit Manni durchzukommen. Die Siedlungen auf unserem Weg sind meist völlig vermüllt, doch die Menschen lachen und winken uns zu, freuen sich, dass wir da sind. Irgendwann verliert sich die Fahrspur, wird zunächst zum Eselkarrenweg und dann zum Fußweg. Doch wir finden eine Passage durch das wogende Gras und um die Büsche und Bäume herum, entdecken mächtige Baobabs und blühende Wüstenrosen. In Toulel sind wir dem Senegalfluss schon ganz nahe, übernachten jedoch an einem Seitenarm, da die Zufahrt sehr schwierig ist.
Silibabi – Testai – Toulel - 75 km - 123 Tage - 9095 km
23. Januar 2026 - Der Asphalt hat uns wieder!
Die letzten Pistenkilometer entlang dem Schwemmland des Senegalflusses und durch kleine Dörfer sind geprägt von der fast schon überschwänglichen Freundlichkeit der Menschen hier. Was für eine Freude in ihren Gesichtern, wenn wir ihnen zuwinken, ihr Lachen steckt an, die bunten Kleider der Frauen und Mädchen leuchten in der hellen Sonne. Wir haben viel Spaß mit den Frauen am Brunnen, wo sie Wasser für ihren Garten holen, wir lachen mit den aufgebrezelten Teenagern, die sich kaum beruhigen können, dass wir uns Zeit für sie nehmen. Wir schlendern durch die Marktgassen in Maghama, authentischer geht es kaum noch. Und dann rollen wir mal wieder auf Asphalt, erspähen immer wieder den Senegalfluss durch die Bäume, finden sogar eine Zufahrt zum palmenbestandenen Ufer und entdecken schließlich einen tollen Platz an einem idyllischen kleinen See.
Toulel – Maghama – Koundel Reo - 85 km - 124 Tage - 9180 km
24. Januar 2026 - Entlang dem Senegalfluss nach Westen
Lange noch genießen wir die ungezwungene Atmosphäre mit den Menschen hier am See, erst gegen Mittag brechen wir auf. Landwirtschaftlich genutzte und sumpfige Flächen verhindern meist einen Zugang zum Fluss, zumindest mit dem Laster. Also fahren wir gemütlich bis Kaedi, der größten Stadt hier unten. Die dortigen Marktgassen sind wirklich Afrika pur, was für ein Trubel, was für ein Dreck! Wir erstehen zwei frisch aussehende Fische direkt aus der Schubkarre, die zwei Jungs vor sich herschieben, und in Fett herausgebackene Teigkugeln, die wir noch handwarm sofort verspeisen. An einer Fährstelle bei Bolo Dogo finden wir schließlich einen Platz wie im Theater, denn wir bekommen reichlich geboten: Handgefertigte Einbäume werden kräftig hin und her gerudert, der kleine Grenzverkehr floriert. Metallboote transportieren Schafe und Ziegen, die in hohem Bogen in die Boote und zurück an Land geworfen werden. Rinder und Pferde müssen selber schwimmen, sie sind zu groß für den Transport. Erst mit Einbruch der Dunkelheit kehrt Ruhe ein …
Koundel Reo – Kaedi – Bolo Dogo - 155 km - 125 Tage - 9335 km
25. – 27. Januar 2026 - Heftiger Wind …
… wirbelt Staub auf, die Luft ist trüb, die Sicht schlecht. Wir bleiben noch bis Mittag, um dem Treiben auf dem Fluss zuzusehen und die bunten Vögel zu beobachten. Die Fahrt ist entsprechend eintönig, entfernt vom Fluss führt die schlechter werdende Straße durch das staubige Hinterland. Wir passieren Bogue und eine Vielzahl namenloser und trister Ortschaften. Als wir dem Fluss endlich wieder ganz nahekommen, führt auch tatsächlich eine Piste zum Ufer und dort überrascht uns ein schöner Platz mit großen Bäumen direkt am Ufer.
Die Luft ist erfüllt mit Sand und Staub, der Wind trägt den Saharadunst meilenweit übers Land. Wir hoffen auf Besserung und nutzen den Vormittag für Computerarbeiten, doch es wird eher noch diesiger. Also machen wir uns gegen Mittag auf den Weg, ohne einen weiteren Platz am Fluss anzusteuern. Über das völlig vermüllte Rosso erreichen wir schließlich die mauretanische Hauptachse, die nach Norden über Nouakschott führt. Die extrem zersiedelte Landschaft macht es schwierig, einen ruhigen Platz für die Nacht zu finden, doch irgendwann gelingt uns dies doch noch.
Gemütlich lassen wir Manni nach Nouakschott rollen, füllen an einer Gasfüllstation noch eine unserer Gasflaschen und verziehen uns erst mal an den feinsandigen Strand nördlich der Stadt.
Bolo Dogo – Bogue – Rosso – Nouakschott - 460 km - 128 Tage - 9795 km
28. Januar 2026 - Die Fischer von Nouakschott
Was für ein Spektakel! Die bunt bemalten, hölzernen Boote schießen an den Strand, die Fischer springen heraus, ziehen das Boot auf den Sand und laden säckeweise den Fang aus. An Ort und Stelle wird er an die Händler verkauft, und auf dem nebenan anschließenden Fischmarkt lautstark angepriesen. Natürlich decken auch wir uns sehr reichhaltig mit frischem Fisch ein, erst bei uns am Strand und später noch auf dem Fischmarkt. Auch den urigen „marche marocaine“ besuchen wir, um Obst und Gemüse in dieser unglaublich chaotischen Atmosphäre zu erstehen. Anschließend stürzen wir uns noch in die frischen Fluten des Atlantiks, um uns den Staub abzuwaschen.
Nouakschott - 20 km - 129 Tage - 9815 km
29. – 31. Januar 2026 - Ab zur Grenze nach Marokko
Unsere Zeit in Mauretanien neigt sich ihrem Ende zu. In drei Tagesetappen fahren wir gemütlich hoch zur Grenze, passieren diese problemlos, wenn auch etwas zäh auf der marokkanischen Seite und bereiten uns nun vor für die lange Fahrt durch die Westsahara.
Nouakschott – Chami – Grenze RIM/MA - 480 km - 132 Tage - 10295 km
01.- 07. Februar 2026 - Kilometer um Kilometer …
… spulen wir ab in Richtung Norden. Endlos und meist ziemlich öde breitet sich die Kieswüste rechts von uns aus, während links von uns der Atlantik unermüdlich die Küste bearbeitet. Wir ziehen an Dakhla vorbei, machen einen Stopp in Boudjour und in Laayoune, gönnen uns einen Tag Pause in Tarfaya und erreichen schließlich die schöne Lagune im Khenifiss Parc National. Ist nicht so unser Reisestil, aber da mussten wir einfach nur durch …
Grenze RIM/MA – Boujdour – Laayoune – Tarfaya – Khenifiss NP - 1065 km - 139 Tage - 11360 km
08. – 09. Februar 2026 - Wir verlassen die Atlantikküste …
… und machen uns auf in die Berg- und Wüstenregionen entlang der algerischen Grenze. Bei El Ouatia kehren wir der Eintönigkeit endgültig den Rücken zu, umfahren das lieblos in ein karges Tal hineingewürfelte Tan Tan und gönnen uns eine erste Prise Sand im Wadi Draa, wo wir einen netten Übernachtungsplatz beziehen.
Nach wenigen Kilometern biegen wir von der autobahnähnlichen Schnellstraße ab auf ein schmales Sträßchen, das sich zunächst neu asphaltiert durch die überraschend grüne Hügellandschaft seinen Weg sucht. Der Regen der vergangenen Wochen hat die Natur zum Blühen erweckt, das steht den ansonsten kargen und steinigen Hängen gut. Irgendwann endet der glatte Belag, und wir rumpeln auf einer ruppigen Piste weiter nach Osten. Doch rasch wird die Strecke besser zu befahren, wir passieren die Ruinen der Kasbah El Ayoun du Draa, und stoßen in Aouint Ighoumane wieder auf Asphalt. Durch ein weites Hochtal kommen wir bei heftigem Sturm nun schnell voran. Kurz vor Tiglit verlassen wir dieses steil und kurvenreich, um am Palmenhain von Tiglit schließlich einen windgeschützten Platz zu entdecken.
Khenifiss NP – Tan Tan – Aouint Ighoumane – Tiglit - 255 km - 141 Tage - 11615 km
10. – 11. Februar 2026 - Immer weiter in Richtung Osten
Eine landschaftlich schöne Strecke führt über Aouinet Torkoz nach Assa. Die kleine Stadt wirkt leblos, fast alle Läden haben geschlossen, unsere Einkaufsbemühungen scheitern deshalb weitgehend. Also nichts wie raus hier und ab ins Gelände. Wir folgen einer größtenteils ruppigen Steinpiste, doch die Berglandschaft um uns herum entschädigt. Langsam hoppeln wir durch trockene Oueds und um stacheliges Geäst herum, ein kleiner Pass bringt uns in ein weiteres Tal, und dort entdecken wir dann einen tollen Panoramaplatz auf einem felsigen Hügel.
Erst am frühen Nachmittag verlassen wir unseren schönen Aussichtsbalkon, da Conny sechs Kilo Mandarinen noch zu leckerer Marmelade verarbeitet. So schaffen wir es heute gerade mal bis ins Oued Tamanart kurz vor Foum el Hassan, wo wir unter hohen Dattelpalmen einen herrlichen Platz finden.
Tiglit – Assa – Foum el Hassan/Oued Tamanart - 195 km - 143 Tage - 11810 km
12. – 13. Februar 2026 - Ein Treffen mit lieben Freunden
Südlich von Foum el Hassan lockt eine mit parallel zueinander verlaufenden Felsenrippen bestückte Wüstenfläche. Der Wind hat fotogene Dünen an die Flanken geweht, die Erosion kleine Steinbögen ausgearbeitet und unsere Jungsteinzeitlichen Vorfahren verzierten so manche Felswand mit Gravuren. Hier treffen wir uns auch mit unseren lieben Freunden Elke und Andi, die wir seit Zentralasien nicht mehr gesehen hatten. Entsprechend viel gibt es zu erzählen, und die Zeit vergeht dabei wie im Flug.
Heute quält uns ein übler Sandsturm, es ist kaum möglich, Manni zu verlassen, denn der Wind bläst die Sandkörner in Augen, Ohren und Nase. Aber auch das geht vorüber …
Foum el Hassan – Wüstencamp - 40 km - 145 Tage - 11850 km
14. – 15. Februar 2026 - Die Berge werden höher …
… je weiter wir nach Osten kommen. Über Ait Ouabelli und Tizounine erreichen wir in rascher Fahrt die Oasenregion von Akka. Entlang des riesigen Palmenhains fahren wir nach Ait Rahhal und von dort auf einer staubigen Piste zu einer Hügelformation, die reichhaltige Felsgravuren verspricht. Auf einem kleinen Pass zwischen diesen Hügeln verbringen wir die Nacht.
Leider ist die Auswahl der Gravuren sehr bescheiden, und so machen wir uns schon bald wieder auf den Weg zurück nach Ait Rahhal. Auch ist die Luft heute unglaublich trüb, Staub verhindert jegliche Fernsicht, die Sonne schafft es nicht so richtig durch. So verliert die herrliche Bergszenerie entlang unserer Strecke viel von ihrer Attraktivität und über Imitek fahren wir durch bis Tata. Dort stellen wir uns etwas erhöht über das weite Oasental und hoffen auf Wetterbesserung.
Wüstencamp – Akka – Imitek – Tata - 190 km - 147 Tage - 12040 km
16. – 17. Februar 2026 - Was für eine tolle Strecke …
… die wir uns ab Tata ausgesucht haben. Nach einem entspannten Tag in Tata fahren wir erst in Richtung Norden durch eine geologisch hochinteressante Bergregion. Faltengebirge vom Feinsten entlang des Oueds Tata, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Doch es wird noch besser: Wir biegen auf eine Piste ab, die in spannendem Auf und Ab mitten durch diese hochgestellten Berge ihren Weg sucht. Unglaublich, was die Erdverschiebungen hier alles geschaffen haben. Nach drei Stunden toller Landschaftseindrücke erreichen wir das Oasendorf Ferdoukes, danach verliert die Szenerie etwas die Grandiosität. Auf einem kahlen Pass, der hinüber führt ins nächste Tal, bleiben wir.
Tata – Ferdoukes – Passhöhe - 75 km - 149 Tage - 12115 km
18. – 19. Februar 2026 - Rund um Tissint
Die Passabfahrt ist spannend, eng und holprig geht es hinunter ins Tal. Dort angekommen entscheiden wir, die direkte Piste entlang des Oueds nach Afouzar zu nehmen. Doch die endet plötzlich im steinigen Oued, weggerissen von den Fluten. Manni kämpft sich im Schritttempo durch große, runde Brocken bis an die gegenüberliegende Seite. Eine mutig in den Hang gefräste Piste bringt uns schließlich nach Afouzar. Der Asphalt hat uns wieder, und wir cruisen entspannt durch das attraktive Tal bis kurz vor Tissint. Dort stellen wir uns direkt an die Kante des Oueds und bestaunen die Sandsteincanyons auf der anderen Seite.
Nach einem kurzen Einkaufsstopp in Tissint fahren wir wenige Kilometer weiter wieder ans Oued, denn dort sprudelt das leicht salzhaltige Wasser erfrischend und klar von einem Becken ins nächste. Badetag ist angesagt.
Passhöhe – Akka Ighane – Tissint – Oued mit Badebecken - 115 km - 151 Tage - 12230 km
20. – 21. Februar 2026 - Monument Valley?
Ausgiebig gebadet machen wir uns wieder auf den Weg. Die Fahrt nach Foum Zguid ist nicht weiter spannend, der Ort selbst auch nicht, also geht es gleich weiter über eine steinige Piste zu den am Horizont lockenden Tafelbergen. Und je näher wir kommen, umso imposanter wirken sie. Senkrechte Wände, Türmchen und Pfeiler schaffen ein tolles Ambiente. Oberhalb einer Senke, die dank reichlich Wasser sogar mit fotogenen Palmen bestückt ist, stellen wir uns auf einen kleinen Panoramahügel.
Und da es hier wirklich wunderschön ist, bleiben wir noch einen Tag, wandern um die Felswände herum und erfreuen uns an dem im Licht sich verändernden Anblick.
Oued mit Badebecken – Foum Zguid – Wahat Qalb Umm al-Nakil - 75 km - 153 Tage - 12305 km
22. – 23. Februar 2026 - Lac Iriqui und Erg Chegaga
Wir wählen eine direkte Piste hinüber zum Lac Iriqui, steinig quert sie trockene Oueds und karge Flächen. Am Horizont schälen sich weitere Tafelberge heraus, auch die Abbruchkante, die den Grenzverlauf zu Algerien markiert, ist immer in Sichtweite. Vom Lac Iriqui ist trotz der diesjährigen Regenfälle nur eine trockene Fläche übrig, die jedoch tückisch bleibt, da knapp unter der Oberfläche sich die Feuchtigkeit hält. Also machen wir einen großen Bogen um die mit allerlei Sträuchern bewachsene Ebene, um Manni nicht zu gefährden. Erst als wir das Dünengebiet des Erg Chegaga erreichen, schwenken wir nach Süden, immer an den Sandbergen entlang. Als wir auf die den Erg südlich umlaufende Piste treffen, suchen wir uns einen Übernachtungsplatz direkt an den Dünen.
Ziemlich holprig, immer wieder um kleine Dünen herum, arbeiten wir uns ostwärts. Am Ende des Erg Chegaga steuern wir auf das Oued Draa zu, queren dieses auf einer abenteuerlich steilen und sandigen Auffahrt, die Manni ganz schön fordert, und erreichen wenig später die schon von Weitem aus dem Sandmeer herausragende Lion Dune. Am Fuß dieser schön geschwungenen Dünen finden wir einen ruhigen Platz, von dem aus wir das vor uns liegenden Dünenfeld erwandern.
Wahat Qalb Umm al-Nakil – Erg Chegaga – Lion Dune - 115 km – 155 Tage - 12420 km
24. – 25. Februar 2026 - Der Pistenspaß geht weiter
Die Fahrt entlang der Dünen bleibt abwechslungsreich, immer wieder müssen wir uns einen Weg um die Sandhügel suchen. So nähern wir uns langsam M’Hamid El Ghizlane, ergänzen unsere Vorräte und biegen nach Norden ab. Wir passieren die Ausläufer des Erg Lihoudi und finden schon bald einen netten Platz am Rand der Dünen.
Es gilt, eine weite Steinebene zu queren, doch die Piste ist einigermaßen gut, erst zum Schluss wird sie gröber. Doch dann sind wir auch schon an der Asphaltstraße. Wir umfahren die Oase von Tagounite und biegen bei Zaoujat Sidi El Mokhtar nach Süden ab, bis wir die Piste nach Merzouga erreichen. Auf dieser hoppeln wir nun noch bis zum weitläufigen Kraterrand Tadrart und bleiben in dieser eindrucksvollen Umgebung über Nacht.
Lion Dune – M’Hamid – Zaoujat – Krater Tadrart - 145 km - 157 Tage - 12565 km
26. Februar 2026 - Die schönste Ecke der gesamten südlichen Piste
Eine wirklich abenteuerlich angelegte Bergpiste überwindet den östlichen Kraterrand, für die fünf Kilometer benötigen wir eben mal eine Stunde. Weite Ebenen sind nun zu queren, die Landschaft wird etwas belangloser. Doch je näher wir Tafraout Sidi Ali kommen, umso bergiger wird es wieder. Und die Region hier ist wirklich toll, denn gelbe Hangdünen klettern unaufhaltsam die dunklen Bergflanken hinauf, steile Tafelberge, runde Kegelberge und nach dem letzten Regen zartgrüne Sandflächen ergeben ein wunderschönes Gesamtbild. Wir entdecken einen kleinen Hügel inmitten dieser Szenerie und stellen uns direkt auf seine Kuppe, werden so zum Teil des Ganzen.
Krater Tadrart – Tafraout Sidi Ali - 100 km - 158 Tage - 12665 km
27. Februar – 03. März 2026 - Ausgebremst …
Wir erkunden die Umgebung der gewaltigen Hangdüne Zereg, solange die Sonne noch die Überhand am Himmel hat. Doch es wird immer trüber, und so machen wir uns auf den Weg in Richtung Osten. Die Fahrt bis Ramlia bleibt spannend, wir durchfahren ein wunderschönes Seitental, wo großflächige, grüne Pflanzenteppiche den Sand bedecken, suchen uns einen machbaren Weg durch knietiefen Staub und dichtem Bewuchs, umfahren das trostlose Ramlia und queren eine weite, weiße Fläche, bis wir das Tal von Ouzina erreichen. Ab hier ist die weitere Strecke nach Merzouga bereits asphaltiert und wir fahren noch bis zu den Dünen von Znagui, südlich des Erg Chebbi.
Das Wetter bremst uns aus. Starker Wind und damit verbundener Sandsturm, dazu einige Regentropfen und niedrige Temperaturen lassen uns am Erg Znagui verweilen. Wir nutzen die Zeit auch um liebe Freunde zu treffen, und so vergeht die Zeit wie im Flug.
Tafraout Sidi Ali – Ramlia – Ouzina – Erg Znagui - 100 km - 163 Tage - 12765 km
04. März 2026 - Mitten im Erg Chebbi
Endlich scheint die Sonne wieder, die Luft ist klar, die Sicht perfekt. Nach einem Einkaufsstopp in Merzouga umrunden wir den Erg Chebbi auf seiner Südseite, vorbei an sehr vielen Touristencamps, die sich am Rand der Dünen aneinanderreihen. Auf der Ostseite finden wir eine Möglichkeit, ins Dünengebiet vorzudringen, bis kurz vor die höchste Düne des gesamten Ergs. Im Nachmittagslicht kämpfen wir uns hoch und werden mit einer grandiosen Wolken- und Lichtstimmung belohnt.
Erg Znagui – Merzouga – Erg Chebbi - 50 km - 164 Tage - 12815 km
05. März 2026 - Eine tolle Pistenfahrt …
… wartet heute auf uns. Wir verlassen das Sandmeer des Erg Chebbi im Nordosten und folgen nun einem breiten Oued, bis sich vor uns die steile Kante eines Plateaus aufbaut. Nun wird es steinig, und wir hoppeln langsam entlang vieler kleiner Militärstützpunkte, die den Grenzverlauf zu Algerien überwachen. Doch niemand kümmert sich um uns. Plötzlich erreichen wir die wirklich steile und enge Auffahrt auf das Plateau. Ganz vorsichtig, im ersten Gang der Untersetzung, mahlt sich Manni empor. Letztlich natürlich kein Problem für ihn. Oben dann alles flach wie ein Brett, am Horizont ein paar Tafelberge, sonst nichts. Die Piste ist nun gut zu befahren, und wir finden einen tollen Platz direkt an der aufgerissenen Abbruchkante.
Erg Chebbi – Merdane – Wasserfallkante - 80 km - 165 Tage - 12895 km
06. – 07. März 2026 - Spannendes Auf und Ab
Nach einer etwas tristen Fahrt über das Plateau nähern wir uns den Tafelbergen vor uns. Tiefe Wasserrinnen verlaufen nun quer zu unserer Piste. Sie sind so tief, dass die Querungen wirklich aufregend sind. Steil und geröllig verlangen sie genaues dosieren und anfahren, doch auch diese Herausforderung stellt für Manni letztlich keine Hürde dar. Die Sicht wird leider immer trüber, und so verzichten wir auf die Weiterfahrt und wenden uns nach Westen. Auch hier muss eine steinige Piste bewältigt werden, nur langsam geht es voran. Ein abwechslungsreicher Canyon mit einigen steilen Passagen sorgt für kurze Spannung, und gegen Mittag erreichen wir schließlich die Asphaltstraße. Auf ihr gleiten wir nun oberhalb der Ziz-Schlucht gen Norden, unter uns ein nicht enden wollendes Palmwipfelmeer. So ziemlich am nördlichen Ende der Schlucht finden wir einen tollen Aussichtsplatz direkt an der Kante und genießen den herrlichen Rundumblick.
In Meski ergänzen wir im Dorfladen unsere Vorräte und verbringen einen weiteren Tag entspannt an der Kante über dem Palmenhain gegenüber dem alten Ksar.
Wasserfallkante – Ziz-Schlucht – Meski - 105 km - 167 Tage - 13000 km
08. – 10. März 2026 - Über den Hohen und den Mittleren Atlas
In zwei Tagen sollen Schnee und Regen auf die vor uns liegenden Berge treffen. Also machen wir uns auf den Weg, zügig dem Wetter zuvorzukommen. Bei herrlichem Sonnenschein queren wir die östlichen Ausläufer des Hohen Atlas und erfreuen uns kurz vor Zaida an den tief verschneiten Gipfeln, die in der Sonne gleisen.
Auch durch den Mittleren Atlas fahren wir ohne lange Aufenthalte, denn auf den 2.000 Meter hohen Pässen es ist nochmal kalt und ungemütlich geworden. So erreichen wir Sefrou, suchen uns einen ruhigen Platz im Stadtgebiet und warten auf den Regen.
Und der kommt. Den ganzen Tag regnet es so vor sich hin, nur kurze Pausen ermöglichen uns einen Schritt nach draußen. Aber morgen ist ja alles wieder gut …
Meski – Errachidia – Midelt – Guigou – Sefrou - 345 km - 170 Tage - 13345 km
11. März 2026 - Ein Bummel durch die Medina von Fès
Wie vorhergesagt, lacht die Sonne wieder vom Himmel und wir machen uns auf den kurzen Weg nach Fès. Gut, wir kennen die Medina, doch wir möchten trotzdem ein wenig durch die engen Gassen schlendern. Aber auch hier haben sich in den letzten Jahren die Auswirkungen des Tourismus mehr und mehr bemerkbar gemacht: Die Souvenirläden nehmen so langsam überhand, die Reisegruppen schieben sich durch die Gassen und die Animateure der Restaurants und Ledergeschäfte rund um die Gerbereien folgen einem hartnäckig. So sind wir nach ein paar Stunden fertig mit dem Gebotenen, denn es fehlt uns natürlich die Spannung des Neuen. Wir verlassen die Stadt auf einer schmalen Nebenstrecke, doch es erweist sich schlicht als unmöglich, abseits der befestigten Straße einen Übernachtungsplatz anzufahren, da die verheerenden Unwetter der vergangenen Monate alles aufgeweicht haben. Erst am Dorfrand von Sidi Daoud werden wir schließlich fündig.
Sefrou – Fès – Sidi Daoud - 90 km - 171 Tage - 13435 km
12. – 13. März 2026 - Traumplatz am Stausee
Wir wollen die sonnigen Tage nutzen, Manni auf Vordermann zu bringen und eine Ersatzteil-Inventur zu machen. Dazu steuern wir über schlaglochgesäumte Nebenstrecken den Barrage Al Wahda an. Am westlichen Ufer finden wir unseren Traumplatz. Hoch über der Wasserfläche auf einer exponierten Aussichtskanzel parkieren wir Manni, vor uns das zerklüftete Ufer und die sattgrünen Wiesen und Felder der umliegenden Hänge.
Den ganzen Tag wurschteln wir herum, befreien Mannis Staukästen vom Saharasand und stellen fest, was wir so alles an Ersatzteile dabeihaben. Und sitzen in der wärmenden Sonne und genießen die Aussicht …
Sidi Daoud – Barrage Al Wahda - 45 km - 173 Tage - 13480 km
14. – 16. März 2026 - Endspurt
Das Wetter schlägt um, Nebel und leichtes Nieseln lässt uns aufbrechen. Doch die Sonne findet im Verlauf unserer Fahrt immer wieder ein Wolkenloch, und so versinkt die herrlich grüne Bergwelt um uns herum nicht ganz im grauen Einerlei. Nach einem kurzen Abstecher und Bummel durch Chefchaouen steuern wir den Barrage Martil an. Ein ruhiger Platz an dessen Ufer ist die Belohnung.
Erst am späteren Vormittag verzieht sich das Nieselwetter, es klart auf, und wir starten nach Tetouan. Ein letzter Bummel über den Souq, um uns für die Überfahrt nach Genua einzudecken und die Tiefkühltruhe randvoll zu machen mit leckerem Putenfilet. Den Nachmittag chillen wir in der Sonne am Barrage Smir mit Alpenrandpanorama wie am Tegernsee als kleine Einstimmung für unseren Deutschlandaufenthalt.
Den Vormittag verbringen wir noch am Meer bei Fnideq, tanken Manni randvoll mit preiswertem Diesel, um dem Spritwahnsinn in Mitteleuropa die Spitze zu nehmen und reihen uns dann ein in die Abfertigungsschlange in Tanger Med. Es zieht sich ganz schön, bis letztlich alle an Bord sind, und als wir nach zwei Uhr morgens endlich todmüde in unsere Betten fallen, bekommen wir die Abfahrt schon nicht mehr mit …
Barrage Al Wahda – Tetouan – Barrage Smir – Tanger Med - 280 km - 176 Tage - 13760 km
17. März – 21. April 2026
Nach einer ruhigen Fährpassage von Tanger Med nach Genua und einer gemütlichen Fahrt durch Norditalien und Tirol laufen wir am 23. März in Sauerlach ein. Wir verbringen gute vier Wochen mit unseren Familien, erledigen viele notwendige Arbeiten und Besorgungen und bereiten uns auf die nun anstehende große Asienreise vor.
Am 22. April starten wir wieder durch …









































