Tagebuch unserer Lebensreise - 2026

Wir sitzen mitten in der mauretanischen Wüste, weitab jeglicher Zivilisation, und genießen die endlose Weite und Ruhe.

Was wird uns 2026 wohl bringen? Unsere optimistischen Pläne für das abgelaufene Reisejahr sind ja den politischen Unberechenbarkeiten zum Opfer gefallen, doch wir geben nicht auf, diese Pläne im vor uns liegenden Jahr neu zu beleben.

Mitte März wollen wir nach unserer Saharaexpedition noch einmal für ein paar Wochen in Deutschland vorbeischauen. Doch bereits Mitte April ziehen wir wieder los, gen Osten.

Über den Balkan und die Türkei, durch Russland und Kasachstan, bis wir im Sommer in der Mongolei ankommen. Von dort dann weiter durch China, hinunter nach Laos und Kambodscha, wo wir den Winter verbringen werden. Und dann endlich hinüber nach Tibet, Nepal und Indien. Aber das ist dann ja schon 2027 …

 

 

01. Januar 2026 - Ein entspannter Start ins neue Jahr

Dünenlandschaft mit Kamelgrasbuckeln

Erst gegen Mittag machen wir uns wieder auf den Weg. Und der ist nun wesentlich entspannter als die Strecke der vergangenen Tage. Wir stoßen auf eine gut zu befahrende Sandspur, die in lockeren Richtungswechseln durch eine zartgrüne Landschaft führt. Wir passieren eine Siedlung, in der uns selbst die zahlreichen Kinder erstaunt hinterherblicken, ohne nach Geschenken zu betteln, denn hier kommt tatsächlich kaum mal jemand vorbei. Die Grasebene reicht nun bis zum Horizont, und als wir eine niedrige Hügelkette erreichen, stellen wir uns mitten drauf, um den weiten Rundumblick zu genießen. Kamele und Ziegen ziehen umher, ja sogar Rinder grasen zwischen den stacheligen Akazien. Eine herrlich ruhige Stimmung schwebt über dem Tal …

Jebel Teniazrag – Jebel Zemlet Far  -  50 km  -  102 Tage  -  7325 km

02. Januar 2025 - Ksar El Barka

Mannis Wassertanks werden am Dorfbrunnen gefüllt

Eine herrlich zu fahrende Sandspur bringt uns rasch zum historischen Ksar El Barka, bis ins 17. Jahrhundert eine der bedeutendsten Handelsniederlassungen in der westlichen Sahara. Nach der Verlegung der Karawanenroute verlor die Ansiedlung immer mehr an Bedeutung und wurde schließlich aufgegeben. Heute ist sie ein interessantes Relikt an längst vergangene Zeiten, gelegen in einem wunderschönen Tal zwischen senkrechten Felsabbrüchen und goldgelben Dünen. Nach einem ausgiebigen Rundgang durch die Ruinen setzen wir unseren Weg nach Süden fort, um letztlich die Asphaltstraße zu erreichen. Nach so vielen Pistentagen fliegt Manni darauf fast nach Tidjikja! Kurz vor der Stadt füllen wir an einem der vielen Dorfbrunnen unter reger Anteilnahme der Dorfjugend noch unsere Wassertanks, bevor wir uns seitlich ins Gelände verdrücken.

Jebel Zemlet Far – Ksar El Barka – Deboulgui  -  150 km  -  103 Tage  -  7475 km

03. Januar 2026 - Tidjikja

Einkauf in Tidjikja

Die Provinzhauptstadt ist so authentisch mauretanisch, dass es fast schon Spaß macht, hier zu sein. Um den zentralen Platz ducken sich unzählige winzige Geschäfte in die schäbigen Häuser, dutzende Marktfrauen sitzen davor im Straßenstaub und bieten oft nur stückweise Gemüse an, frisches Brot wird auf alten Kisten gestapelt angeboten, und über das Angebot der Metzger hüllen wir mal den Mantel des Schweigens. Wir schlendern von einem Laden zum nächsten und Feilschen um Obst und Gemüse für die nächsten zwölf Tage unserer Wüstentour. Als unsere Vorratslücken sich geschlossen haben, verlassen wir Tidjikja auf einer neuen Asphaltstraße in Richtung Osten, die sich natürlich bei den letzten Gebäuden im weichen Sand verliert. Nun warten über 700 Kilometer Fahrspuren durch das Gelände auf uns!

Deboulgui – Tidjikja – Stadtrand Ost  -  30 km  -  104 Tage  -  7505 km

04. Januar 2026 - Eine sandige Fahrspur …

Die Kamelherde wird getränkt

… weist uns den Weg nach Tichitt. Kilometer um Kilometer schlängelt sie sich um niedrige Erhebungen, weicht Büschen und Bäumen aus, wird manchmal ein wenig steinig, doch meist ist sie sehr gut zu befahren. So kommen wir überraschend zügig voran, fünfundzwanzig Kilometer pro Stunde sind ein guter Wert. Plötzlich taucht ein Brunnen vor uns auf, Kamele und Rinder stehen im weichen Sand, an einem riesigen Wassersack werden sie getränkt. Der Brunnen ist sehr tief, wir bekommen etwas Wasser für unsere Kanister hochgezogen, alles wirkt sehr archaisch. Die Menschen sind freundlich und zurückhaltend, ihr Dasein ist spürbar hart. Beeindruckt von diesem Erlebnis fahren wir noch ein kleines Stück; als markante Felsnadeln vor uns aus der Ebene auftauchen, suchen wir uns einen schönen Platz inmitten dieser Szenerie.

Tidjikja Stadtrand Ost -  Felsennadeln  -  90 km  -  105 Tage  -  7595 km

05. – 06. Januar 2026 - Immer weiter nach Osten …

Aussicht in die Wüstenlandschaft am Brunnen von Zig

… weist uns die sandige Spur den Weg. Die Landschaft ist eher eintönig: niedrige Dünen, mit Kamelgras bewachsen. Erst an der felsigen Kante beim Brunnen von Zig ändert sich das Bild. Und dort finden wir natürlich auch einen schönen Platz für den Nachmittag und zum Übernachten.

Nach gut zwei weiteren Fahrstunden durch manchmal weichen Sand erreichen wir schließlich die Oase Tichitt. Auf dem zentralen Platz werden wir sofort von dutzenden Kindern umringt, auch die Erwachsenen versuchen, uns alles Mögliche zu verkaufen. Wir erstehen noch etwas Brot, ansonsten ist das Marktangebot sehr überschaubar. Bei der Gendarmerie müssen wir uns für die weitere, sehr einsame Fahrt nach Oualata noch rasch registrieren lassen, und schon sind wir auch wieder raus aus diesem eher unansehnlichen Ort. Wenig später stellen wir uns an den Fuß der Falaise und entdecken bei deren Besteigung eine neolithische Siedlungsanlage mit hunderttausenden gemusterten Tonscherben ehemaliger Gefäße und vielen Reibeschalen.

Felsennadeln – Brunnen Zig – Tichitt – Falaise  -  170 km  -  107 Tage  -  7765 km

07. – 08. Januar 2026 - Das Wetter bremst uns etwas aus

Prähistorische Felsgravuren in den Siedlungsresten des alten Akhreijit

Starker Wind, viel Sand in der Luft, dicht bedeckter Himmel, sogar vereinzelte Regentropfen. Nicht optimal, um weiter zu fahren, also lassen wir es gemütlich angehen, starten erst gegen Mittag, als es etwas heller erscheint. Querfeldein suchen wir uns einen Weg nach Akhreijit, stellen uns an den Rand des Palmenhains mit Blick auf die bergige Umgebung. Und hoffen auf Wetterbesserung …

Der Wind treibt weiterhin den feinen Sand über die Dünen und taucht die Siedlung Akhreijit in eine gespenstige Atmosphäre, als wir zwischen den hin gewürfelten Steinhütten einen Weg suchen. Eine weichsandige Dünenauffahrt versperrt hinter dem Ort das Tal, doch mit ordentlich verringertem Reifendruck schafft Manni das Hindernis. Kurz darauf erreichen wir das prähistorische Akhreijit, der umfangreichste jungsteinzeitliche Siedlungsrest der gesamten Region. Nach einem ausgiebigen Rundgang zwischen den 4.000 Jahre alten Gemäuern setzen wir unsere Fahrt durch die trübe Luft fort. Unterhalb einer aus der Ebene ragenden Felsenrippe machen wir Schluss für heute.

Falaise – Akhreijit – prähistorisches Akhreijit – Felsenrippe  -  45 km  -  109 Tage  -  7810 km

09. Januar 2026 - Ein nachdenklich machender Dorfbesuch

Frauen und Kinder im Wüstennest Tweijinitt

Gegen Mittag erreichen wir die Steinhütten der Siedlung Tweijinitt. Hier leben rund 200 Menschen, davon rund 100 Kinder, in unbeschreiblicher Abgeschiedenheit. Der alte Lehrer des Ortes, den wir bereits in Akhreijit kennen gelernt hatten, begrüßt uns überschwänglich und zeigt uns gemeinsam mit den Bewohnern den mühsam angelegten Garten und das kleine Schulgebäude, das bald durch einen Neubau ersetzt wird. Wir übergeben ihm Materialien für die Schule, dürfen unsere Wasserkanister am Dorfbrunnen füllen und erstehen ein paar von den Frauen selbstgemachte Kleinigkeiten. Nach einer flotten Fahrt durch die immer noch recht trübe Luft, nur etwas eingebremst durch eine spannende Dünenauffahrt nach einem schmalen Felsendurchschlupf, taucht plötzlich der Rocher de Makhrouga vor uns auf. Schemenhaft schält sich die bei Wüstenfahrern bekannte, auch Elefantenfelsen genannte Sandsteinformation aus dem Dunst. Wir suchen uns einen Platz, von dem aus wir das von der Natur geschaffene Kunstwerk bewundern können, und machen einen ersten Rundgang. Und sind begeistert! Filigrane Bögen und Pylonen suggerieren dem Betrachter tatsächlich, dass hier mehrere Elefanten den Felsen entwachsen.

Felsenrippe – Tweijinitt - Rocher de Makhrouga  -  65 km  -  110 Tage  -  7875 km

10. Januar 2026 - Rund um den Rocher de Makhrouga

Massenhaft Elefanten am Rocher de Makhrouga

Traumwetter weckt uns schon früh, und schon sind wir draußen, um bei Sonnenaufgang das Spiel des Lichts mit den filigranen Felsformationen zu bewundern. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, aus jeder Perspektive entdecken wir neue Figuren und Formen. Gegen Mittag brechen wir zu einer kleinen Wanderung zu einer zweieinhalb Kilometer entfernten Felsformation auf. Schon von Weitem lockt eine zerbrechlich wirkende Steinsäule, die gemeinsam mit den anderen Felsen eine schöne Einheit bildet. Auf dem Rückweg entdecken wir noch zwei sehenswerte Steinbögen, die sich zwischen anderen Felsen verstecken. Und den Rest des Tages lassen wir uns von dem fantastischen Ensemble des Elefantenfelsens einfangen!

Rocher de Makhrouga  -  0 km  -  111 Tage  -  7875 km

11. Januar 2026 - Die Steinlandschaft von Es Sha

Skurrile Felsen in Es Sha

Ziemlich starker Wind lässt uns weiterziehen. Vorbei am Koloss von Zeiga, einem riesigen Felsbrocken inmitten der Ebene, der einige schöne prähistorische Felsgravuren aufweist, erreichen wir gegen Mittag die in einem Dünenriegel verstreuten Felsen von Es Sha. Wie von Künstlerhand modelliert, überraschen die verschiedenen Pylonen und Pilze, Stelen und Bögen, Riegel und Wände mit wunderschönen Formen. Die sich nun anschließende Weiterfahrt ist lupenreines Offroadfeeling, denn ab sofort gibt es nicht einmal mehr Fahrspuren im Sand zu erkennen. Das vor uns liegende Dünengelände mit tückischen Sandtrichtern, die ein Fahrzeug leicht verschlucken können, mit steilen Auffahrten und zu umfahrenden Kamelgrasbuckeln verlangt vorrausschauendes Beobachten, oft blitzschnelles entscheiden, welche Richtung man einschlagen muss und beherztes Fahren im weichen Sand. Doch es macht riesig Spaß, durch solch ein völlig unberührtes Gelände seinen Weg zu suchen. Der Sand verliert sich schließlich in einer steinigen Ebene mit großen Sicheldünen, und zwischen solchen finden wir unser Nachtlager.

Rocher de Makhrouga – Es Sha – Sicheldünen  -  60 km  -  112 Tage  -  7935 km

12. Januar 2026 - Die abwechslungsreiche Fahrt …

Kurze steile Dünenauffahrt bei Es Sha

… setzt sich weiter fort. Immer entlang der steilen Abbrüche, die sich hier über fast 1.000 Kilometer durch die Wüste ziehen, hoppeln wir langsam in Richtung Süden. Auf einer grobsteinigen Piste müssen wir einen Gebirgsriegel umfahren, dann wartet ein Sandfeld auf uns, das wir queren, um den Enji Pass zu erreichen. Die Auffahrt ist zwar recht steil, aber gut zu bewältigen. Die Abfahrt auf der anderen Seite des Plateaus ist dagegen noch steiler und teilweise ausgewaschen, so dass wir stellenweise ganz schön zirkeln müssen, um Manni da gut hinunter zu bugsieren. Unten angekommen, ackern wir uns in einem tiefsandigen Flussbett entlang, umfahren eine überraschend große Siedlung und finden schließlich am Rand einer Geländerippe einen netten Übernachtungsplatz.

Sicheldünen – Enji Pass – El Khadra  -  65 km  -  113 Tage  -  8000 km

13. Januar 2026 - Kamele ohne Ende!

Beduinen mit ihren Kamelherden am Brunnen Oujaf

Gegen Mittag taucht in einer Senke plötzlich ein größerer Brunnen auf, um den sich bereits mehr als hundert Kamele drängeln. Die Kamelführer haben den Lasttieren das Gepäck abgenommen, damit sie ebenfalls ihren Durst löschen können. Zwischendurch dürfen auch wir unsere Brauchwasserkanister füllen, es herrscht eine entspannte Atmosphäre.  Immer mehr Herden nähern sich, aus allen Himmelsrichtungen streben sie dem Brunnen Oujaf zu, wo inzwischen die jungen Kamele unter lautem Jammern mit Brandzeichen gekennzeichnet werden. Wir sitzen ein wenig entfernt auf einer Felsrippe und beobachten das wuselige Treiben, genießen diesen Moment. Als wir später weiterfahren, wechselt die Landschaft immer wieder; feine Sicheldünen, steinige Ebenen, sandige Oueds und dahinter immer die Falaise. Am schon weithin sichtbaren Guelb Tagouraret, einem markanten Tafelberg, machen wir schließlich Halt.

El Khadra – Brunnen Oujaf – Guelb Tagouraret  -  80 km  -  114 Tage  -  8080 km

14. – 15. Januar 2026 - Unsere Wüstenrunde neigt sich dem Ende zu

Schöne Eingangstür in Oualata

Die letzte Etappe unserer spannenden Wüstenrunde ist ein wenig eintönig, erst kurz vor Oualata wird die Landschaft wieder abwechslungsreicher. Plötzlich steigt bei Manni die Kühlmitteltemperatur bis zum Maximum an, die rote Warnleuchte brennt und wir müssen anhalten, um die Temperatur abkühlen zu lassen. Das Thermostat scheint nicht mehr zu funktionieren. Nicht dramatisch, aber nervig, denn wir müssen uns immer wieder durch sandiges Gelände quälen, und das treibt die Temperatur natürlich sofort wieder in die Höhe. So erreichen wir schließlich Oualata im ständigen Stopp and Go, checken erst mal alles durch und haben dadurch die Gewissheit, dass es tatsächlich am Thermostat liegt.

Noch vor dem Frühstück besichtigen wir Oualata, das vor allem wegen seiner alten, verschachtelten Lehmziegelgemäuer und den verzierten Holztüren mit farbenfroher Ornamentik drumherum bekannt ist. Unser Rundgang gibt uns einen guten Eindruck, wie hier das Leben seit hunderten von Jahren gleichmäßig vor sich hinplätschert. Allein der unglaubliche Müll in den Gassen zeugt von der Moderne. Anschließend machen wir uns auf den Weg nach Nema, wobei wir immer wieder anhalten müssen, um Mannis Kühlwassertemperatur herunterzukühlen. Das zieht sich natürlich, und so benötigen wir trotz guter Piste und Spuren fast den ganzen Tag für die achtzig Kilometer.

Guelb Tagouraret – Ouadane – Oualata – vor Nema  -  180 km  -  116 Tage  -  8260 km

16. – 17. Januar 2026 - Ein großer Sprung gen Westen

Ortsdurchfahrt Al-Uyun

Noch vor dem Frühstück bauen wir das kaputte Thermostat aus, damit das Kühlwasser bei den schnelleren Fahrten auf der Asphaltstraße nicht zu heiß wird. Zusätzlich decken wir mit Pappe die Kühlerlamellen ab, damit das Kühlwasser sich besser erwärmen kann. Und das funktioniert gut, wir kommen flott voran, und die Kühlwassertemperaturanzeige erreicht gerade mal den unteren Rand des grünen Bereichs. Also alles Paletti. Erst kurz vor al-Uyun wird die Landschaft wieder attraktiver, kleine Dünen schieben sich fast bis an die Straße, und wir finden einen tollen Panoramaplatz.

In Al-Uyun füllen wir an einer öffentlichen Wasserstelle unsere Wassertanks auf, immer neugierig beäugt von den zahlreichen Jungs, die mit ihren Eselkarren und dem 200-Liter-Faß anstehen. Anschließend stürzen wir uns in die reichlich chaotischen Marktgassen, um unseren inzwischen fast völlig leergegessenen Kühlschrank auf die nächsten Tage vorzubereiten. Die Menschen hier sind ausnehmend freundlich und hilfsbereit, trotz des vielen Drecks und Staubs fühlen wir uns auf Anhieb wohl. Und dann machen wir uns auf die Fahrt zum Guelta Matraucha, das wir noch rechtzeitig erreichen, um den scheuen Sahara-Krokodilen und den frechen Pavianen einen ersten Besuch abzustatten.

Nema – al-Uyun – Guelta Metraucha  -  445 km  -  118 Tage  -  8705 km

18. Januar 2026 - Am Guelta Matraucha

Saharakrokodile im Guelta Matraucha

Was für eine tolle Szenerie! Wir stehen am Eingang zu den Gueltas, um uns herum eine zerklüftete Felsenlandschaft mit bewachsenen Dünen dazwischen. Es ist grün hier, viele Bäume und Pflanzen nutzen das nie versiegende Wasser der Quelle. Sowohl am Vormittag als auch am späten Nachmittag laufen wir in die kleine Schlucht zu den Wassertümpeln, an denen zwanzig Sahara-Krokodile faul in der Sonne liegen oder sich im seichten Wasser treiben lassen. Um uns herum tummeln sich bis zu 300 Guinea-Paviane, ihr lautes Gekreische scheint die Krokodile nicht zu stören. Witzige Senegal-Gundis, eine endemische Nagetier-Art, flitzen umher, und viele Vögel bevölkern den Himmel und die Bäume. Ein kleines Paradies …

Guelta Matraucha  -  0 km  -  119 Tage  -  8705 km

19. Januar 2026 - Wir erreichen Schwarzafrika!

Szenenwechsel unter Palmen

Gegen Mittag, nach einem wiederholten Besuch bei den Gueltas, starten wir. Mit einem Zwischenstopp in Kiffa, wo wir nach Süden abbiegen, fahren wir bis nach Kankossa. Hier sind wir nun endgültig in Schwarzafrika angekommen, haben die arabische Welt hinter uns gelassen. Das Oued Karakoro ist hier zum Mare de Kaora verbreitert, und wir suchen uns einen Weg um die Bäume herum bis hinunter ans Ufer. Zwischen Palmen richten wir uns ein, vor uns stehen Rinder im seichten Wasser und fressen sich an den dort wachsenden Pflanzen satt. Unzählige Vögel beleben das Ganze und wir fühlen uns sofort wieder angekommen in unserem Afrika!

Guelta Matraucha – Kiffa – Kankossa – Mare de Kaora  -  170 km  -  120 Tage  -  8875 km

20. – 21. Januar 2026 - Der südlichste Punkt unserer Reise!

Umringt von den Kindern des Dorfes

Gemächlich machen wir uns gegen Mittag auf den Weg weiter nach Süden. Immer wieder passieren wir kleine Dörfer, oft mit für Afrika so typischen Rundhütten aus Lehmziegeln und Strohdächern. Die Piste ist ausgewaschen und steinhart, in der Regenzeit sicher oft sehr schwierig zu bewältigen. Nun holpern wir langsam durch tiefe Löcher und Gräben, umfahren stachelige Akazien und ausladende Palmen, wühlen uns auch mal durch sandige Oueds. Das Grasland wird üppiger, und inmitten einer solchen Umgebung lassen wir den Tag ausklingen.

Es geht weiter wie gestern, nur langsam kommen wir voran. Die Siedlungsdurchfahrt von Hassi Chaggar ist spannend, da die Häuser sehr eng stehen und das noch dazu in einer kurvigen Anordnung. Doch wir zirkeln Manni gerade so durch. Auf dem zentralen Platz werden wir von hunderten kreischenden Schülern umzingelt, die soeben aus dem Schulbereich strömen. Was für eine Lebensfreude steht in ihren Gesichtern geschrieben! Lachen, Winken, Hände abklatschen, und Conny wird von den Mädchen zusätzlich neugierig berührt. Die Piste wird nun deutlich besser, rasch erreichen wir Silibabi, wo wir auf dem authentischen Markt unsere Versorgungslücken auffüllen. Außerhalb der Stadt stellen wir uns schließlich auf einen kleinen Aussichtshügel und genießen den Blick über das sich leicht im Wind bewegende Gras und die skurrilen Baobabs dazwischen.

Mare de Kaora – Ould Yenge – Hassi Chaggar – Silibabi  -  145 km  -  122 Tage  -  9020 km

22. Januar 2026 - Durch das Grasland zum Senegalfluss

Zugestutzter Baobab

Die Piste bleibt holprig, und wir müssen immer wieder stachelige Akazien umfahren, wenn sie zu eng stehen, um mit Manni durchzukommen. Die Siedlungen auf unserem Weg sind meist völlig vermüllt, doch die Menschen lachen und winken uns zu, freuen sich, dass wir da sind. Irgendwann verliert sich die Fahrspur, wird zunächst zum Eselkarrenweg und dann zum Fußweg. Doch wir finden eine Passage durch das wogende Gras und um die Büsche und Bäume herum, entdecken mächtige Baobabs und blühende Wüstenrosen. In Toulel sind wir dem Senegalfluss schon ganz nahe, übernachten jedoch an einem Seitenarm, da die Zufahrt sehr schwierig ist.

Silibabi – Testai – Toulel  -  75 km  -  123 Tage  -  9095 km

23. Januar 2026 - Der Asphalt hat uns wieder!

Fulbe Männer verkaufen ihre Tiere am Markt

Die letzten Pistenkilometer entlang dem Schwemmland des Senegalflusses und durch kleine Dörfer sind geprägt von der fast schon überschwänglichen Freundlichkeit der Menschen hier. Was für eine Freude in ihren Gesichtern, wenn wir ihnen zuwinken, ihr Lachen steckt an, die bunten Kleider der Frauen und Mädchen leuchten in der hellen Sonne. Wir haben viel Spaß mit den Frauen am Brunnen, wo sie Wasser für ihren Garten holen, wir lachen mit den aufgebrezelten Teenagern, die sich kaum beruhigen können, dass wir uns Zeit für sie nehmen. Wir schlendern durch die Marktgassen in Maghama, authentischer geht es kaum noch. Und dann rollen wir mal wieder auf Asphalt, erspähen immer wieder den Senegalfluss durch die Bäume, finden sogar eine Zufahrt zum palmenbestandenen Ufer und entdecken schließlich einen tollen Platz an einem idyllischen kleinen See.

Toulel – Maghama – Koundel Reo  -  85 km  -  124 Tage  -  9180 km

24. Januar 2026 - Entlang dem Senegalfluss nach Westen

Sonnenaufgang an unserem Platz am See

Lange noch genießen wir die ungezwungene Atmosphäre mit den Menschen hier am See, erst gegen Mittag brechen wir auf. Landwirtschaftlich genutzte und sumpfige Flächen verhindern meist einen Zugang zum Fluss, zumindest mit dem Laster. Also fahren wir gemütlich bis Kaedi, der größten Stadt hier unten. Die dortigen Marktgassen sind wirklich Afrika pur, was für ein Trubel, was für ein Dreck! Wir erstehen zwei frisch aussehende Fische direkt aus der Schubkarre, die zwei Jungs vor sich herschieben, und in Fett herausgebackene Teigkugeln, die wir noch handwarm sofort verspeisen. An einer Fährstelle bei Bolo Dogo finden wir schließlich einen Platz wie im Theater, denn wir bekommen reichlich geboten: Handgefertigte Einbäume werden kräftig hin und her gerudert, der kleine Grenzverkehr floriert. Metallboote transportieren Schafe und Ziegen, die in hohem Bogen in die Boote und zurück an Land geworfen werden. Rinder und Pferde müssen selber schwimmen, sie sind zu groß für den Transport. Erst mit Einbruch der Dunkelheit kehrt Ruhe ein …

Koundel Reo – Kaedi – Bolo Dogo  -  155 km  -  125 Tage  -  9335 km

25. – 27. Januar 2026 - Heftiger Wind …

Viehtransport über den Senegal-Fluss

… wirbelt Staub auf, die Luft ist trüb, die Sicht schlecht. Wir bleiben noch bis Mittag, um dem Treiben auf dem Fluss zuzusehen und die bunten Vögel zu beobachten. Die Fahrt ist entsprechend eintönig, entfernt vom Fluss führt die schlechter werdende Straße durch das staubige Hinterland. Wir passieren Bogue und eine Vielzahl namenloser und trister Ortschaften. Als wir dem Fluss endlich wieder ganz nahekommen, führt auch tatsächlich eine Piste zum Ufer und dort überrascht uns ein schöner Platz mit großen Bäumen direkt am Ufer.

Die Luft ist erfüllt mit Sand und Staub, der Wind trägt den Saharadunst meilenweit übers Land. Wir hoffen auf Besserung und nutzen den Vormittag für Computerarbeiten, doch es wird eher noch diesiger. Also machen wir uns gegen Mittag auf den Weg, ohne einen weiteren Platz am Fluss anzusteuern. Über das völlig vermüllte Rosso erreichen wir schließlich die mauretanische Hauptachse, die nach Norden über Nouakschott führt. Die extrem zersiedelte Landschaft macht es schwierig, einen ruhigen Platz für die Nacht zu finden, doch irgendwann gelingt uns dies doch noch.

Gemütlich lassen wir Manni nach Nouakschott rollen, füllen an einer Gasfüllstation noch eine unserer Gasflaschen und verziehen uns erst mal an den feinsandigen Strand nördlich der Stadt.

Bolo Dogo – Bogue – Rosso – Nouakschott  -  460 km  -  128 Tage  -  9795 km

28. Januar 2026 - Die Fischer von Nouakschott

Spektakel bei den Fischern in Nouakschott

Was für ein Spektakel! Die bunt bemalten, hölzernen Boote schießen an den Strand, die Fischer springen heraus, ziehen das Boot auf den Sand und laden säckeweise den Fang aus. An Ort und Stelle wird er an die Händler verkauft, und auf dem nebenan anschließenden Fischmarkt lautstark angepriesen. Natürlich decken auch wir uns sehr reichhaltig mit frischem Fisch ein, erst bei uns am Strand und später noch auf dem Fischmarkt. Auch den urigen „marche marocaine“ besuchen wir, um Obst und Gemüse in dieser unglaublich chaotischen Atmosphäre zu erstehen. Anschließend stürzen wir uns noch in die frischen Fluten des Atlantiks, um uns den Staub abzuwaschen.

Nouakschott  -  20 km  -  129 Tage  -  9815 km

29. – 31. Januar 2026 - Ab zur Grenze nach Marokko

Abschied von Mauetanien zwischen Dünen am Atlantik

Unsere Zeit in Mauretanien neigt sich ihrem Ende zu. In drei Tagesetappen fahren wir gemütlich hoch zur Grenze, passieren diese problemlos, wenn auch etwas zäh auf der marokkanischen Seite und bereiten uns nun vor für die lange Fahrt durch die Westsahara.

Nouakschott – Chami – Grenze RIM/MA  -  480 km  -  132 Tage  -  10295 km

01.- 07. Februar 2026 - Kilometer um Kilometer …

Am Atlantik in Tarfaya

… spulen wir ab in Richtung Norden. Endlos und meist ziemlich öde breitet sich die Kieswüste rechts von uns aus, während links von uns der Atlantik unermüdlich die Küste bearbeitet. Wir ziehen an Dakhla vorbei, machen einen Stopp in Boudjour und in Laayoune, gönnen uns einen Tag Pause in Tarfaya und erreichen schließlich die schöne Lagune im Khenifiss Parc National. Ist nicht so unser Reisestil, aber da mussten wir einfach nur durch …

Grenze RIM/MA – Boujdour – Laayoune – Tarfaya – Khenifiss NP  -  1065 km  -  139 Tage  -  11360 km

08. – 09. Februar 2026 - Wir verlassen die Atlantikküste …

Wunderschöne Dornschwanzagame am Pistenrand

… und machen uns auf in die Berg- und Wüstenregionen entlang der algerischen Grenze. Bei El Ouatia kehren wir der Eintönigkeit endgültig den Rücken zu, umfahren das lieblos in ein karges Tal hineingewürfelte Tan Tan und gönnen uns eine erste Prise Sand im Wadi Draa, wo wir einen netten Übernachtungsplatz beziehen.

Nach wenigen Kilometern biegen wir von der autobahnähnlichen Schnellstraße ab auf ein schmales Sträßchen, das sich zunächst neu asphaltiert durch die überraschend grüne Hügellandschaft seinen Weg sucht. Der Regen der vergangenen Wochen hat die Natur zum Blühen erweckt, das steht den ansonsten kargen und steinigen Hängen gut. Irgendwann endet der glatte Belag, und wir rumpeln auf einer ruppigen Piste weiter nach Osten. Doch rasch wird die Strecke besser zu befahren, wir passieren die Ruinen der Kasbah El Ayoun du Draa, und stoßen in Aouint Ighoumane wieder auf Asphalt. Durch ein weites Hochtal kommen wir bei heftigem Sturm nun schnell voran. Kurz vor Tiglit verlassen wir dieses steil und kurvenreich, um am Palmenhain von Tiglit schließlich einen windgeschützten Platz zu entdecken.

Khenifiss NP – Tan Tan – Aouint Ighoumane – Tiglit  -  255 km  -  141 Tage  -  11615 km

10. – 11. Februar 2026 - Immer weiter in Richtung Osten

Fahrt durch das Oued Tamanart

Eine landschaftlich schöne Strecke führt über Aouinet Torkoz nach Assa. Die kleine Stadt wirkt leblos, fast alle Läden haben geschlossen, unsere Einkaufsbemühungen scheitern deshalb weitgehend. Also nichts wie raus hier und ab ins Gelände. Wir folgen einer größtenteils ruppigen Steinpiste, doch die Berglandschaft um uns herum entschädigt. Langsam hoppeln wir durch trockene Oueds und um stacheliges Geäst herum, ein kleiner Pass bringt uns in ein weiteres Tal, und dort entdecken wir dann einen tollen Panoramaplatz auf einem felsigen Hügel.

Erst am frühen Nachmittag verlassen wir unseren schönen Aussichtsbalkon, da Conny sechs Kilo Mandarinen noch zu leckerer Marmelade verarbeitet. So schaffen wir es heute gerade mal bis ins Oued Tamanart kurz vor Foum el Hassan, wo wir unter hohen Dattelpalmen einen herrlichen Platz finden.

Tiglit – Assa – Foum el Hassan/Oued Tamanart  -  195 km  -  143 Tage  -  11810 km

12. – 13. Februar 2026 - Ein Treffen mit lieben Freunden

Wüstencamp

Südlich von Foum el Hassan lockt eine mit parallel zueinander verlaufenden Felsenrippen bestückte Wüstenfläche. Der Wind hat fotogene Dünen an die Flanken geweht, die Erosion kleine Steinbögen ausgearbeitet und unsere Jungsteinzeitlichen Vorfahren verzierten so manche Felswand mit Gravuren. Hier treffen wir uns auch mit unseren lieben Freunden Elke und Andi, die wir seit Zentralasien nicht mehr gesehen hatten. Entsprechend viel gibt es zu erzählen, und die Zeit vergeht dabei wie im Flug.

Heute quält uns ein übler Sandsturm, es ist kaum möglich, Manni zu verlassen, denn der Wind bläst die Sandkörner in Augen, Ohren und Nase. Aber auch das geht vorüber …

Foum el Hassan – Wüstencamp  -  40 km  -  145 Tage  -  11850 km

14. – 15. Februar 2026 - Die Berge werden höher …

Oasenortschaft Tata

… je weiter wir nach Osten kommen. Über Ait Ouabelli und Tizounine erreichen wir in rascher Fahrt die Oasenregion von Akka. Entlang des riesigen Palmenhains fahren wir nach Ait Rahhal und von dort auf einer staubigen Piste zu einer Hügelformation, die reichhaltige Felsgravuren verspricht. Auf einem kleinen Pass zwischen diesen Hügeln verbringen wir die Nacht.

Leider ist die Auswahl der Gravuren sehr bescheiden, und so machen wir uns schon bald wieder auf den Weg zurück nach Ait Rahhal. Auch ist die Luft heute unglaublich trüb, Staub verhindert jegliche Fernsicht, die Sonne schafft es nicht so richtig durch. So verliert die herrliche Bergszenerie entlang unserer Strecke viel von ihrer Attraktivität und über Imitek fahren wir durch bis Tata. Dort stellen wir uns etwas erhöht über das weite Oasental und hoffen auf Wetterbesserung.

Wüstencamp – Akka – Imitek – Tata  -  190 km  -  147 Tage  -  12040 km

16. – 17. Februar 2026 - Was für eine tolle Strecke …

Spannende Pistenfahrt mit toller Landschaft

… die wir uns ab Tata ausgesucht haben. Nach einem entspannten Tag in Tata fahren wir erst in Richtung Norden durch eine geologisch hochinteressante Bergregion. Faltengebirge vom Feinsten entlang des Oueds Tata, wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Doch es wird noch besser: Wir biegen auf eine Piste ab, die in spannendem Auf und Ab mitten durch diese hochgestellten Berge ihren Weg sucht. Unglaublich, was die Erdverschiebungen hier alles geschaffen haben. Nach drei Stunden toller Landschaftseindrücke erreichen wir das Oasendorf Ferdoukes, danach verliert die Szenerie etwas die Grandiosität. Auf einem kahlen Pass, der hinüber führt ins nächste Tal, bleiben wir.

Tata – Ferdoukes – Passhöhe  -  75 km  -  149 Tage  -  12115 km

18. – 19. Februar 2026 - Rund um Tissint

Manni passt zum Glück grad so auf die Piste

Die Passabfahrt ist spannend, eng und holprig geht es hinunter ins Tal. Dort angekommen entscheiden wir, die direkte Piste entlang des Oueds nach Afouzar zu nehmen. Doch die endet plötzlich im steinigen Oued, weggerissen von den Fluten. Manni kämpft sich im Schritttempo durch große, runde Brocken bis an die gegenüberliegende Seite. Eine mutig in den Hang gefräste Piste bringt uns schließlich nach Afouzar. Der Asphalt hat uns wieder, und wir cruisen entspannt durch das attraktive Tal bis kurz vor Tissint. Dort stellen wir uns direkt an die Kante des Oueds und bestaunen die Sandsteincanyons auf der anderen Seite.

Nach einem kurzen Einkaufsstopp in Tissint fahren wir wenige Kilometer weiter wieder ans Oued, denn dort sprudelt das leicht salzhaltige Wasser erfrischend und klar von einem Becken ins nächste. Badetag ist angesagt.

Passhöhe – Akka Ighane – Tissint – Oued mit Badebecken  -  115 km  -  151 Tage  -  12230 km

20. – 21. Februar 2026 - Monument Valley?

Kleine Oase vor wundervollen Tafelbergen

Ausgiebig gebadet machen wir uns wieder auf den Weg. Die Fahrt nach Foum Zguid ist nicht weiter spannend, der Ort selbst auch nicht, also geht es gleich weiter über eine steinige Piste zu den am Horizont lockenden Tafelbergen. Und je näher wir kommen, umso imposanter wirken sie. Senkrechte Wände, Türmchen und Pfeiler schaffen ein tolles Ambiente. Oberhalb einer Senke, die dank reichlich Wasser sogar mit fotogenen Palmen bestückt ist, stellen wir uns auf einen kleinen Panoramahügel.

Und da es hier wirklich wunderschön ist, bleiben wir noch einen Tag, wandern um die Felswände herum und erfreuen uns an dem im Licht sich verändernden Anblick.

Oued mit Badebecken – Foum Zguid – Wahat Qalb Umm al-Nakil  -  75 km  -  153 Tage  -  12305 km

22. – 23. Februar 2026 - Lac Iriqui und Erg Chegaga

Sandmeer bei der Lion Dune

Wir wählen eine direkte Piste hinüber zum Lac Iriqui, steinig quert sie trockene Oueds und karge Flächen. Am Horizont schälen sich weitere Tafelberge heraus, auch die Abbruchkante, die den Grenzverlauf zu Algerien markiert, ist immer in Sichtweite. Vom Lac Iriqui ist trotz der diesjährigen Regenfälle nur eine trockene Fläche übrig, die jedoch tückisch bleibt, da knapp unter der Oberfläche sich die Feuchtigkeit hält. Also machen wir einen großen Bogen um die mit allerlei Sträuchern bewachsene Ebene, um Manni nicht zu gefährden. Erst als wir das Dünengebiet des Erg Chegaga erreichen, schwenken wir nach Süden, immer an den Sandbergen entlang. Als wir auf die den Erg südlich umlaufende Piste treffen, suchen wir uns einen Übernachtungsplatz direkt an den Dünen.

Ziemlich holprig, immer wieder um kleine Dünen herum, arbeiten wir uns ostwärts. Am Ende des Erg Chegaga steuern wir auf das Oued Draa zu, queren dieses auf einer abenteuerlich steilen und sandigen Auffahrt, die Manni ganz schön fordert, und erreichen wenig später die schon von Weitem aus dem Sandmeer herausragende Lion Dune. Am Fuß dieser schön geschwungenen Dünen finden wir einen ruhigen Platz, von dem aus wir das vor uns liegenden Dünenfeld erwandern.

Wahat Qalb Umm al-Nakil – Erg Chegaga – Lion Dune  -  115 km – 155 Tage  -  12420 km

24. – 25. Februar 2026 - Der Pistenspaß geht weiter

Übernachtungsplatz am Dünenrand

Die Fahrt entlang der Dünen bleibt abwechslungsreich, immer wieder müssen wir uns einen Weg um die Sandhügel suchen. So nähern wir uns langsam M’Hamid El Ghizlane, ergänzen unsere Vorräte und biegen nach Norden ab. Wir passieren die Ausläufer des Erg Lihoudi und finden schon bald einen netten Platz am Rand der Dünen.

Es gilt, eine weite Steinebene zu queren, doch die Piste ist einigermaßen gut, erst zum Schluss wird sie gröber. Doch dann sind wir auch schon an der Asphaltstraße. Wir umfahren die Oase von Tagounite und biegen bei Zaoujat Sidi El Mokhtar nach Süden ab, bis wir die Piste nach Merzouga erreichen. Auf dieser hoppeln wir nun noch bis zum weitläufigen Kraterrand Tadrart und bleiben in dieser eindrucksvollen Umgebung über Nacht.

Lion Dune – M’Hamid – Zaoujat – Krater Tadrart  -  145 km  -  157 Tage  -  12565 km

26. Februar 2026 - Die schönste Ecke der gesamten südlichen Piste

Typischer mantoco-Stellplatz am höchsten Punkt

Eine wirklich abenteuerlich angelegte Bergpiste überwindet den östlichen Kraterrand, für die fünf Kilometer benötigen wir eben mal eine Stunde. Weite Ebenen sind nun zu queren, die Landschaft wird etwas belangloser. Doch je näher wir Tafraout Sidi Ali kommen, umso bergiger wird es wieder. Und die Region hier ist wirklich toll, denn gelbe Hangdünen klettern unaufhaltsam die dunklen Bergflanken hinauf, steile Tafelberge, runde Kegelberge und nach dem letzten Regen zartgrüne Sandflächen ergeben ein wunderschönes Gesamtbild. Wir entdecken einen kleinen Hügel inmitten dieser Szenerie und stellen uns direkt auf seine Kuppe, werden so zum Teil des Ganzen.

Krater Tadrart – Tafraout Sidi Ali  -  100 km  -  158 Tage  -  12665 km

27. Februar – 03. März 2026 - Ausgebremst …

Dünenspaziergang an der großen Hangdüne Zereg

Wir erkunden die Umgebung der gewaltigen Hangdüne Zereg, solange die Sonne noch die Überhand am Himmel hat. Doch es wird immer trüber, und so machen wir uns auf den Weg in Richtung Osten. Die Fahrt bis Ramlia bleibt spannend, wir durchfahren ein wunderschönes Seitental, wo großflächige, grüne Pflanzenteppiche den Sand bedecken, suchen uns einen machbaren Weg durch knietiefen Staub und dichtem Bewuchs, umfahren das trostlose Ramlia und queren eine weite, weiße Fläche, bis wir das Tal von Ouzina erreichen. Ab hier ist die weitere Strecke nach Merzouga bereits asphaltiert und wir fahren noch bis zu den Dünen von Znagui, südlich des Erg Chebbi.

Das Wetter bremst uns aus. Starker Wind und damit verbundener Sandsturm, dazu einige Regentropfen und niedrige Temperaturen lassen uns am Erg Znagui verweilen. Wir nutzen die Zeit auch um liebe Freunde zu treffen, und so vergeht die Zeit wie im Flug.

Tafraout Sidi Ali – Ramlia – Ouzina – Erg Znagui  -  100 km  -  163 Tage  -  12765 km

04. März 2026 - Mitten im Erg Chebbi

Wir besteigen die höchste Düne des Erg Chebbi

Endlich scheint die Sonne wieder, die Luft ist klar, die Sicht perfekt. Nach einem Einkaufsstopp in Merzouga umrunden wir den Erg Chebbi auf seiner Südseite, vorbei an sehr vielen Touristencamps, die sich am Rand der Dünen aneinanderreihen. Auf der Ostseite finden wir eine Möglichkeit, ins Dünengebiet vorzudringen, bis kurz vor die höchste Düne des gesamten Ergs. Im Nachmittagslicht kämpfen wir uns hoch und werden mit einer grandiosen Wolken- und Lichtstimmung belohnt.

Erg Znagui – Merzouga – Erg Chebbi  -  50 km  -  164 Tage  -  12815 km

05. März 2026 - Eine tolle Pistenfahrt …

Unser Stellplatz im Erg Chebbi im ersten Morgenlicht

… wartet heute auf uns. Wir verlassen das Sandmeer des Erg Chebbi im Nordosten und folgen nun einem breiten Oued, bis sich vor uns die steile Kante eines Plateaus aufbaut. Nun wird es steinig, und wir hoppeln langsam entlang vieler kleiner Militärstützpunkte, die den Grenzverlauf zu Algerien überwachen. Doch niemand kümmert sich um uns. Plötzlich erreichen wir die wirklich steile und enge Auffahrt auf das Plateau. Ganz vorsichtig, im ersten Gang der Untersetzung, mahlt sich Manni empor. Letztlich natürlich kein Problem für ihn. Oben dann alles flach wie ein Brett, am Horizont ein paar Tafelberge, sonst nichts. Die Piste ist nun gut zu befahren, und wir finden einen tollen Platz direkt an der aufgerissenen Abbruchkante.

Erg Chebbi – Merdane – Wasserfallkante  -  80 km  -  165 Tage  -  12895 km

06. – 07. März 2026 - Spannendes Auf und Ab

Frühstück an der Abbruchkante zur Oase

Nach einer etwas tristen Fahrt über das Plateau nähern wir uns den Tafelbergen vor uns. Tiefe Wasserrinnen verlaufen nun quer zu unserer Piste. Sie sind so tief, dass die Querungen wirklich aufregend sind. Steil und geröllig verlangen sie genaues dosieren und anfahren, doch auch diese Herausforderung stellt für Manni letztlich keine Hürde dar. Die Sicht wird leider immer trüber, und so verzichten wir auf die Weiterfahrt und wenden uns nach Westen. Auch hier muss eine steinige Piste bewältigt werden, nur langsam geht es voran. Ein abwechslungsreicher Canyon mit einigen steilen Passagen sorgt für kurze Spannung, und gegen Mittag erreichen wir schließlich die Asphaltstraße. Auf ihr gleiten wir nun oberhalb der Ziz-Schlucht gen Norden, unter uns ein nicht enden wollendes Palmwipfelmeer. So ziemlich am nördlichen Ende der Schlucht finden wir einen tollen Aussichtsplatz direkt an der Kante und genießen den herrlichen Rundumblick.

In Meski ergänzen wir im Dorfladen unsere Vorräte und verbringen einen weiteren Tag entspannt an der Kante über dem Palmenhain gegenüber dem alten Ksar.

Wasserfallkante – Ziz-Schlucht – Meski  -  105 km  -  167 Tage  -  13000 km

08. – 10. März 2026 - Über den Hohen und den Mittleren Atlas

Schnee in den hohen Bergen

In zwei Tagen sollen Schnee und Regen auf die vor uns liegenden Berge treffen. Also machen wir uns auf den Weg, zügig dem Wetter zuvorzukommen. Bei herrlichem Sonnenschein queren wir die östlichen Ausläufer des Hohen Atlas und erfreuen uns kurz vor Zaida an den tief verschneiten Gipfeln, die in der Sonne gleisen.

Auch durch den Mittleren Atlas fahren wir ohne lange Aufenthalte, denn auf den 2.000 Meter hohen Pässen es ist nochmal kalt und ungemütlich geworden. So erreichen wir Sefrou, suchen uns einen ruhigen Platz im Stadtgebiet und warten auf den Regen.

Und der kommt. Den ganzen Tag regnet es so vor sich hin, nur kurze Pausen ermöglichen uns einen Schritt nach draußen. Aber morgen ist ja alles wieder gut …

Meski – Errachidia – Midelt – Guigou – Sefrou  -  345 km  -  170 Tage  -  13345 km

11. März 2026 - Ein Bummel durch die Medina von Fès

Gerberei in Fès

Wie vorhergesagt, lacht die Sonne wieder vom Himmel und wir machen uns auf den kurzen Weg nach Fès. Gut, wir kennen die Medina, doch wir möchten trotzdem ein wenig durch die engen Gassen schlendern. Aber auch hier haben sich in den letzten Jahren die Auswirkungen des Tourismus mehr und mehr bemerkbar gemacht: Die Souvenirläden nehmen so langsam überhand, die Reisegruppen schieben sich durch die Gassen und die Animateure der Restaurants und Ledergeschäfte rund um die Gerbereien folgen einem hartnäckig. So sind wir nach ein paar Stunden fertig mit dem Gebotenen, denn es fehlt uns natürlich die Spannung des Neuen. Wir verlassen die Stadt auf einer schmalen Nebenstrecke, doch es erweist sich schlicht als unmöglich, abseits der befestigten Straße einen Übernachtungsplatz anzufahren, da die verheerenden Unwetter der vergangenen Monate alles aufgeweicht haben. Erst am Dorfrand von Sidi Daoud werden wir schließlich fündig.

Sefrou – Fès – Sidi Daoud  -  90 km  -  171 Tage  -  13435 km

12. – 13. März 2026 - Traumplatz am Stausee

Traumplatz am Stausee

Wir wollen die sonnigen Tage nutzen, Manni auf Vordermann zu bringen und eine Ersatzteil-Inventur zu machen. Dazu steuern wir über schlaglochgesäumte Nebenstrecken den Barrage Al Wahda an. Am westlichen Ufer finden wir unseren Traumplatz. Hoch über der Wasserfläche auf einer exponierten Aussichtskanzel parkieren wir Manni, vor uns das zerklüftete Ufer und die sattgrünen Wiesen und Felder der umliegenden Hänge.

Den ganzen Tag wurschteln wir herum, befreien Mannis Staukästen vom Saharasand und stellen fest, was wir so alles an Ersatzteile dabeihaben. Und sitzen in der wärmenden Sonne und genießen die Aussicht …

Sidi Daoud – Barrage Al Wahda  -  45 km  -  173 Tage  -  13480 km

14. – 16. März 2026 - Endspurt

Abschied vom wasserreichen Norden Marokkos

Das Wetter schlägt um, Nebel und leichtes Nieseln lässt uns aufbrechen. Doch die Sonne findet im Verlauf unserer Fahrt immer wieder ein Wolkenloch, und so versinkt die herrlich grüne Bergwelt um uns herum nicht ganz im grauen Einerlei. Nach einem kurzen Abstecher und Bummel durch Chefchaouen steuern wir den Barrage Martil an. Ein ruhiger Platz an dessen Ufer ist die Belohnung.

Erst am späteren Vormittag verzieht sich das Nieselwetter, es klart auf, und wir starten nach Tetouan. Ein letzter Bummel über den Souq, um uns für die Überfahrt nach Genua einzudecken und die Tiefkühltruhe randvoll zu machen mit leckerem Putenfilet. Den Nachmittag chillen wir in der Sonne am Barrage Smir mit Alpenrandpanorama wie am Tegernsee als kleine Einstimmung für unseren Deutschlandaufenthalt.

Den Vormittag verbringen wir noch am Meer bei Fnideq, tanken Manni randvoll mit preiswertem Diesel, um dem Spritwahnsinn in Mitteleuropa die Spitze zu nehmen und reihen uns dann ein in die Abfertigungsschlange in Tanger Med. Es zieht sich ganz schön, bis letztlich alle an Bord sind, und als wir nach zwei Uhr morgens endlich todmüde in unsere Betten fallen, bekommen wir die Abfahrt schon nicht mehr mit …

Barrage Al Wahda – Tetouan – Barrage Smir – Tanger Med  -  280 km  -  176  Tage  -  13760 km

17. März – 21. April 2026

Herrlicher Lago die Garda

Nach einer ruhigen Fährpassage von Tanger Med nach Genua und einer gemütlichen Fahrt durch Norditalien und Tirol laufen wir am 23. März in Sauerlach ein. Wir verbringen gute vier Wochen mit unseren Familien, erledigen viele notwendige Arbeiten und Besorgungen und bereiten uns auf die nun anstehende große Asienreise vor.

Am 22. April starten wir wieder durch …

22. – 23. April 2026 - Über die Alpen …

Blick in die Julischen Alpen

… bei traumhaft schönem Wetter, was will man mehr!  Pass Thurn, Felbertauern, Gailbergsattel – ein Pass jagt den nächsten. Doch dann werden wir ausgebremst: Sowohl der Plöckenpass als auch der Naßfeldpass sind auf italienischer Seite wegen Bauarbeiten noch für einige Wochen gesperrt. Also weiter, über Hermagor nach Tarvisio und damit auf einer völlig anderen Route als geplant. Aber das macht überhaupt nichts, denn diese Fahrt im Schatten der Julischen Alpen ist grandios schön. Kurz vor der Passhöhe am Predilsattel finden wir einen ruhigen Platz neben den Resten einer Festung aus österreich-ungarischer Zeit.

Majestätisch begrüßt uns die felsige Wand des Mangart, als wir nach Slowenien hinunterrollen. Die Landschaft steht in voller Frühlingspracht, alles blüht und die Wiesen und Wälder strotzen vor Kraft. Die Soca begleitet uns nun bis Tolmin, von dort geht es nun kurvenreich weiter nach Idrija. Jetzt verlassen wir das Bergland allmählich, die Landschaft weitet sich, und bei Cerknica stellen wir uns an den Ortsrand von Martinjak mit herrlichem Blick über die weiten Wiesen.

Oberaudorf – Lienz – Tarvisio – Tolmin – Martinjak  -  415 km  -  2 Tage  -  415 km

24. – 25. April 2026 - Ein kleines Problem …

Übernachtungsplatz bei Delnice

… weitet sich zu einer größeren Aktion aus. Als wir den nicht mehr richtig funktionierenden Kühlwassertemperatursensor ersetzen wollen, zerstört das Ersatzteil beim Hineinschrauben das Innengewinde. Was für ein Bullshit! Ohne einen korrekt sitzenden Sensor bekommen wir den Kühlmittelkreislauf nicht dicht und können nicht mehr fahren! Conny organisiert mit Hilfe freundlicher Nachbarn einen Mechaniker, der kurze Zeit später mit einem professionellen Gewindeschneide-Set das Problem ruckzuck erledigt. Seinem geschulten Auge entgeht dabei nicht, dass unser Kühlwassertemperatursensor völlig zerfressen ist. Unser Problem ist ein falsches Kühlmittel, eingefüllt bei der Kühlerreparatur in Marokko, das die Materialien mittels einer chemischen Reaktion angreift. Also fahren wir ins nahliegende Cerknica zurück, besorgen uns die richtigen, von MAN freigegebenen Mittel, reinigen das gesamte System gründlich und füllen alles wieder auf. Und schon ist der Tag rum …

Wir starten früh in Richtung Kroatien, die kurvenreiche Fahrt durch dichte Wälder begeistert uns, und wir holen unser Frühstück erst kurz vor Delnice nach, als uns die wärmende Sonne das Sitzen im Freien erlaubt. Gleich hinter der Kreisstadt wartet ein uns schon bekannter, schön gelegenen Platz auf uns, und wir verbringen einen entspannten Nachmittag an den dortigen Wasserbecken.

Martinjak – SLO/HR – Delnice  -  95 km  -  4 Tage  -  510 km

26. – 27. April 2026 - Erwartungsvoll …

Wasserfälle in Jajce

... starten wir gen Süden. Bei einem Zwischenstopp in Slunj schlendern wir ein wenig zwischen den Wasserfällen umher, die den Ortsteil Rastoke zu einem touristischen Anziehungspunkt machen. Kurz darauf erreichen wir die Grenze nach Bosnien, wo wir uns geduldig in die wartende Schlange einreihen. Die Einreise verläuft dann völlig unproblematisch, wir passieren Bihac und fahren noch bis nach Kljuc, wo wir einen schönen Platz unter den Bäumen an der Sana beziehen.

Das geschichtsträchtige und fotogene Jajce ist rasch erreicht, und wie immer sind es besonders die eindrucksvollen Wasserfälle, über die sich die Pliva in den Vrbas ergießt, die uns begeistern. Für die Weiterfahrt wählen wir eine Nebenstrecke über die Berge, um der verkehrsreichen Straße nach Sarajewo zu entgehen. Unsere Straße wird bald zum Sträßchen und schließlich zum Waldweg, der sich durch dichtes Gehölz schlängelt. Doch er ist breit genug, um Manni locker hindurch zu manövrieren. Über Travnik erreichen wir schließlich Vitez, wo wir plötzlich eine LKW-Werkstatt entdecken und spontan beschließen, dort morgen alle Öle bei Manni wechseln zu lassen. Der Preis passt, und wir dürfen hinter der Werkstatt übernachten.

Delnice – HR/BiH – Bihac – Kljuc – Jajce – Vitez  -  380 km  -  6 Tage  -  890 km

28. – 29. April 2026 - Spannende Waldwege bis nach Visegard

Wir entdecken einen tollen Feuersalamander

Unser Mechaniker ist wirklich gut drauf, Manni bekommt frische Marken-Öle für den Motor, die beiden Getriebe und die Differenziale. Natürlich werden auch alle Filter gewechselt, samt Wasserabscheider und Separfilter. Anschließend wird alles abgeschmiert, eine abgebrochene Schraube des Getriebeschutzblechs ausgebohrt und ein neues Gewinde geschnitten. Zusätzlich zu den Kosten für die Öle berechnen sie uns für die mehrstündige Arbeit abschießend ganze sechzig Euro! Herzlichen Dank! Mit einem guten Gefühl rollen wir vom Hof und verziehen uns in die Berge nördlich von Sarajewo. Nach einer rumpeligen Passüberfahrt stellen wir uns schließlich an einen glasklaren Bach, ganz in der Nähe der historischen Festungsreste von Bobovac.

Unsere heutige Fahrt ist wirklich spannend, denn es wechseln sich schmale Asphaltsträßchen mit ausgewaschenen Waldwegen ab. Unser Navi macht dabei keinen Unterschied bei den Klassifizierungen der Strecken, so dass wir nie wissen, was uns nach dem nächsten Waldstück erwartet. So lernen wir eine wunderschöne und einsame Region im östlichen Bosnien kennen. Irgendwann erreichen wir die Drina, und durch nicht enden wollende, meist völlig unbeleuchtete Tunnel fahren wir nun entlang der Schlucht bis nach Visegrad. Dort spannt sich die berühmte Bogenbrücke aus dem 16. Jahrhundert über den träge in seinem Bett dahinfließenden Strom. Wir finden einen ruhigen Platz für die Nacht und schlendern noch ein wenig durch die alte Stadt, bevor uns der angekündigte Regen erreicht.

Vitez – Vares – Olovo – Rogatica – Visegrad  -  220 km  -  8 Tage  -  1110 km

30. April – 02. Mai 2026 - Durch den serbischen Süden

Herrlich ruhiger Platz an der Jerma

Als der Regen gegen Mittag durch ist, machen wir uns auf den Weg zur Grenze in Uvac. Wir sind die Einzigen, die dort hinüberwollen, und entsprechend zügig sind wir dann in Serbien, auch wenn die beiden Zöllner erst noch ihre Neugier für Mannis Innenleben befriedigen müssen. Über Priboj fahren wir hoch zum Tisovica Stausee, wo wir weit oberhalb der in dichtes Grün eingebetteten Wasserfläche einen aussichtsreichen Platz finden.

Die Nacht war kalt, Raureif bedeckt die Wiesen um uns herum. Also fahren wir erst Mal ein Stück, um einen wärmeren Frühstücksplatz anzusteuern. Aber das stellt sich als schwierige Aufgabe heraus, denn wir bewegen uns auch weiterhin meist auf über 1.000 Höhenmetern, streifen mehrmals die frische Schneegrenze, und machen auch nur langsam Kilometer auf den kurvigen Bergstraßen. Später passieren wir Ivanjica, tangieren die Höhen nördlich des Kosovo, und erreichen schließlich an der aufgestauten Rasina bei Zlatari unser anvisiertes Tagesziel. Doch inmitten eines unvorstellbar verdreckten Uferplatzes kokeln ein Dutzend Cevabcici-Grillfeuer unter dem Gejammer lautstarker Balkan-Rhythmen; es ist Feiertag und das Volk vergewaltigt die Natur. Also ziehen wir weiter und finden letztlich einen herrlich ruhigen Platz in Pukovac.

Auf verschlungenen Wegen nähern wir uns so langsam der bulgarischen Grenze. Die Sträßchen wechseln zwischen gut und grob, und die winzigen Dörfer scheinen aus der Zeit gefallen. Drei Stunden benötigen wir für die rund 100 Kilometer, doch als wir in der karstigen Felsenlandschaft entlang der Jerma einen herrlichen Platz am Flüsschen entdecken, sind wir augenblicklich begeistert von der Umgebung, denn die Sonne traut sich wieder zwischen den himmelhoch aufgetürmten Steilwänden und den dunklen Regenwolken hervor.

Visegrad – Grenze BiH/SRB – Ivanjica – Prokuplje – Trnski Odorovci  -  465 km  -  11 Tage  -  1575 km

03. – 04. Mai 2026 - Millimeterarbeit …

Grad mal so durchgepasst!

… erwartet uns nach dem heutigen Start. Vier grob aus dem Gestein gehauene Tunnel und einige straßenbreite Überhänge, natürlich alles ohne Höhenangabe, lassen uns erst zweifeln, ob wir hier durchkommen. Doch die Begehung lässt uns hoffen. Im Schritttempo lassen wir Manni in die unbeleuchteten Durchbrücke rollen, während Conny mit Augenmaß dirigiert. Und es passt, zwar arschknapp, aber wir bugsieren Manni ohne Felsberührung durch. Tief durchatmen, und weiter geht’s zur Grenze nach Bulgarien. Erfreulicherweise ist nichts los, und wir sind rasch eingereist. Kurz vor Sofia steuern wir einen schönen Panoramaplatz mit herrlichem Rundumblick auf die verschneiten Berge an.

Nach einer eisigen Frostnacht wärmt uns die Sonne rasch. Wir umrunden Sofia und rollen auf der Autobahn ereignisarm gen Osten. Nach einem kurzen Einkaufsstopp in Plovdiv beenden wir den Fahrtag beim ältesten Kloster Europas, dem Manastir Sv. Atanasiy, wo wir uns auf den naturbelassenen Parkplatz stellen dürfen.

Trnski Odorovci – Grenze SRB/BG – Sofia – Monastir Sv. Atanasiy  -  325 km  -  13 Tage  -  1900 km

05. – 08. Mai 2026 - Wieder in der Türkei

Servicearbeiten in der Werkstatt in Istanbul

Die Einreise verläuft ein wenig zäh, da wir gemeinsam mit anderen für den Scanner auserkoren werden und die Abwicklung dort extrem langsam von statten geht. Aber gut, mit Geduld ist alles erträglich, und wir schlendern anschließend durch die wirklich attraktiv gestaltete Fußgängerzone von Edirne, um richtig anzukommen. Für die Übernachtung ziehen wir uns dann außerhalb der Stadt an einen kleinen Stausee zurück, wo wir in bäuerlicher Umgebung einen entspannten Nachmittag verbringen.

Istanbul liegt nun vor uns, und je näher wir dieser Riesenmetropole kommen, umso dichter wird die Bebauung und der Verkehr. Doch bevor wir das historische Zentrum erreichen, fahren wir im Stadtteil Esenyurt, etwa 35 Kilometer vorher, zu der uns bekannten Blattfederwerkstatt, um unsere Federlager und unsere Stabilisatoren erneuern zu lassen. Auch nach sechs Jahren erinnern sie sich sofort an uns, wir besprechen die anstehenden Arbeiten und sie bestellen die entsprechenden Teile. Im Stadtteil Beylikdüzü finden wir schließlich einen erstaunlich ruhigen Platz zum Übernachten.

Nach einem erholsamen Tag am Park fahren wir gleich morgens in die Werkstatt. Die anstehenden Arbeiten werden routiniert erledigt, und gegen Abend sind wir wieder zurück auf unserem Stadtparkplatz in Beylikdüzü.

Monastir Sv Atanasiy – Grenze BG/TR – Edirne – Beylikdüzü  -  380 km  -  17 Tage  -  2280 km

09. – 10. Mai 2026 - Erste Schritte in Asien

Übernachtungsplatz in Yenicaga am See

Unterhalb des Topkapi Serails, mit Blick auf den Galataturm, also direkt am Goldenen Horn, frühstücken wir im Herzen von Istanbul. Hier startet nun unsere große Asien-Runde auf den Spuren Marco Polos endgültig! Mit einer kleinen Stadtfähre setzen wir über den Bosporus, verlassen damit Europa und gehen wenige Minuten später in Asien wieder an Land. Auf den nun folgenden hundert Kilometer reihen sich Stadtviertel an Vorstädte, die Urbanisierung der Riesenstadt schreitet unaufhaltsam voran. Kurz vor Kocaeli stellen wir uns an den Rand einer schönen Parkpromenade und genießen die Ruhe.

Wir sehnen uns nach Natur, und so fahren wir weiter nach Osten, über Sakarya, Düzce und Bolu, bis wir im unscheinbaren Nest Yenicaga am dortigen See einen netten Platz finden. Dort sind wir mit Paola und Toni aus München verabredet, die gerade von ihrer Reise über die Arabische Halbinsel zurückkommen. Es wird, wie immer mit den Beiden, ein lustiger Abend.

Beylikdüzü – Istanbul – Kocaeli – Bolu – Yenicaga  -   340 km  -  19 Tage  -  2620 km

11. Mai 2026 - Safranbolu

Blick auf die Altstadt von Safranbolu

Unser heutiges Ziel ist die Weltkulturerbe Stadt Safranbolu. Die Altstadt versteckt sich in einem schmalen Tal inmitten dichter Bewaldung. Wir schlendern durch die kopfsteingepflasterten Gassen, doch auch hier haben inzwischen die unweigerlichen Souvenirgeschäfte gnadenlos das alte Gemäuer in Beschlag genommen, so dass der Charme unter buntem Tand mehrheitlich verloren geht. Doch die Gesamtansicht der liebevoll renovierten alten Häuser entschädigt.

Yenicaga – Gerede – Safranbolu  -  110 km  -  20 Tage  -  2730 km

12. – 13. Mai 2026 - Über die grünen Berge nach Amasya

Kizilirmak Stausee

Der häufige und ausgiebige Regen macht die Landschaft im Norden der Türkei zu einer fruchtbaren und intensiv grünen Region. Die Berge sind dicht bewaldet, und in den Tälern bahnen sich breite Flüsse ihren Weg. Über Kastamonu und Boyabat nähern wir uns schließlich dem langgezogenen Kizilirmak-Stausee, wo wir einen tollen Aussichtsplatz für den Nachmittag und die Nacht beziehen.

Durch von intensiver Landwirtschaft geprägter Hügellandschaft, über die Städtchen Vezirköprü und Havza, erreichen wir das zwischen karstigen Bergen verborgene Amasya. Es ist sicher die schönste Stadt in Zentralanatolien, denn ihre Lage am Yesilirmak, an dem sich restaurierte Erkerhäuser und viele historische Zeugnisse aus osmanischer Zeit aneinanderreihen, schaffen im Zentrum eine charmante Atmosphäre. Über allem thront die mächtige Zitadelle, und unterhalb dieser Gemäuer präsentieren sich riesige Felsengräber der pontischen Könige.

Safranbolu – Kastamonu – Boyabat – Havsa – Amasya  -  415 km  -  22 Tage  -  3145 km

14. – 15. Mai 2026 - Den ganzen Vormittag …

Amasya gefällt uns!

… lassen wir uns bei bestem Wetter durch die Gassen von Amasya treiben, entdecken viele historische Zeugnisse und erfreuen uns an der gefälligen Atmosphäre. Doch gegen Mittag zwingen uns erste Gewitterschauer zurück zu Manni und wir machen uns auf den Weg gen Osten. Über Tasova und Erbaa erreichen wir schließlich die imposante Talazan Brücke am Kelkit, der sichtbar Hochwasser führt. Als wir bereits im Bett liegen, empfiehlt uns eine patrouillierende Polizeistreife, einen höher gelegen Übernachtungsplatz anzusteuern, dem wir natürlich Folge leisten.

Es regnet. Heftig. Als es etwas nachlässt, fahren wir ein Stück weiter. Dicht hängt der Nebel über uns in den Bergen, der Pegel des Kelkit steigt sichtbar. Wir frühstücken, bis uns eine kleine Regenpause wieder weiter lässt. Und es wird tatsächlich besser, sogar blauer Himmel blitzt plötzlich zwischen den schwarzen Wolken durch. Wir passieren Resadiye und Koyulhisar, erreichen den Kelkit Stausee. Und dort sehen wir einen tollen Platz am Ufer, mit Blick in die teilweise noch schneebedeckten Berge. Hier bleiben wir heute …

Amasya – Tasova – Erbaa – Resadiye – Kelkit Stausee  -  250 km  -  24 Tage  -  3395 km

16. – 19. Mai 2026 - Die letzten Tage in der Türkei …

Und noch ein Stausee ...

… lassen uns mal wieder hauptsächlich Werkstätten aufsuchen. Kurz nach unserem heutigen Start knallt es. Wir kennen dieses Geräusch nur zu gut, es ist das Brechen einer Blattfeder! Die linke obere Führungsfeder, erst vor genau einem Jahr in Konya ersetzt, haucht bei einer fiesen Bodenwelle ihr Leben aus. Rasch ist das Federpaket geschient, und wir rollen vorsichtig weiter, über die Berge und schließlich 1.850 Höhenmeter hinunter zum Schwarzen Meer. Es ist eine tolle Fahrt, die uns über Sebinkarahisar und Dereli nach Giersun und weiter nach Tirebolu bringt. Dort stellen wir uns unweit des kleinen Fischerhafens direkt ans Wasser, in das bei herrlichstem Wetter am Abend vor uns die Sonne im Meer versinkt.

Gegen Mittag sind wir bereits in Trabzon, finden einen ruhigen Platz an einem Park im Zentrum und verbringen dort einen gemütlichen Sonntag.

Den ganzen Montag tingeln wir in den Werkstattvierteln der Stadt, um eine passende Blattfeder zu finden, leider ohne Erfolg. Zumindest können wir alle anderen noch anstehenden Arbeiten erledigen lassen.

Bei regnerischem Wetter, leider üblich in dieser Region, fahren wir nun entlang der Küste in Richtung Grenze. Unterwegs fragen wir immer wieder bei Blattfederwerkstätten nach, ob sie uns helfen können, leider auch hier ohne Erfolg. Also auf nach Georgien. Nach einer beidseitig raschen Abfertigung beziehen wir direkt an der Strandpromenade von Gonio unser Quartier für die nächsten Tage.

Camligöze Reswervoir – Tirebolu – Trabzon – Grenze TR/GE – Gonio  -  500 km  -  28 Tage  -  3895 km

20. – 22. Mai 2026 - Die Suche nach einer Blattfeder …

Übernachtungsplatz direkt auf der Promenade

… artet zu einer Schnitzeljagd aus. Wir steuern die Tegeta-Niederlassung in Batumi an, eine der kometentesten Werkstätten in Georgien. Dort eröffnen sie uns die Hoffnungslosigkeit, ein passendes Federpaket hier zu finden. Also machen sie uns einen in unseren Augen ziemlich abenteuerlichen Reparaturvorschlag, dem wir letztlich zustimmen, damit wir überhaupt wieder mobil sind.

Den ganzen Tag recherchieren wir nach Möglichkeiten, ein passendes Federpaket nach Georgien zu bekommen. Nicht lieferbar, zu lange Speditionslaufzeiten, zu komplizierte Zollabfertigung – die Liste der negativen Resultate will nicht abreißen.

Toni Maurer in Türkheim hätte zwei gebrauchte, für Manni passende Federpakete auf Lager liegen. Ein erster Lichtblick! Doch wie kommt eines davon auf schnellstem und unkompliziertestem Weg hierher? Wir beschließen, dass Conny am Montag von Kutaissi nach Memmingen fliegt, von ihrer Freundin Manuela abgeholt wird, und am Mittwoch das Federpaket bei Toni Maurer in Empfang nimmt. Dort soll es in zwei Teile zerlegt und verpackt werden, damit es den Vorschriften für Sperrgut entspricht. Und dann klemmt sie sich die Pakete unter den Arm und fliegt wieder zurück nach Kutaissi in der Hoffnung, dass sie bei der Ankunft vom Zoll gnädig durchgewunken wird. Wir werden berichten …

Gonio Strand – Batumi – Gonio Strand  -  55 km  -  31 Tage  -  3950 km

23. – 24. Mai 2026 - Letzte Tage am Schwarzen Meer

Klare Sicht bis in den Grossen Kaukasus

Das Wetter ist besser als angesagt, und so verbringen wir den Vormittag noch hier am Strand von Gonio, nördlich von Batumi. Gegen Mittag wechseln wir hinauf nach Poti, wo wir bei Maltakva einen netten Rasenplatz hinter niedrigen, bewachsenen Dünen finden, wo sich am Abend die Sonne spektakulär im Meer verabschiedet.

Es bleibt trocken, die angekündigten Regenfälle scheinen sich verzogen zu haben. Also bleiben wir noch bis zum frühen Nachmittag, beobachten gemeinsam mit den Strandkühen vorbeischwimmenden Delphine, bevor wir uns auf den Weg nach Kutaissi machen. Schon in Flughafennähe finden wir dort einen schönen Platz am träge dahinfließenden Fluss.

Gonio Strand – Maltakva Strand – Samtredia – Ianeti  -  150 km  -  33 Tage  -  4100 km

25. – 27. Mai 2026 - Conny holt das Blattfederpaket

Ein riesiges Dankeschön an Manuela und Erhard!

Nach zwei Stunden ununterbrochener Regenfälle entscheiden wir gegen halb elf in der Nacht, unseren Standort am Fluss zu verlassen und einen höher gelegenen Platz zum Übernachten anzufahren. Diese Entscheidung erweist sich am nächsten Morgen als goldrichtig, denn unser ursprünglicher Übernachtungsplatz ist unter den angeschwollenen Wassermassen verschwunden. Da wären wir ganz schön abgesoffen! Am Nachmittag startet Conny dann zu ihrem Kurztrip nach Deutschland, um unser bei Toni Maurer in Türkheim erstandenes Blattfederpaket abzuholen. Und ich suche mir einen sicheren Paltz am Fluss …

Zwei Tage lang heißt es nun warten auf Conny. Und alles läuft perfekt, das Blattfederpaket wird von ihr übernommen, das Einchecken in Memmingen und auch die Einfuhr in Kutaisi geht ohne Probleme über die Bühne. Um zwei Uhr morgens fallen wir schließlich todmüde, aber erleichtert ins Bett.

Ianeti – Flughafen Kutaisi – Ianeti  -  25 km  -  36 Tage  -  4125 km

28. – 30. Mai 2026 - Über Tiflis zur russischen Grenze

Wetterglück am Kreuzpass

Dank der inzwischen durchgehenden Autobahn sind wir trotz eines ausgiebigen Einkaufsstopps auf dem tollen Basar in Chaschuri zügig in Tiflis und beziehen schließlich am Ivari Kloster unser Panorama-Quartier. 

Gegen Mittag starten wir zum Ananuri Kloster am Zhinvali Stausee, wo wir unsere Reisefreunde für die nun anstehende Asien-Tour treffen.

Traumhaft schönes Wetter macht die Fahrt über Gudauri und den Kreuzpass nach Stepantsminda zu einem tollen Erlebnis. Doch es ist so richtig kalt, der Wind drückt die Temperaturen nahe an den Gefrierpunkt. So verzichten wir auf eine Wanderung in Richtung Kazbegi und setzen uns stattdessen bei der Gergeti-Kirche oberhalb der Stadt in den Windschatten von Manni und erfreuen uns an der gewaltigen, noch tief verschneiten Pyramide. Zum Übernachten fahren wir dann noch 300 Höhenmeter hinunter, um ein wenig mehr Schutz zu finden.

Ianeti – Ivari Kloster – Ananuri – Stepantsminda  -  395 km  -  39 Tage  -  4520 km

31. Mai – 01. Juni 2026 - Wir sind in Russland!

Blick von unserem ersten russischen Übernachtungsplatz

Neun Stunden hat es diesmal letztlich gedauert, bis wir alle Einreiseformalitäten erledigt hatten. Morgendlicher Schichtwechsel beim Zoll, Handykontrolle und Interview zu aktuellen Russland-Themen für einige von uns, ewiges Warten vor dem Fahrzeug-Scanner und dazwischen natürlich der übliche Papierkram. Aber so ist es eben.

Unser Plan war es, nochmals über die aussichtsreiche Bergpiste hinüber zur Nekropole von Dargaws zu fahren. Doch der Sturm vor zwei Tagen hatte zwei Kilometer nach unserem Start einen großen Baum entwurzelt und quer über die Piste gelegt. Also mussten wir trotz perfektem Wetter den Rückzug antreten. In Wladikawkas stürmen wir zunächst den riesigen Metro-Markt, um uns mit allerlei Leckereien einzudecken, anschließend bummeln wir ein wenig durch die attraktive Innenstadt, bevor wir unseren Übernachtungsplatz direkt am reißenden Terek beziehen.

Stepantsminda/GE – Wladikawkas/RUS  -  75 km  -  41 Tage  -  4595 km

02. – 03. Juni 2026 - Tschetschenische Gastfreundschaft

Einladung bei Anzor zum traditionellen Essen

Als am späteren Vormittag der heftige Regen aufhört, machen wir uns auf den Weg nach Grosny. Immer besser wir das Wetter, und als wir schließlich am kleinen Stausee bei Grosny unser Quartier beziehen, lacht die Sonne vom fast wolkenlosen Himmel und die verschneiten Berge des zentralen Kaukasus leuchten zu uns herüber.  

Nach unserem morgendlichen Seerundlauf spricht uns Anzor an und lädt uns zum Mittagessen im Kreis seiner Familie zu sich nach Hause ein. Es wird ein herrlicher Tag mit super freundlichen Menschen, die uns lecker bekochen und zum Abschied auch noch beschenken. Begeistert von so viel Gastfreundschaft machen wir uns noch auf den Weg nach Schelkowskaja, einem kleinen Ort im Osten von Tschetschenien, wo wir uns am örtlichen See auf die Wiese stellen.

Wladikawkas – Grosny – Schelkowskaja  -  210 km  -  43 Tage  -  4805 km

04. – 05. Juni 2026 - Durch die Kalmückische Steppe zur Wolga

Lenin-Statue in Astrachan

Heute ist Strecke machen angesagt. Die Landschaft im nördlichen Dagestan und in Kalmückien gibt nicht wirklich etwas her, und so fahren wir durch bis zum Beginn der Seen und Sümpfe, die das nahe Wolgadelta ankündigen. Bevor uns die zu dieser Jahreszeit allgegenwärtigen, lästigen Kriebelmücken das Leben vermiesen, finden wir einen Platz zum Übernachten, wo uns die Biester weitgehend in Ruhe lassen.

Entlang des breiten Bekhtemir erreichen wir gegen Mittag die Vororte von Astrachan und entdecken am staubigen Straßenrand eine LKW-Ersatzteil-Firma mit angeschlossener Freiluftwerkstatt, vor der viele Blattfederpakete liegen. Wir fragen, ob sie unsere Blattfeder tauschen können, klar machen sie das, der Preis passt und sie fangen auch gleich damit an. Zwei Stunden später ist die in Georgien unsachgemäß reparierte Blattfeder ausgebaut und die in Deutschland besorgte montiert. So fahren wir beruhigt weiter, beziehen den uns bekannten Standplatz direkt an der Wolga und bummeln noch ein wenig durch die Stadt.

Schelkowskaja – Kisljar – Astrachan  -  420 km  -  45 Tage  -  5225 km

06. – 09. Juni 2026 - Durch die kasachische Steppe von Europa nach Asien

Gewitterstimmung über der Nurgasyr Moschee in Aqtöbe

Gegen Mittag sind wir an der Grenze. Die Ausreise aus Russland verläuft entspannt, nach zwei Stunden sind wir durch. Und auch die Einreise nach Kasachstan ist völlig unkompliziert; Stempel in den Pass, kurzer Blick ins Fahrzeug, und fertig. Noch rasch Geld wechseln bei den Damen mit den dicken Bündeln und ab nach Qurmanyhasy, dem ersten Ort nach der Grenze, um eine SIM-Karte zu besorgen. Klappt alles tadellos. Ein Gewitter setzt derweil alles unter Wasser und wir entscheiden, hier im Ort zu übernachten.

Die Fahrt nach Atyrau verläuft ereignislos, wir beziehen unseren Standplatz am asiatischen Ufer des Ural und chillen ein wenig an der Promenade.

Nach einem kontinentüberschreitenden Morning-Walk machen wir uns gegen Mittag auf den langen Weg durch die Steppe. Bis Dossor ist die Straße vom stetigen LKW-Verkehr bereits wieder spürbar ramponiert, doch danach wird sie wirklich gut und wir kommen bequem voran. Auf halber Strecke nach Aqtöbe stellen wir uns für die Übernachtung in einem kleinen Dorf auf den Schulparkplatz, da jeglicher Versuch, den Asphalt zu verlassen, nach den heftigen Regenfällen der letzten Tage im Morast enden würde.

Immer wieder müssen wir dem Regen trotzen, bevor wir am Nachmittag endlich Aqtöbe erreichen. Auch hier steht das Wasser in den Straßen, doch wir kommen gut durch, und beziehen einen trockenen Standplatz im Stadtpark zwischen der St. Nicholas Kathedrale und der Nur Gasyr Moschee, die sich stimmungsvoll im Abendlicht präsentieren.

Astrachan – Grenze RUS/KZ – Atyrau – Aqtöbe  -  1085 km  -  49 Tage  -  6310 km

10. – 12. Juni 2026 - Kilometer schrubben …

Wir übernachten heute am Mausoleum

… ist weiterhin angesagt, denn Kasachstan ist riesig und leider nicht sehr aufregend. Nach einem ausgiebigen Einkaufsstopp in einem Hypermarkt machen wir uns wieder auf den Weg nach Osten. Die Straße ist nicht besonders gut in Schuss, auch der dichte LKW-Verkehr beeinträchtigt das Fortkommen. Kurz vor Qarabutaq entdecken wir auf einem niedrigen Höhenzug ein weithin sichtbares Mausoleum, genau der richtige Ort für einen ruhigen Nachmittag und eine ungestörte Nacht.

Wir schwenken nach Norden, dann wieder nach Osten, immer entlang der russischen Grenze, die zeitweise in Sichtweite zu erkennen ist. Eintöniges, flaches Land links und rechts, soweit das Auge reicht. Endlos erscheinende riesige Felder säumen die Straße. Im trostlosen Nest Bestöbe machen wir Feierabend, stellen uns passend zum heutigen Start der Fußball-WM vor den örtlichen Sportplatz.  

Wir starten früh, das Frühstück holen wir am schönen Tobol See nach. Am frühen Nachmittag sind wir dann bereits in Qostanai, stellen uns oberhalb der Promenade an den Tobol und genießen die Stimmung, die das wechselhafte Wetter schafft.

Aqtöbe – Qarabutaq – Qostanai  -  805 km  -  52 Tage  -  7115 km

13. – 15. Juni 2026 - Wandern im Burabay Nationalpark

Herrliche Ausblicke auf die Seen im Burabay Nationalpark

Überraschend grün präsentiert sich der Norden Kasachstans, viele kleine Seen verstecken sich in der lieblichen Hügellandschaft und schaffen so eine angenehm abwechslungsreiche Landschaft. Auf teilweise sehr guter, dann wieder grottenschlechter Straße geht es immer weiter nach Osten. Als sich irgendwann eine pechschwarze Gewitterwand vor uns aufbaut, beenden wir unseren heutigen Fahrtag und entgehen so diesem gewaltigen Unwetter.

Über Kökschetau nähern wir uns dem Burabay Nationalpark, einer dicht bewaldeten, bergigen Insel inmitten der kasachischen Unendlichkeit. Unzählige Seen breiten sich fotogen zwischen den zerklüfteten Sandsteinfelsen aus, dicht stehen die Nadelbäume im satten Grün. Am kleinen Tekeköl See finden wir unseren Traumplatz. Klares Wasser zum Baden vor der Tür, die Kulisse der bewaldeten Berge dahinter - ein Tag zum Wohlfühlen.

Um halb sechs springen wir bereits in den erfrischenden See, kurz darauf starten wir zu unseren Panorama-Wanderungen über dem Burabay See. Da wir so früh auf den Beinen sind, genießen wir alle drei Aussichtsgipfelchen völlig alleine. Jeder bietet ein anderes Panorama auf diese herrliche Gegend, die so anders ist als das übrige Kasachstan. Anschließend lassen wir uns am ruhigen und badefreundlichen Qotirköl See nieder.

Qostanei – Sanköl – Kökschetau – Burabay NP  -  595 km  -  55 Tage  -  7710 km

16. – 17. Juni 2026 - Astana

Astana Stadtbummel

Den Vormittag verbringen wir noch am See, bevor wir uns auf die Autobahn nach Astana begeben. Nach einer entspannten Fahrt und einer erfolgreichen Mautkosten-Diskussion am Mautterminal saugt uns die kasachische Metropole auf. Wir entscheiden uns für einen Übernachtungsplatz am Ischim, ein Parkplatz an einem üppig grünen Park. Bei einem ersten Rundgang präsentiert sich Astana als lebensfrohe und bunte Stadt, die Menschen genießen den Sommer, ist es doch eigentlich die zweitkälteste Hauptstadt der Welt!

Heute ist Sightseeing angesagt. Wir wandeln zwischen den futuristischen Gebäuden in der City, großzügig angelegt in nur dreizehn Jahren Bauzeit! Auch unser nächtlicher Spaziergang ist interessant, denn mittels bunter Illumination erstrahlt die gesamte Fußgängerzone und ihre Springbrunnen in ständig wechselnden Farben.

Burabay NP – Astana  -  280 km  -  57 Tage  -  7990 km

18. – 19. Juni 2026 - Weiter nach Pavlodar

Eine Familie heißt uns mit Geschenken Willkommen

Weitgehend ereignislos verläuft die Fahrt über die Autobahn in Richtung Pavlodar. Lediglich der wirklich schöne Übernachtungsplatz am Stausee von Shiderti bleibt in Erinnerung, und das herrlich klare Wasser lädt zum Baden ein. 

Auch der morgendliche Lauf entlang dem Ufer, vorbei an einigen Pferdeherden, ist schön und abwechslungsreich. Danach gilt es, wieder eher langweilige Strecke zu machen, bis wir kurz vor Pavlodar den breiten Irtysch queren. Wir finden einen günstig gelegenen Parkplatz nahe dem Stadtzentrum mit der breiten Promenade, von dem aus wir uns dem abendlichen Treiben anschließen, und auf dem wir letztlich auch die Nacht verbringen.

Astana – Shiderti – Pavlodar  -  475 km  -  59 Tage  -  8465 km

20. – 22. Juni 2026 - Wir nähern uns dem kasachischen Altai

Ruhiger Übernachtungsplatz am Irtysch

Unser Morning-Walk ergänzt den heute stattfindenden Stadtlauf, zwischen hunderten ambitionierten Sportlern fallen wir nicht weiter auf. Nach einem ausgiebigen Marktbesuch ist es dann bereits früher Nachmittag, als wir uns auf den weiteren Weg machen. Aber lange fahren wir nicht mehr, denn als wir einen netten Platz am Ufer des uns begleitenden Irtysch anfahren, ist Schluss für heute.

Sehr früh, wegen der etwas eigentümlichen Zeitzoneneinteilung ist es bereits um halb vier Uhr morgens taghell, starten wir wieder, das Frühstück holen wir später unterwegs nach. Gegen Mittag treffen wir in Semey ein, wo wir auf der südlich der Stadt sich ausbreitenden Flusslandschaft, die hier eine attraktive Insel geschaffen hat, einen herrlichen Platz entdecken, um den Tag zu verbringen.

Auf der heutigen Strecke nach Öskemen quält uns teilweise eine ziemlich ramponierte und wellige Straße, doch auch diese Etappe hat irgendwann ein Ende und wir erreichen schließlich den Hauptort im kasachischen Altai. Bei einem kurzen Besuch in einer Werkstatt wird uns geraten, bei Manni das Spiel der Lenkung zu beheben. Also machen wir für den nächsten Morgen einen Termin, bevor wir uns an einen ruhigen Platz am Ufer des Irtysch zurückziehen.

Pavlodar – Semey – Öskemen  -  605 km  -  62 Tage  -  9070 km

23. – 25. Juni 2026 - Werkstatt-Chaos in Öskemen

Werkstattbesuch in Özkemen

Pünktlich stehen wir vor der Werkstatt, um die festgestellten Mängel zu beheben. Doch der Werkstattmeister ist anderer Meinung als seine Mitarbeiter gestern. Es wird diskutiert, herumgeschraubt, und irgendwie ein Plan gesucht. Als sie der Nabe mit Hammer und Meißel zu Leibe rücken, brechen wir ab.

Nach dem Zusammenbau stellen wir fest, dass Manni nun beim Bremsen nach rechts zieht. Also nochmal hin, Reifen und Bremstrommel runter. Angeblich bewegt sich das Spreizelement, das die Bremsbeläge bewegt, nicht mehr. Hat aber vor dem Eingriff gestern noch funktioniert. Rätselraten und Schulterzucken. Wir geben auf und rollen vom Hof.

Wir verlassen Öskemen in Richtung Norden, der russischen Grenze entgegen. Kurz vor Schemonaicha stellen wir uns an den Übi River, übernachten ein letztes Mal in Kasachstan.

Öskemen – Schemonaicha  -  190 km  -  65 Tage  -  9260 km

26. – 28. Juni 2026 - Unterwegs in der russischen Altai-Region

Typisches Holzhaus im Russischen Altai

Die Ausreise aus Kasachstan ist rasch erledigt. Also ab zu den Russen, dort erst mal fast zwei Stunden warten, bis wir endlich im Zollhof stehen, da doch eine ganze Menge vor uns standen. Eigentlich ist die Einreise nach Russland auch diesmal ganz entspannt: Passkontrolle und Fahrzeug-Check ist Minutensache und sehr oberflächig. Doch dann heißt es, Geduld zu zeigen, denn der Sicherheitsoffizier, der für die sinnfreien Interviews verantwortlich ist, verschwindet mal eben zu einer mehrstündigen Mittagspause. Also wird es dann doch eine letztlich neunstündige Aktion, bis wir endlich durch sind.

Nach einer ruhigen Nacht am Aley River besorgen wir uns die obligatorische Haftpflichtversicherung und eine SIM-Karte und können so endlich durchstarten. Die grottenschlechte Straße rund um Smeinogorsk ist irgendwann geschafft, und wir kommen nun zügig voran. In Kurya biegen wir nach Osten ab und entdecken schließlich am Charysh River einen herrlichen Paltz direkt am Ufer, wo wir den Sonntagnachmittag mit Baden und Wäsche waschen verbringen.

Wir verlassen die Hauptstraße, doch die Piste ist in einem guten Zustand. Immer wieder passieren wir Dörfer, in denen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Die Landschaft wird hügelig, sattes Grün und blauer Himmel machen das Fahren zu einem Vergnügen. So erreichen wir schließlich Tscharyschskoje. Wir finden einen Durchschlupf über den Damm hinunter zum Fluss und genießen dort den Nachmittag.

Übi – Grenze KZ/RUS – Smeinogorsk – Charysh – Tscharyschskoje  -  335 km  -  68 Tage  -  9595 km

29. Juni – 01. Juli 2026 - Von der Region Altai in die Republik Altai

Panorama Übernachtungsplatz

Auf einer abwechslungsreichen Pistenfahrt queren wir die hügelige Landschaft, in Soloneschnoje schwenken wir nach Südosten, machen an der prähistorisch bedeutsamen Höhle von Denissowa einen kurzen Stopp, und passieren kurz darauf auf der Passhöhe die Grenze zur Republik Altai. Im anschließenden weiten Hochtal bleiben wir dann einfach auf einer Wiese stehen, um bei den inzwischen eingesetzten, heftigen Regenfällen nicht fahren zu müssen.

Die von uns angedachte Pistenverbindung hinüber nach Gorno-Altaisk müssen wir leider streichen, der Regen hat sie unpassierbar gemacht. Also entscheiden wir, über die gute Piste nach Ust-Kan weiter in den Süden zu fahren, um von dort auf die Hauptachse zu stoßen, die uns weiter in Richtung Mongolei bringen wird. Ab Ust-Kan überrascht uns dann eine perfekte Asphaltstraße, und so kommen wir entspannt und zügig voran. Als wir bei dem Dorf Kara-Koby einen schönen Panoramaplatz entdecken, beenden wir unsere heutige Fahrt.

Das Wetter klart auf, und wir erreichen die Hauptachse, die durch die Republik Altai in die Mongolei führt. Über Ongudai und Kupchegen, über einen ersten kleineren Pass und durch wilder werdende Schluchten erreichen wir schließlich die Hochebene um Inya, wo wir unterhalb der riesigen Steilwände über dem Kalun einen ruhigen Platz ansteuern.

Tscharyschskoje – Ust-Kan – Ongudai – Inya  -  410 km  -  71 Tage  -  10005 km

02. Juli 2026 - Die Bergwelt wird spektakulärer …

Berge und Seen - das mögen wir!

… je weiter wir in den Osten vordringen. Vorbei an der ersten Doppelketten-Hängebrücke Russlands, erbaut bereits 1936, heute ein historisches Architekturdenkmal, erfreuen wir uns an der tollen Landschaft, die sich uns hier nun präsentiert. Wild sprudelnde Flüsse haben sich tief in die Schluchten gegraben, denen wir auf oft kühn angelegten Straßen folgen. In Aktasch biegen wir ab nach Norden in das Seitental hinauf zum Tekezker See. Bereits nach nur kurzer Fahrt öffnet sich die enge Schlucht und ein idyllischer Bergsee schmiegt sich zwischen grüne Wälder und Wiesen. Genau unser Platz zum Verweilen und Baden!

Inya – Aktasch – Cheybekkel See  -  105 km  -  72 Tage  -  10110 km

03. Juli 2026 - Fast 1.500 Höhenmeter …

Coole Passfahrt hinunter ins Chulyshman-Flusstal

… verlieren wir auf unserer Fahrt über Ulagan und Balyktuyul, wo sich die sehr gute Asphaltstraße in einer bockharten und löchrigen Wellblechpiste verliert. Auf dieser hoppeln wir nun gemächlich bis zur spektakulären Abbruchkante, von der aus es nun in steilen und engen Kehren hinunter geht zum Chulyshman, der hier einen gewaltigen Canyon geschaffen hat. Doch schon bald haben wir genug von der staubintensiven Fahrt und beziehen unser Lager an einem wirklich schönen Platz am Fluss.

Cheybekkel See – Ulagen – Balyktyul – Chulyshman River  -  100 km  -  73 Tage  -  10210 km

04. – 05. Juli 2026 - Das Wetter wird kippen …

Pistenfahrt um die Seenlandschaft

… also machen wir uns auf den Rückweg, solange die Sonne noch scheint. Die Auffahrt zurück auf das Plateau ist wirklich fordernd für Manni, da der holprige und teilweise lose Untergrund, gepaart mit der extremen Steigung, sogar den Einsatz der Hinterachssperre verlangt, damit die Traktion ausreicht. Aber natürlich macht es Spaß, eine solch tolle Strecke fahren zu können, denn die meisten Fahrzeuge ohne Allradtechnik müssen von einem Traktor hinaufgezogen werden, der hier ein lukratives Geschäft betreibt. Als wir am Nachmittag die Seenlandschaft kurz vor Aktasch erreichen, wollen wir diese auf der Suche nach dem ultimativen Standplatz erkunden. Doch dies erweist sich schwieriger als gedacht, denn die Pisten sind grottenschlecht und die Seen im Uferbereich meist sumpfig. Da tröstet auch das umliegend aufragende herrliche Bergpanorama wenig. Und da die Wolkendecke immer regnerischer aussieht, entscheiden wir, wieder zurück auf sicheres Terrain zu fahren und steuern unseren tollen Platz von vorgestern an.

Regentag, wie angekündigt. Marmelade kochen, lesen, ab und zu ein wenig spazieren gehen …

Chulyshman River – Balyktyul – Ulagen – Cheybekkel See  -  115 km  -  75 Tage  -  10325 km

06. Juli 2026 - Gletscher-Panorama

Traumplatz mit Gletscherblick

Die Sonne schafft es so langsam, die Regenwolken zu vertreiben, und so verlassen wir schließlich unseren schönen Platz am See und fahren hinunter nach Aktasch. Vor uns schälen sich die eisbedeckten Viertausender des zentralen Altai-Gebirges aus den Wolken und wir entscheiden nach wenigen Kilometern, einen tollen Panoramaplatz anzufahren und uns in deren Bann schlagen zu lassen.

Cheybekkel See – Aktasch – Chuya River  -  35 km  -  76 Tage  -  10360 km

07. Juli 2026 - Ein Ausflug zum Mars …

Wir sind auf dem Mars!

… steht heute an. Immer entlang dem grandiosen Panorama der vergletscherten Berge erreichen wir schließlich den kleinen Ort Chaganuzun, von wo aus eine ziemlich ruppige Piste einige Kilometer weit ins Hinterland hineinführt. Schon von weitem erkennen wir die rötlich-gelben Sandsteinformationen, von denen man sagt, so würde es wohl auf dem Mars aussehen. Wir mischen und unter die zahlreichen Besucher und schlendern zwischen den bunten Gesteinsschichten umher. Eine kleine Wanderung durch den anschließenden Canyon bringt uns zu einem weiteren bunt-erodierten Abbruch, und dort sind wir dann ganz alleine.

Chuya River – Chaganuzun – Mars 1  -  80 km  -  77 Tage  -  10440 km

08. Juli 2026 - Unser letzter Tag in Russland bricht an

Bergblick zu den Altai Gletschern

Bei einem morgendlichen Rundgang genießen wir noch einmal die bunten Berge, diesmal im Morgenlicht und ganz ohne andere Besucher. Anschließend rumpeln wir wieder hinaus zur Hauptstraße, pumpen die Reifen wieder auf Straßendruck auf und machen uns auf den Weg nach Kosch-Agatsch. Im letzten größeren Ort in Russland verprassen wir unsere letzten Rubel im Supermarkt und an der Tankstelle, bevor wir uns auf den Wer zum Grenzort Taschanta machen. Dor stellen wir uns bei immer wieder durchziehenden Gewitterfronten an den Ortsrand und verbringen unseren letzten Abend in Russland.

Mars 1 – Kosch-Agatsch – Taschanta  -  90 km  -  78 Tage  -  10530 km

09. Juli 2026 - Erste Schritte in der Mongolei!

Unser erster Platz in der Mongolei - sensationell schön!

Obwohl wir uns bereits um sieben Uhr morgens an der Grenze einreihen, warten bereits vierzig Autos vor uns! Doch es läuft überraschend gut, und um die Mittagszeit sind wir durch. Auch bei den Mongolen flutscht es, und so schaffen wir es tatsächlich, bereits am Nachmittag in die Mongolei eingereist zu sein. „Welcome to Mongolia!“ schallt es uns von überall entgegen, und wir fühlen uns sofort wohl hier. Als ersten Übernachtungsplatz wählen wir einen etwas versteckt zwischen Bergen liegenden See – und die Kulisse haut uns fast um, so schön ist es hier! Wir sind angekommen …

Taschanta – Grenze RUS/MGL – Tsagaannur – Dund Nuur  -  65 km  -  79 Tage  -  10595 km

10. – 11. Juli 2026 - Von Ölgii nach Tsengel

Besuch bei einer Adlerjäger-Familie

Leider können wir diesen Traumplatz nicht länger genießen, denn wir müssen noch vor dem Wochenende nach Ölgii, um Geld zu tauschen, SIM-Karte zu kaufen und vor allem das Permit für den Tawan Bogd Nationalpark zu besorgen. Am Nachmittag ist alles erledigt und wir hoppeln auf grausamer Wellblechpiste noch bis nach Sagsai, wo wir am Khovd River einen ruhigen Platz finden.

Unsere Piste führt uns weiter nach Westen. Wir queren eine weite Ebene, in der viele Jurten der Adlerjäger stehen. Wir besuchen eine Familie, fünf Kinder tummeln sich um die Jurten, und der Adler fristet ein etwas trauriges Dasein, angebunden an einem kurzen Strick. Nicht gerade unser Ding. Also weiter.  Immer höher schraubt sich der steinige Weg, bis auf 2.665 Metern Höhe der Scheitelpunkt erreicht ist. Eine tolle Rundumsicht auf die gletscherbedeckten Bergriesen an der Grenze zu China belohnt uns. Auf der anderen Seite rollen wir langsam hinunter in ein breites Hochtal, an dessen Ende die Siedlung Tsengel liegt. Ein Stückchen weiter entdecken wir dann oberhalb des Khovd River einen schönen Aussichtsplatz und springen auch sofort ins erfrischende Wasser.

Dund Nuur – Ölgii – Sagsai – Tsengel  -  165 km  -  81 Tage  -  10760 km

12. Juli 2026 - In den Tavan Bogd Nationalpark

Gewitterstimmung im Tavan Bogd Nationalpark

Der Nationalpark ganz im Westen der Mongolei ist unser erstes Ziel. Ab Tsengel schlängelt sich die ruppige Piste entlang dem Khovd, der durch ein enges Tal fließt. Nur langsam kommen wir voran, doch als sich das Tal schließlich weitet und die ersten schneebedeckten Berge am Horizont auftauchen, erahnen wir schon, was uns erwarten wird. Wir erklimmen eine niedrige Passhöhe, von der aus wir nun hinunterholpern zum Khurgan nuur, dessen stahlblaue Wasserfläche einen herrlichen Kontrast zu den vergletscherten Gipfeln der Khairkhan-Berge ergeben. Und dort finden wir auch rasch einen tollen Panoramaplatz.

Tsengel – Tavan Bogd Nationalpark  -  75 km  -  82 Tage  -  10835 km

13. Juli 2026 - Eine aussichtsreiche Wanderung …

Wanderung im Nationalpark

… im Tal des Baga Turgen Wasserfalls lässt uns die Landschaft perfekt genießen. Und das bei wolkenlosem Traumwetter. Je höher wir steigen, umso grandioser wird das Panorama. Immer wieder tauchen glasklare Seen zwischen den Hügeln auf, der Gletscherrest über uns blitzt in der Sonne, und der kleine Wasserfall im Tal rauscht bis zu uns herauf.  Es wird eine gemütliche Rundtour, die letztlich in einem erfrischenden Bad im klaren Flüsschen ihr Finale findet.

Tavan Bogd Nationalpark  -  15 km  -  83 Tage  -  10850 km

14. Juli 2026 - Ein relaxter Tag am Khoton nuur

Seeplatz mit Gletscherblick

Auch heute lacht die Sonne wieder vom wolkenlosen Himmel, und nach einem gemütlichen Tagesbeginn am Fuß der Berge wechseln wir unseren Platz und fahren hinüber zum Khoton nuur. Dieser See schmiegt sich zwischen attraktive Berge und bietet herrliche Badestrände. Also perfekt, um den Tag so richtig entspannt zu verbringen, trotz etwas Wäsche waschen und Brot backen. Zu tun ist eben immer etwas. Als am Nachmittag der Himmel eintrübt und starker Wind aufkommt, entscheiden wir uns, noch ein Stück zurück in Richtung Tsengel zu fahren, damit wir morgen keinen allzu langen Pistentag vor uns haben.

Tavan Bogd Nationalpark  -  30 km  -  84 Tage  -  10880 km

15. – 16. Juli 2026 - Die meist grottenschlechte Piste …

Flussplatz in Ulaankhus

… malträtiert uns genauso wie vor ein paar Tagen. Doch langsam nähern wir uns wieder Tsengel, und da es erst gegen Mittag ist, entscheiden wir, auch gleich noch bis nach Ulaankhus zu hoppeln. Eine gute Entscheidung, denn kurz vor dem Ort entdecken wir einen tollen Platz direkt am Nebenarm des Khovd River.

Es ist so schön hier, dass wir noch einen Tag bleiben. Von den Schafen und Ziegen auf englisches Gardemaß kurz gefressene Rasenfläche, ein wohl temperierter Bach und ein herrliches Bergpanorama um uns herum. Und wir nutzen die Gelegenheit, Mannis Reifen mal wieder zu drehen, damit sie sich gleichmäßig abfahren. Nur chillen wäre ja auch zu langweilig …

Tavan Bogd Nationalpark – Tsengel  - Ulaankhus  -  95 km  -  86 Tage  -  10975 km

17. – 18. Juli 2026 - Zurück nach Ölgii …

Ein echtes asiatisches Zwei-Höcker-Kamel

… fahren wir auf abwechslungsreichen Pisten, die in den Tälern mäandern und auf den Satteln zusammenkommen. In stetigem Auf und Ab nähern wir uns so Ölgii, wo uns am Stadtrand ein gewaltiger Staubsturm überfällt. Doch er ist nur von kurzer Dauer, und wir füllen ein weiteres Mal unsere Vorräte und eine leere Gasflasche auf, bevor wir uns einen Übernachtungsplatz am Stadtrand suchen.

Wir entdecken ein Wasserhaus, das sind kleine Gebäude mit einem öffentlichen Wasseranschluss, an dem sich die Menschen gegen eine geringe Gebühr ihre Kanister füllen. Auch für uns natürlich eine willkommene Gelegenheit, unseren Wassertank wieder zu füllen. Anschließend fahren wir auf sehr guter Asphaltstraße zum nicht allzu weit entfernten Toldo nuur, der sich zwischen die Berge zwängt und mit seinem klaren Wasser zum Baden einlädt.

Ulaankhus – Ölgii – Toldo nuur  -  115 km  -  88 Tage  -  11090 km

19. Juli 2026 - Ein großer Sprung …

Wir gleiten auf Asphalt an vergetscherten Viertausendern vorüber

…nach Osten steht heute an. Wir nutzen die hervorragende Asphaltstraße, um ein wenig Strecke zu machen, denn die Mongolei ist viermal so groß wie Deutschland. Über zwei 2.600 Meter hohe Pässe, vorbei an vergletscherten Viertausendern, begeistert uns die Landschaft um uns herum. Eintausend Meter weiter unten empfängt uns das sattgrüne Tal von Khovd mit Hunderten weißer Jurten, die sich um die Stadt verteilen. Nach einem kurzen Zwischenstopp passieren wir den zu uns herauf glitzernden Khar-Us-nuur und biegen kurz vor Mankhan ab in Richtung Dörgön nuur. Als wir den See bereits vor uns erkennen, suchen wir uns einen Aussichtsplatz auf einem niedrigen Hügel und genießen das abendliche Rundumpanorama.

Toldo nuur – Khovd – Chandmani  -  335 km  -  89 Tage  -  11425 km

20. – 21. Juli 2026 - Am Dörgön nuur

In den Dünen am Dörgön nuur

Schon von Weitem glitzert die blaue Fläche des Sees zu uns herüber. Doch es zieht sich, bis wir das Ufer auch tatsächlich erreichen, denn die holprige Piste zwingt zum langsamen Fahren. Aber kaum sind wir dort, springen wir auch schon hinein. Am nordöstlichen Ende, die Sanddünen Mongol els bereits greifbar nahe, stellen wir uns schließlich direkt an den Strand.

Erst gegen Mittag verziehen sich die dichten Wolken und die Sonne setzt die Dünenlandschaft endlich ins rechte Licht. Der Uferbereich vor den Dünen ist hart und gut zu befahren, und so suchen wir uns eine Passage, die es uns ermöglicht, ein wenig in diese sandige Welt hinein zu gelangen. Wir finden eine gute Möglichkeit und erklimmen ein Dünenplateau mit einer fantastischen Rundumsicht, wo wir den Tag verbringen.

Chandmani – Dörgön nuur – Mongol els Dünen  -  80 km  -  91 Tage  -  11505 km

22. Juli 2026 - Immer entlang der Mongol els Dünen

Idylle zwischen Dünen und See

Unser Plan ist es, entlang der 300 Kilometer langen Dünenkette nach Osten zu fahren. Die ersten Kilometer sind allerdings dermaßen mit ausgeprägtem Wellblech ohne Ausweichmöglichkeit gespickt, so dass wir schon fast kapitulieren vor der Aussicht, uns tagelang quälen zu müssen. Doch als wir über die Steppe ausweichen können, wird es entspannter, und auch die Pistenabschnitte werden besser. Plötzlich stehen wir an einer Abrisskante aus rotem Gestein, und finden wenig später eine Piste, die es uns ermöglicht, zu einem kleinen, idyllisch an den Dünen liegenden See zu fahren.

Entlang der Mongol els Dünen  -  90 km  -  92 Tage  -  11595 km

23. – 24. Juli 2026 - Eine wunderschöne Landschaft …

Blick vom Berg auf den Doroo nuur und die Mongol els Dünen

… entschädigt uns für die manchmal etwas mühsame Fahrt. Rasch sind wir im einsam gelegenen Ort Khökhmorit, unser Vorhaben, unsere Vorräte dort etwas aufzustocken, scheitert am äußerst dürftigen Angebot. Also weiter auf der nun sandigen Fahrspur, die sich durch grüne Hügel und niedrige Dünen schlängelt. Immer wieder stoßen wir auf Brunnen, die mittels Pumpe das wertvolle Nass für die vielen Kamele, Pferde, Kühe, Schafe und Ziegen fördern. Der Abstecher zum salzhaltigen Sangiyn dalay nuur ist eher etwas enttäuschend, das kann jedoch auch am diesigen Wetter liegen. So fahren wir noch ein Stück weiter, bis wir eine herrliche Hügellandschaft erreichen.

Die weitere Strecke wird immer schöner, das Grün der weiten Flächen harmoniert herrlich mit dem Goldgelb der mächtigen Dünenkette. Als wir einen niedrigen Pass erreichen, liegt der salzhaltige Doroo nuur unter uns, ein perfekter Platz für den Abend!

Khökhmerit – Sangiyn dalay nuur – Doroo nuur  -  125 km  -  94 Tage  -  11720 km

25. Juli 2026 - Umgeben von hohen Dünen …

Dünenlandschaft am Ereen nuur

… versteckt sich der abflusslose Ereen nuur in einem Seitental. Eine sandige Fahrspur leitet uns zunächst auf die Außenseite der Dünen, und wir fahren langsam über grüne Wiesen, entlang weiterer kleiner Seen und einigen Jurten, bis wir in das Dünental, in dem sich der Ereen nuur befindet, einbiegen. Die Spur wird weicher, ein Wasserarm muss gequert werden, und plötzlich taucht der See vor uns auf. Was für ein Bild! Wir stellen uns direkt ans Ufer und tauchen ein in eine fast unwirklich schöne Welt. Natürlich erklimmen wir eine der hohen Dünen, auch wenn uns das Wetter heute etwas im Stich lässt, denn es regnet sogar immer wieder ein wenig und der Himmel ist grau verhangen. Aber morgen soll uns die Sonne wieder verwöhnen!

Doroo nuur – Ereen nuur  -  20 km  -  95 Tage  -  11740 km

26. Juli 2026 - Bereits kurz nach dem Sonnenaufgang …

Kleiner Bergausflug

… steigen wir noch einmal hoch auf die Aussichtsdüne. Und heute ist das Bild perfekt! Lange verweilen wir in diesem Sandmeer und genießen das Zusammenspiel von Wasser und Dünen. Als wir uns endlich losreißen, ist es schon fast wieder Mittagszeit. Unsere weitere Fahrt ist herrlich abwechslungsreich, die Piste verlangt zwar langsames und vorsichtiges Fahren, doch der stete Wechsel zwischen goldgelben Dünen, grünen Wiesen, dichtem Buschwerk und zu querenden Wasserläufen ist spannend. Als wir die sandige Ebene nach der letzten Furt erreichen, schwenken wir nach Norden, den bizarren Bergen zu. Und auch diese Fahrt über schmale Pisten unterschiedlichster Qualität ist traumhaft schön. Auf einer aussichtsreichen Passhöhe stellen wir uns noch eine Etage höher auf einen Panoramaberg mit 360 Grad Rundumsicht, erwandern noch rasch den Gipfel hinter uns und überblicken im Abendlicht die spektakulär schöne Landschaft.

Ereen nuur – Zavkhan Gol – Passhöhe Aussichtsberg  -  80 km  -  96 Tage  -  11820 km

27. Juli 2026 - Von Pass zu Pass …

Blick vom Pass

… suchen wir uns die am besten zu befahrenen Pisten aus. Gut sind sie dann, wenn sie so wenig Wellblechstruktur wie möglich aufweisen. Und es gelingt tatsächlich, immer wieder angenehm befahrbare Spuren zu finden. Die Landschaft bleibt einmalig schön, hinter jeder Anhöhe öffnet sich ein neuerlicher Augenschmaus der Natur. Und als wir die Passhöhe vor dem nächsten Sandmeer erklimmen, eröffnet sich uns ein ganz besonderes Panorama: Grüne Wiesen, goldgelbe Dünen und Berge in allen Schattierungen! Doch die Vorstellung ist schon bald vorbei, als dunkle Wolken die Sonne verstecken und heftige Gewitter auf uns niederprasseln.

Passhöhe Aussichtsberg – Passhöhe 2.290 m.   55 km  -  97 Tage  -  11875 km

28. Juli 2026 - Was für ein Tag!

Die Mukhartiin Gol Düne

Die Sonne weckt uns schon früh, kein Wölkchen trübt den Himmel. Und wir starten heute sehr früh in diesen spannenden Tag. Gemächlich hoppeln wir der sich vor uns ausbreitenden Dünenkette entgegen. Hier wartet eine ganz besondere Laune der Natur auf uns: Unter einer gewaltigen Düne taucht der Mukhartiin Gol wieder auf, nachdem er sich vierzehn Kilometer weit unterhalb des Sandes versteckt hatte. Sein Flussbett schlängelt sich ab hier als grünes Band durch die hohen Dünen, wir besteigen den bestimmt 150 Meter hohen Dünenrand und umrunden das gesamte Tal. Am Nachmittag setzen wir unseren Weg fort. Wir überwinden ein hügeliges Weichsandfeld und machen uns daran, auf einer immer steiler und ruppiger werdenden Piste die sich vor uns aufbauenden Berge zu bezwingen. Manni schnurrt brav im ersten Gang mit Untersetzung dahin, und so langsam kommen wir immer höher, bis wir auf 2.730 Metern den höchsten Punkt erreichen. Dort wartet eine sehr fotogene Felsenrippe auf uns, deren Herzstück ein überraschend großer Steinbogen ist. Aber auch die umliegenden, stark verwitterten und damit skurril erscheinenden, und in der Landschaft verteilten Felsen ergeben ein faszinierendes Gesamtbild. Was für ein toller Ort!

Passhöhe 2.290 m. – Mukhartiin Gol Düne  -  Senjit Khad  -  45 km  -  98 Tage  -  11920 km

29. Juli 2026 - Spannende Abfahrt hinunter zum Khar nuur

Felsenlandschaft auf dem Weg zum Khar nuur

Auf der extrem buckligen Piste hoppeln wir im Schritttempo langsam abwärts. Vorbei an weiteren attraktiven Felsformationen, vor uns ein traumhaft schönes Tal, flankiert von Dünen und Bergen, im grünen Talgrund ein Bächlein, an dem einige weiße Jurten stehen. Wir können und kaum satt sehen, obwohl uns die Piste ganz schön fordert. Um der unangenehmen Schräglage zu entkommen, entscheiden wir uns, einfach in der Direttissima über die Wiesenflanke im ersten Gang der Untersetzung hinunter zu rollen. Am Talschluss müssen wir wieder steil hinauf auf einen Kamm, von dem aus sich ein Panorama der Extraklasse eröffnet: Der Khar nuur glitzert in der Sonne, umgeben von herrlichen Sanddünen, grünen Wiesen und schroffen Bergen. Eine sensationelle Kulisse! Ganz vorsichtig schiebt sich Manni den steilen Hang hinunter, eine nicht ungefährliche Schrägpassage umgehen wir gekonnt und erreichen bald darauf das Seeufer. Keine Sekunde zu spät, denn kaum sind wir da, tobt sich ein heftiges Gewitter über uns aus. Erst gegen Abend ist der Spuk vorbei und wir richten uns am Ufer ein.

Senjit Khad – Khar nuur  -  20 km  -  99 Tage  -  11940 km

30. – 31. Juli 2026 - Kleine Auszeit am Khar nuur

Landschaftsbild in Pastell-Tönen

Nach den spannenden und anstrengenden Pistenfahrten gönnen wir uns zwei Tage Pause. Natürlich mit so kleinen Nebensächlichkeiten wie Wäsche waschen oder Brot backen. Und natürlich mit Baden und Chillen. Der erste Tag verwöhnt uns mit perfektem Wetter, der nächste Tag ist leider total verregnet, mit viel Wind und unangenehm kalten Temperaturen. Aber gut, kann ja auch mal sein …

Khar nuur  -  0 km  -  101 Tage  -  11940 km

01. August 2026 - Eine Traumstrecke …

Völlig anderes Landschaftsbild in Richtung Numrug

… wartet heute auf uns. Dichte Wolken und immer wieder mal ein Regenschauer begleiten uns ostwärts durch ein weites, grünes Tal. Doch als wir die Einfahrt zu einem breiten Dünental erreichen, klart es auf und die Sonne sorgt für die richtige Stimmung. Eine wunderschöne Landschaft öffnet sich uns, und die sandige Fahrspur, die uns mitten hindurchführt, ist herrlich abwechslungsreich. Beschwingt von der Einzigartigkeit des Dargebotenen cruisen wir durch den Sand, bis wir einen tollen Panoramaplatz entdecken, perfekt für den Nachmittag.

Khar nuun – Dünental Panoramaplatz  -  65 km  -  102 Tage  -  12005 km

02. August 2026 - Nach zwei Wochen Offroad vom Feinsten …

Yak

… und einem entsprechend leeren Kühlschrank erreichen wir nach einer entspannten Fahrt über grüne Wiesen und vorbei an drei glitzernden Seen schließlich das Dorf Numrug an der asphaltierten Hauptstraße. Wir plündern die dortigen Krämerläden, um uns wieder mit dem Nötigsten einzudecken. Denn ab morgen heißt es dann wieder: Offroad durch die mongolische Einsamkeit!

Dünental Panoramaplatz – Numrug  -  70 km  -  103 Tage  -  12075 km

03. August 2026 - Von einem traumhaft gelegenen See zu nächsten

Blick auf den Kholboo nuur

Nachdem wir noch unsere Wassertanks randvoll füllen konnten, verlassen wir Numrug auf der sehr gut zu fahrenden Piste zum Kholboo nuur. So erreichen wir denn auch überraschend zügig den Zwillingssee, der an einer Engstelle geteilt ist. Wir umrunden ihn auf seiner Ostseite und entdecken am weiter nördlich gelegenen kleinen Khunt nuur einen tollen Platz auf einem Hügel zwischen lose hingewürfelten Felsbrocken.

Numrug – Kholboo nuur – Khunt nuur  -  40 km  -  104 Tage  -  12115 km

04. August 2026 - Über bucklige Wiesenpisten …

Übernachtungsplatz zwischen Felsen

… hoppeln wir dem Bust nuur entgegen. Je weiter wir nach Norden kommen, umso dichter stehen die Lärchen an den nördlichen Hängen der Hügel. Das Landschaftsbild hat sich so langsam verändert. Und als der Bust nuur vor uns auftaucht, fühlen wir uns fast in eine Voralpenregion versetzt. An seinem östlichen Ufer stellen wir uns auf eine zerklüftete Hügelkette und genießen das fast schon paradiesisch schöne Ambiente.

Khunt nuur – Bust nuur  -  45 km  -  105 Tage  -  12160 km

05. – 06. August 2026 - Zurück in die Zivilisation

Wir lassen den Tag am Fluss ausklingen

Nach rund 800 spannenden Pistenkilometern, traumhaft schönen Übernachtungsplätzen und fantastischen Eindrücken von einer grandiosen Landschaft erreichen wir schließlich Tosontsengel, wo uns das Urbane mit Supermärten, Tankstellen und vielen Menschen aufsaugt. Doch ohne solche Versorgungsstädte wären auch die tollsten Offroad-Abenteuer nun mal nicht möglich. Müde, aber rundum zufrieden stellen wir uns am Stadtrand an den Ider und nutzen das kühle Nass, um wieder einen klaren Kopf zu bekommen.

Nachdem alle Besorgungen erledigt sind, ein Berg Wäsche wieder sauber im Schrank liegt, der Luftfilter bei Manni von Staub und Insekten gereinigt ist, fahren wir noch ein Stückchen entlang dem Ider, bis wir einen wunderschönen Platz am Fluss entdecken. Und hier ist nun erst mal Erholen angesagt …

Bust nuur – Tosontsengel – Ikh-Uul – am Ider  -  170 km  -  107 Tage  -  12330 km


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