Tagebuch unserer Lebensreise - 2021

Endlich 2021! Endlich wieder Hoffnung auf ein normaleres „Reiseleben“! Auch wenn sich vieles verändern wird…

Unsere ursprünglichen Pläne für dieses Jahr wurden erst mal über den Haufen geworfen, doch wir werden sehen, was wir davon letztlich realisieren können. Reisen werden wir auf jeden Fall!

Einstweilen bleiben wir weiterhin in Griechenland, hier ist es angenehm unkompliziert, selbst zu Lockdown-Zeiten können wir uns eigentlich frei bewegen. Angedacht ist ein Deutschlandbesuch im Februar, doch das hängt natürlich davon ab, wie sich dort die Situation entwickelt. Den März werden wir bei Freunden in der Nähe von Thessaloniki nutzen, um Manni auf Vordermann zu bringen, damit er uns auch weiterhin problemlos durch die hoffentlich wieder offenere Welt begleiten kann.

Am letztjährigen Plan, ab dem Frühsommer neu gewonnenen Freunden „unseren“ Iran zu zeigen, halten wir weiterhin optimistisch fest. Wir wollen gemeinsam mit ihnen vier Monate durch die Türkei, den Iran, Armenien und Georgien reisen. Mal sehen…

Und wenn sich dies nicht umsetzen lässt, werden wir trotzdem interessante Touren angehen, wohin auch immer…

Wir freuen uns, wenn Ihr auch weiterhin bei uns dabei seid! Viel Spaß beim „Mitreisen“…

 

01.– 06. Januar 2021 - Den Jahreswechsel…

Manni unter dem Regenbogen der Hoffnung

…haben wir mal wieder ganz unspektakulär verschlafen, sicher das Beste, was man mit dem abgelaufenen Seuchenjahr tun konnte. Nun sehen wir dem 2021er Jahr optimistisch entgegen und freuen uns auf offene Grenzen und freies Reisen!

Nach drei weiteren Elia-Beach-Tagen verabschieden wir uns von der Traveller-Community und starten auch fahrtechnisch ins neue Jahr…

Nach dem notwendig gewordenen Großeinkauf in Kyparissia fahren wir über schmale Bergsträßchen und durch enge Dörfer in Richtung Kalamata. In Raftopouro entdecken wir einen netten Picknickplatz mit sprudelndem Quellwasser und einem großen Stromverteilerkasten samt Steckdosen. Für unsere seit Tagen am Limit operierenden Aufbaubatterien Erholung pur! Und für uns der perfekte Platz, um weiter am Layout unseres Afrikabuches zu arbeiten.

Elia Beach – Kyparissia – Raftopoulo  -  45 km  -  2273 Tage  -  157550 km

07. – 13. Januar 2021 - In der weiten Bucht von Kalamata

unser Platz im Eukalyptuswald

Auf unserem Weg Richtung Kalamata machen wir einen Stopp bei den Wasserfällen von Polilimnio. Diese entpuppen sich eher als unspektakuläre Stromschnellen im dichten Unterholz, auch die Wanderwege entlang des Flusses sind nach den Regenfällen der letzten Tage im Morast versunken. Also fahren wir am nächsten Tag weiter.

In der weiten Bucht von Kalamata bieten sich diverse Stellen zum Verweilen an. Wir entscheiden uns für die Promenade am Strand unterhalb von Messini. Dort finden wir im lichten Eukalyptuswald Schutz vor dem meerseitigen und deshalb gischthaltigen Wind, auch ist hier das laute Rollen der Brandung nur noch ein dumpfes Grummeln und somit beim Schlafen nicht störend. Strandduschen und ein Stromverteilerkasten samt Steckdose am nahen Sportplatz lassen uns von der Sonne unabhängig Energie zapfen, die Computer können also wieder Vollgas geben…

Die Temperaturen klettern zeitweise über zwanzig Grad, Baden vor der schneebedeckten Kulisse des Taygetos-Gebirges ist möglich! Und die täglich patrouillierende Polizei ist überaus freundlich zu den hier verteilt stehenden Campern…

Raftopulo -  Polilimno Wasserfälle – Messini – Ag. Konstantinos  -  85 km  -  2280 Tage  -  157635 km

14. – 18. Januar 2021 - Canyonlandschaft um Kardamyli

Eingang zur Altstadt Kardamyli

Es wird Zeit, mal wieder den Standplatz zu wechseln. Und so erledigen wir noch rasch unsere Einkäufe in Kalamata, bevor wir uns auf der kurvigen Küstenstraße gen Süden aufmachen. Diese Ecke unterhalb des Taygetos-Gebirges ist wunderschön, da hier viele Flüsse tiefe Canyons in die Berghänge gegraben haben. In ständigem Auf und Ab nähern wir uns schließlich der Bucht von Kardamyli. Schon der Blick von oben ist vielversprechend.

Und so ist es dann auch. Am Paralia Ritsa finden wir einen ruhigen Platz zwischen einigen Bäumen, die Nachbarn grüßen freundlich, alles bestens. Zwei kleine Wanderungen lassen uns die Umgebung genießen, vor allem das alte Dorf Kardamyli ist sehr gekonnt restauriert und auch die alten gepflasterten Wege zwischen den auf aussichtsreichen Kanzeln gebauten Dörfern und Kirchen begeistern. Und über allem thront der nun frisch beschneite Profitis Ilias …

Ag. Konstantinos – Messini – Kalamata – Kardamyli  -  50 km  -  2285 Tage  -  157685 km

19. – 20. Januar 2021 - Eis und Schnee – nix geht mehr …

Ausgebremst!

Nachdem sich in den letzten Tagen immer mehr Camper um uns geschart haben, entscheiden wir uns, ein Stückchen weiter zu fahren, bevor es den bislang toleranten Anwohnern doch zu viel wird. Auf der kurven- und aussichtsreichen Küstenstraße legen wir einen kurzen Besichtigungsstopp bei der Höhle von Vatsinidi ein, besuchen ein Büchertausch-Café in Stoupa, um unserer Bordbibliothek mal wieder frischen Stoff zu geben und entdecken schließlich hoch über der Katafigi-Höhle einen tollen Panoramaplatz, wo wir den Nachmittag bei herrlichstem Sonnenwetter genießen.

Für unsere Fahrt hinüber nach Githion wählen wir eine Strecke, die letztlich das Bergdorf Milia mit dem Kloster Panagia Giatrisa verbindet. Es ist eine schmale und ruppige Piste, die sich oftmals steil die Berghänge hinaufwindet. Irgendwann erreichen wir die ersten Schneereste, die Piste ist zwar etwas nass, aber gut zu fahren. Doch plötzlich, schon fast oben angekommen, stehen wir vor einer engen Kehre, die von der Sonne jetzt im Winter nicht erreicht wird. Und dort hält sich seit Tagen eine geschlossene Schneedecke und, weit schlimmer, darunter blankes Eis! Schnell ist uns klar, hier gibt es kein Weiterkommen für Manni. Es ist schlicht zu steil, die Gefahr, seitlich abzurutschen, ist sehr groß. Also tasten wir uns rückwärts wieder runter, bis wir eine Wendemöglichkeit erreichen und holpern die fünf Kilometer wieder hinunter nach Milia.

Nun müssen wir also doch die Hauptstrecke vorbei an Areopolis nach Githion nehmen. Dort angekommen, stellen wir uns auf die mit einem schmalen Damm mit dem Festland verbundene Halbinsel Cranae und erfreuen uns am tollen Panorama.

Kardamyli – Stoupa – Neo Itylo – Mavrovuni – Githion  -  100 km  -  2287 Tage  -  157785 km

21. – 23. Januar 2021 - Rund um Githion

Blick auf Gythion

So schön der Platz auch ist, als uns Marlene und Daniel eine Nachricht schicken, dass sie uns am Schiffwrackstrand erwarten, entschließen wir uns, auch dorthin umzusiedeln. Ein schon arg verrosteter, gestrandeter Frachter, der hier seit vierzig Jahren der vollständigen Vernichtung durch Salz und Wasser trotzt, gab dem Strand seinen Namen. Gemeinsam mit mehreren anderen Überwinterern parken wir Manni hinter der schützenden Düne.

Nach zwei Tagen und einem Einkaufsabstecher ins nahe gelegene Skala ziehen wir ein paar Buchten weiter. Ein winziger Hafen mit einigen Fischerbooten, einer Kapelle und einer natürlich jetzt geschlossenen Taverne bieten nette Stellmöglichkeiten zwischen Buschwerk und Sperrmüll. Und die Aussicht ist prima!

Githion – Paralia Valtaki – Skala – Trinesa  -  35 km  -  2290 Tage  -  157820 km

24. Januar 2021 - Über die Berge auf die Ostseite …

Kloster Eloni, in die Felswand gebaut

… des Peloponnes, das ist nun unser nächstes Ziel. Über Skala fahren wir zunächst hinauf nach Geraki mit seiner historischen Burg auf dem Berg hoch über dem Ort. Natürlich ist diese wegen dem herrschenden Lockdown geschlossen. Also weiter. Das malerische Bergdorf Kosmas markiert den Scheitelpunkt der Fahrt über die Berge Lakoniens und die stellenweise steile Abfahrt hinunter in die Schluchten von Leonidio, vorbei am bedauerlicherweise ebenfalls geschlossenen Kloster Eloni, das wagemutig in die senkrechte Felswand gebaut wurde, ist berauschend schön.

Trinesa – Skala – Geraki – Kosmas – Leonidio  -  90 km  -  2291 Tage  -  157910 km

25. Januar – 05. Februar 2021 - Kletterparadies Leonidio

Tal von Leonidio mit seinen herrlichen Felswänden

Eingebettet zwischen mehrere hundert Meter hohe Felswände hat sich Leonidio in den letzten zwei Jahrzehnten zum führenden griechischen Klettereldorado entwickelt. Der ganze Ort profitiert von den ambitionierten Kletterern aus ganz Europa und die Menschen hier freuen sich über jeden, der den Weg hierher gefunden hat. Über 1.200 Kletterrouten verschiedenster Schwierigkeitsgrade warten darauf, bezwungen zu werden.

Wir verbringen fast zwei Wochen in dieser entspannten Atmosphäre. Dabei treffen wir so manchen Gleichgesinnten wieder, der wie wir dem mitteleuropäischen Winter entflohen ist. Das Wetter ist meist frühlingshaft warm, die Natur explodiert förmlich und die Farbenpracht und Düfte unzähliger Blüten lassen uns die Winterzeit rasch vergessen.

Leonidio  -  40 km  -  2303 Tage  -  157950 km

06. – 08. Februar 2021 - Ein Kurzbesuch in Nafplio und Tolo

Herrlichere Sonnenaufgang im Naturpark Moustrou

So langsam brauchen die Augen Abwechslung. Also verlassen wir das Tal um Leonidio und schrauben uns über unzählige Serpentinen hoch auf das weitläufige Plateau über den Schluchten. Unser Plan, durch das Hinterland nach Norden vorzudringen scheitert irgendwo zwischen Schafställen und Misthaufen, als sich die schmale Betonpiste in einer steilen Fahrspur verliert. Also wählen wir die zwar asphaltierte, jedoch extrem steile und mit engsten Radien angelegte Abfahrt hinunter nach Tyros. Eintausend Meter tiefer hat uns die Küste wieder. Kurz darauf steuern wir das Naturareal von Moustou an, wo wir mit einem tollen Blick auf Astros einen ruhigen Platz zum Übernachten finden.

Unser unübersichtlich werdender Wäscheberg lässt uns weiterziehen, wir brauchen einen Wasseranschluss. Den finden wir in Xeropegado, und als wenig später unsere bunte Kleidersammlung zwischen zwei Laternenmasten an der Uferpromenade baumelt, freuen sich nicht nur die Dorfbewohner.

Da sich unsere Vorräte nahezu komplett inzwischen in Luft aufgelöst haben, müssen wir dringend nach Nafplio, um Abhilfe zu schaffen. Nachdem der volle Einkaufswagen umsortiert wurde, fahren wir das kurze Stück hinüber nach Tolo. Leider sind meine Jugendfreunde Ritsa und Yannis zurzeit in Athen gebunden, dafür werden wir morgen von Peter, den wir im Sommer kennen gelernt hatten, erwartet.

Leonidio – Tyros – Astros – Nafplio – Tolo  -  125 km  -  2306 Tage  -  158075 km

09. – 15. Februar 2021 - Wir hangeln uns von Bucht zu Bucht …

Kilada

… um möglichst unauffällig den in dieser Region strengeren Lockdown-Bestimmungen aus dem Weg zu gehen, da viel Bevölkerung auch viel Ansteckungsrisiko bedeutet. Das klappt prima, niemand kümmert sich um uns, und wir entdecken dabei so manch schöne Ecke. In den Sommermonaten ist hier überall die Hölle los, jetzt sind wir oft ganz alleine.

Unser erster Stopp ist der Strand von Kondyli. Nach einer steilen Abfahrt öffnet sich uns eine sichelförmige Bucht, von Felsen eingerahmt und am äußersten Ende mit einem kleinen Kirchlein dekoriert. Zwei ruhige Tage verbringen wir hier, bevor uns die pechschwarzen Wolken einer Regenfront vertreiben.

Um weiter südlich zu gelangen, müssen wir einen Schlenker durch das Inland machen und dabei auf einer schmalen Bergstraße zwei Pässe überwinden. So erreichen wir schließlich das wirklich nette Örtchen Kilada mit seinem aktiven Fischereihafen. In einer versteckten Bucht westlich des Ortes, am Strand von Lepitsa,  verkriechen wir uns für die angekündigten Schlechtwettertage mit viel Wind und unangenehm tiefen Temperaturen, die nachts sogar bis fast an den Gefrierpunkt sinken.

Tolo – Paralia Kondyli – Kilada – Ermioni  - 75 km  -  2313 Tage  -  158150 km

16. – 22. Februar 2021 - Entlang der Insel Hydra

Blick von unserem Platz in Galatas auf die Insel Poros

Als die Sonne die Wetterstörung vertrieben hat, wechseln wir hinüber nach Ermioni, das malerisch auf einer Halbinsel liegt und von einer dicht bewaldeten Inselwelt eingerahmt wird. Auf dem großen Platz direkt am Hafen dürfen wir campen, dabei werden wir am großen Marktdonnerstag regelrecht eingebaut von den Marktständen, was uns jedoch nicht weiter stört.

Nach fünf Tagen kennen wir hier fast jede Ecke, und so machen wir uns entlang der Küste, immer mit Blick hinüber zur Insel Hydra, auf nach Galatas mit der Insel Poros. Auf der gesamten Strecke begegnet uns niemand, alles scheint ausgestorben zu sein. Was für ein Unterschied zu den Sommermonaten! Schon einige Landzungen vorher erkennen wir die pittoresk an einen Hügel hingewürfelten Häuser von Poros. In Galatas, nur wenige hundert Meter Wasser trennen hier das Festland von Poros, parken wir mit Traumblick auf die Bucht mit ihren unzähligen Booten.

Ermioni – Galatas/Poros  -  60 km  -  2320 Tage  -  158210 km

23. – 25. Februar - Vulkanhalbinsel Methana

Frühlingserwachen im Februar!

Nur ein Katzensprung ist es von hier aus hinüber auf die vulkanische Halbinsel Methana. Dieses ursprünglich gebliebene, nur über eine schmale Landverbindung mit dem Festland verbundene (Fast)-Eiland ist kaum besiedelt, entsprechend wenig Straßen führen zu den winzigen Dörfern. Auch Strände gibt es hier kaum, da die vom letzten Vulkanausbruch von rund 2.200 Jahren erkalteten Lavabrocken ein wildes und kaum zu bezwingendes Bergland geschaffen haben. So verbringen wir nur eine Nacht irgendwo inmitten der nahezu undurchdringlichen Wildnis.

Auf unserer Weiterfahrt um Millionen Brocken erkalteten Vulkangesteins müssen wir ganz schön kurbeln, so eng ist die Straße hier durch den Bergwald getrieben. Nach etwas Rangieren in so mancher Kehre verlassen wir die Halbinsel auch schon wieder und verbringen den Nachmittag bei herrlichstem Frühsommerwetter am Strand von Metamorfosi.

In der Nacht kam der angekündigte starke Wind auf, das gestern noch so ruhige Meer wirft sich nun aufgepeitscht von Windböen vor uns an den Strand. Also nicht gerade gemütlich, und so starten wir schon bald hinüber nach Epidauros, wo wir mit Verena und Andreas verabredet sind.

Galatas/Poros – Halbinsel Methana – Metamorfosi – Epidauros  -  95 km  -  2323 Tage  -  158305 km

26. Februar – 02. März 2021 - Camperidylle in Epidauros

unser herrlicher Platz am Strand von Palea Epidauros

Im Ortsteil Palea Epidauros gibt es einen herrlichen Strand, der sich geradezu aufdrängt, ein paar Tage hier zu verbringen. Dies empfinden auch so manch andere, und so wechseln fast täglich die Nachbarn um uns herum. In der Spitze stehen letztlich sieben Fahrzeuge im lockeren Halbkreis zwischen Palmen und Schilfgürtel, und nahezu alle kennen wir schon von früheren Begegnungen.

Die Anwohner sind unglaublich nett, niemand regt sich auf, dass so viele Camper hier stehen. Die Toleranz ist großartig! Herzlichen Dank!

Palea Epidauros  -  0 km  -  2328 Tage  -  158305 km

03. – 06. März 2021 - Pflegeeinheit für Manni

Werkstattbesuch

Heute früh war es nun soweit, die schon seit Wochen schwächelnde Starterbatterie lässt sich trotz freundlicher Ladeversuche über Nacht nicht mehr wiederbeleben und Manni springt nicht mehr an. Dank organisierter Starthilfe rollen wir dann später doch noch los, hinüber nach Nauplia, wo wir im Vorfeld über unseren Freund Peter neue Batterien aufgetrieben haben. Diese sind rasch gewechselt, und den Rest des Tages verbringen wir am Strand in Tolo.

In der im Internet empfohlenen Werkstatt von Kostas Dimoulis an der Straße nach Nauplia wollen wir der seit ein paar Tagen etwas wirr reagierenden Öldruckanzeige auf den Zahn fühlen lassen. Der Fehler ist schnell gefunden, der zuständige Sensor ist undicht geworden und muss gewechselt werden. Und weil wir gerade hier sind und Kostas uns ein sehr vernünftiges Angebot macht, lassen wir auch sämtliche Öle und Filter wechseln und rundherum neue Bremsbeläge montieren. Drei Tage später rollt Manni wieder ...

Inzwischen hat die griechische Regierung aufgrund steigender Corona-Fallzahlen einen noch strikteren Lockdown ausgerufen. Wir verschieben daher unsere Pläne, so langsam in den Norden zu reisen, und fahren wieder zurück an unseren ruhigen Strand in Palea Epidauros, um dort diese Woche unbehelligt zu verbringen.

Palea Epidauros – Tolo – Nauplia – Palea Epidauros  -  95 km  -  2332 Tage  -  158400 km

07. – 13. März 2021 - Auf den Hund gekommen …

Adoptier mich doch!

An unserem Strandplatz in Palea Epidauros werden wir schon erwartet: Zwei dort vor einigen Wochen ausgesetzte junge Hunde begrüßen uns wie alte Bekannte. Und als im Lauf der Woche für einen der Beiden ein neues Zuhause gefunden wurde, hängt sich der nun alleingelassene wie selbstverständlich an uns, adoptiert uns sozusagen. Keinen Schritt können wir machen, ohne dass er uns brav bei Fuß folgt, selbst unsere sportlichen Morningwalks schrecken ihn nicht. Nachts liegt er vor Manni, und sieht er uns, springt er wie ein Gummiball an uns hoch, überschlägt sich dabei buchstäblich.

Als wir nach einer Woche weiterziehen, bleibt er traurig zurück und wir hoffen, dass auch er bald ein gutes Zuhause bekommen wird.

Palea Epidauros  -  0 km  -  2339 Tage  -  158400 km

14. – 16. März 2021 - Schluss mit Urlaub …

Bad in der heißen Schwefelquelle

… wir müssen so langsam hoch nach Thessaloniki, wo wir bei unseren Freunden Claudia und Gerd auf deren Weingut unter fachmännischer Aufsicht einige anstehende Arbeiten an Manni erledigen wollen. Der nach wie vor ausgerufene, strickte Lockdown schreckt uns nicht weiter, denn außerhalb der Ballungszentren wird dies relativ locker gesehen.

Rasch sind wir in Korinth, wo wir den nach einem Felssturz für die Schifffahrt immer noch gesperrten Kanal queren. Um den Großraum Athen nicht zu tangieren, entscheiden wir uns für die uns bereits bekannte und sehr schöne Strecke hinüber nach Phsata und weiter über die Berge nach Theben und Livadia.

Die direkt an eine Schlucht gebaute enge Altstadt von Livadia überrascht uns mit fast schon iranischer Picknick-Atmosphäre rund um viele kleine Teiche, Bachläufe, Brücken, Wasserräder und natürlich einer Vielzahl von Cafés und Restaurants, die jedoch geschlossen sein müssen. Trotzdem finden sich hier dutzende junge Menschen ein, um den frühen Abend in gewohnter Lockerheit zu genießen. Selbst die Polizei kommt erst eine Stunde nach Anbruch der Sperrstunde um 19:00 Uhr, um zu kontrollieren, ob sich so langsam alle nach Hause verziehen. Uns lassen sie unbehelligt inmitten der alten Gemäuer übernachten.

Über schmale Nebenstrecken rollen wir gemütlich hinunter zu den Thermophylen, wo wir direkt an einem der heißen Wasserbecken campen und uns im heißen Schwefelbad porentief rein spülen lassen.

Palea Epidauros – Korinth – Theben – Livadia – Thermophylen  -  285 km  -  2342 Tage  -  158685 km

17. – 19. März 2021 - Genau ein Jahr in Griechenland!

Blick über die Bucht von Lamia

Unsere Wandlung von Überwinterern zurück zu Reisenden schreitet voran, seit wir jeden Tag wieder auf Achse sind. Vorbei an Lamia hangeln wir uns entlang der Küste von Ort zu Ort. In der herrlichen Bucht von Achillio genießen wir ein letztes Aufbäumen der Sonnenstrahlen, bevor die angekündigten, kalten Regentage uns einholen werden.

Volos lassen wir rechts liegen, schlängeln uns dafür über das Küstengebirge nördlich der Pilion Halbinsel hinüber an die Küste bei Agiokampos, wo wir uns an den nun verlassenen Strand stellen.

Den letzten Schönwettertag nutzen wir schließlich, um am Fuße des Kissavos entlang nach Stomio zu fahren. Hier finden wir den idealen Platz für uns, um die angedrohten Dauerregentage auszusitzen.

Heute vor genau einem Jahr haben wir Deutschland spontan verlassen, um mit einem der letzten Flüge zurück nach Thessaloniki, zurück zu Manni, zu fliegen. Wer hätte geahnt, dass wir nach genau einem Jahr immer noch hier sind …

Thermophylen – Lamia – Achillio – Agiokampos – Stomio  -  240 km  -  2345 Tage  -  158925 km

20. – 24. März 2021 - Der Winter ist zurück!

Unser Platz in Stomio, der Olymp im Hintergrund

Vier Tage lang regnet es bei eisigem Wind. Vier Tage ohne Sonne.  Also viel Zeit fürs Home-Office. Und die nutzen wir, um unser Afrika-Buch druckfertig zu bringen. Fast …

Als am fünften Tag in Stomio die Wolkendecke erste Lücken aufweist, sehen wir, dass sich der Winter bis auf 200 Meter an uns herangeschneit hat! Gleich hinter dem Dorf ist es weiß an den bewaldeten Hängen des Kissavos. Und der Olymp lässt alpine Schneemengen erahnen.

Stomio  -  0 km  -  2350 Tage  -  158925 km

25. – 28. März 2021 - Auf dem Weg nach Thessaloniki

Frisch verschneiter Olymp

In kleinen Tagesetappen nähern wir uns nun der makedonischen Metropole. Die Sonne lacht wieder vom wolkenlosen Himmel, der Wind ist zwar ein wenig kühl, aber durchaus auszuhalten. In Plaka Litochoro und am Paralia Korinos genießen wir die Rückkehr des Frühlings, bevor wir uns endgültig in den Großstadtrummel stürzen.

Bei herrlichstem Sonnenwetter fahren wir am Sonntag entlang der Uferpromenade durch Thessaloniki. Und wir sind schon überrascht, denn dort promenieren, trotz strengem Lockdown, geschätzte 30.000 Menschen! Corona? Abstand? Mundschutz? Polizeikontrollen? Es scheint, die Griechen haben mit dem Thema irgendwie abgeschlossen …

Bei unseren Freunden Claudia und Gerd auf dem Weingut Florian in Trilofos werden wir herzlich willkommen geheißen. Hier dürfen wir uns häuslich einrichten, um in den folgenden Tagen Manni auf Vordermann zu bringen.

Stomio – Plaka Litochoro – Katerini – Thessaloniki  -  Trilofos  -  200 km  -  2354 Tage  -  159125 km

29. März – 05. April 2021 - Wellnesstage für Manni

Manni bekommt neue Solarpanele

Eine ganze Woche stehen wir auf dem Weingut Florian in Trilofos. Gerd und Florian stehen uns mit Rat und Tat zur Seite, und so wachsen wir mit unseren Aufgaben, Manni wieder fit zu machen für kommende Abenteuer.

Abends werden wir vorzüglich bekocht und wir wärmen uns am lodernden Kaminfeuer, während selbst gekelterter Wein die Seele streichelt.

Ganz herzlichen Dank für die tolle Unterstützung!

Trilofos  -  0 km  -  2362 Tage  -  159125 km

07. – 29. April 2021 - Unser Afrika-Buch nimmt Form an!

Connys Vater beurteilt mit Herrn Leistner die Druckbögen

Wir pendeln zwischen verschiedenen Plätzen im Süden Thessalonikis, um auf die Post mit den Digitalproofs unserer Buchdruckerei zu warten. Dak Petras kompetenter, virtueller Unterstützung gibt Conny dem Layout den finalen Kick und wir bessern letzte Fehler im Text aus.

Rund um Thessaloniki  -  135 km  -  2486 Tage  -  159260 km

30. April – 04. Mai 2021 - Das griechische Osterfest …

wieder mal im Schatten des Olymp ...

… ist das wichtigste Fest für die Griechen. Vier Tage lang wir gefeiert, gegessen und getrunken, Familien und Freunde kommen zusammen, das ganze Land im Taumel der Auferstehung Christi.

Doch auch dieses Jahr ist alles anders. Die Geißel Corona und die Restriktionen der Regierung lassen ein gewohntes Feiern nicht zu. Und so fällt das Land in eine Art Starre.

Wir verbringen das lange Wochenende in Nea Irakleia, wo wir vor einem Jahr schon den ersten Lockdown ausgesessen hatten. Man erinnert sich natürlich an uns, viele der Bewohner kommen bei uns zum quatschen vorbei. Ab Montag ist die Außengastronomie wieder geöffnet, auch Reiseerleichterungen ermöglichen es den Griechen, zumindest in ihren Heimat-Präfekturen unterwegs sein zu dürfen. Es geht aufwärts …

Thessaloniki – Nea Irakleia  -  25 km  -  2491 Tage  -  159285 km

05. – 06. Mai 2021 - Ein letzter Stopp in Griechenland

Viele Pelikane tummeln sich am Lake Kerkini

Wir verlassen die griechische Küste endgültig und machen uns auf den Weg in die grünen Berge um Serres. Sobald wir die hektische Großstadt Thessaloniki hinter uns gelassen haben, breitet sich herrliche Ruhe um uns herum aus. Die kleinen Dörfer entlang der kurvenreichen Nebenstrecke wirken wie ausgestorben, vereinzelt tuckern Traktoren über die Felder.

Wir verbringen zwei wundervolle Tage am Lake Kerkini, die Idylle scheint mit Händen greifbar. Und wir sagen leise: Adios Griechenland …

Nea Irakleia – Thessaloniki – Lithotopos / Lake Kerkini  -  150 km  -  2493 Tage  -  159435 km

07. Mai 2021 - Bulgarien!

Kleine Wanderung durch die Sandsteinformatioen

Der Grenzübertritt war ein Kinderspiel: unsere PCR-Test-Dokumente werden für in Ordnung befunden, und schon sind wir drin!

Eine weitgrößere Hürde ist das wenig ausgereifte Mautsystem: Die Vignettenplicht gilt für alles unter 3,5 Tonnen, fallen wir also nicht darunter. Für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen müssten wir im Internet Guthaben kaufen, das funktioniert jedoch nur für kommerzielle Kunden. Der zusätzlich angebotene Route-Pass erfordert eine genaue Angabe der täglich geplanten Strecke, die dann im Vorfeld bezahlt werden muss, dabei allerdings nur 24 Stunden gültig bleibt. Die Eingabe von Nebenstrecken ins System ist jedoch nicht möglich! Also auch Quatsch …

Wenn wir uns abseits der im System klassifizierten Autobahnen und Schnellstraßen bewegen, so die erfragte Information, gibt es für uns mit über 3,5 Tonnen Fahrzeuggewicht keine Kategorie, in die wir passen. Schulterzucken allerorten. Also fahren wir eben erstmal mautfrei …

Und das funktioniert, denn auf den Nebenstrecken steht dann auch lediglich das Hinweisschild für die Vignettenpflicht. So erreichen wir rasch das Weinzentrum um Melnik und später weiter oben das Kloster Rozhen, wo wir die von der Natur geschaffenen Sandsteingebilde bewundern.

Lake Kerkini  – Grenze GR/BG – Melnik – Kloster Rozhen  -  70 km  -  2494 Tage  -  159505 km

08. – 09. Mai 2021 - Wir eröffnen die Bergsteigersaison!

Über Schneereste beim Anstieg auf den Gotsev

Die langen Wintermonate sind vorüber, die Schneegrenze hat sich auf Höhen über 2.200 Meter zurückgezogen. So eröffnen sich nun erste Bergtouren auf markante Gipfel.

Der 2.212 Meter hohe Gotsev und sein nur wenig niedrigerer Nachbar Shabran sind die höchsten Grenzberge zu Griechenland und bilden ein weithin sichtbares Ziel für uns. Nach einer leichten Offroad-Abfahrt ins benachbarte Tal beziehen wir auf dem Wanderparkplatz Quartier.

Stolze 1.300 Höhenmeter fordern uns bei herrlichem Bergwetter heraus. Steil zieht sich der gut markierte Steig durch den dichten Buchenwald, gibt nur selten den Blick frei auf die noch unter gleißendem Schnee bedeckten Pirin- und Rila-Berge. Anstrengende zwei Stunden später stehen wir auf dem zu den Gipfeln weisenden Kämmen. Wir überschreiten zunächst den Shabran, bevor wir schließlich den Gotsev erreichen. Leider ziehen inzwischen dichte Nebenschwaden über die griechische Seite nach oben und beeinträchtigen die Rundumsicht.

Als wir am späten Nachmittag wieder bei Manni eintrudeln, spüren wir schon, dass die vergangenen Monate etwas an unserer Fitness gezehrt haben …

Kloster Rozhen – Petrovo – Basecamp Gotsev  -  25 km  -  2495 Tage  -  159530 km

10. – 11. Mai 2021 - Ins Pirin-Gebirge …

Wir fühlen uns wie auf Skitour, nur leider ohne Ski!

… wollen wir nun, obwohl die Hänge der Berge noch mit viel Schnee bedeckt sind. Doch wir werden  sehen, was schon möglich ist.

Im halb verfallenen Bergdorf Pirin zweigt eine schmale Straße entlang dem Fluss Pirinska Bistritsa ab. Diese bringt uns tief hinein in das Pirin-Gebirge, wo wir letztlich einem holprig-ausgewaschenen Forstweg bis hinauf zum Berghaus Malina folgen. Dort oben, inmitten einer Lichtung auf ca. 1.600 Metern, schlagen wir unser nächstes Basecamp auf.

Ein wolkenloser Sonnenhimmel verspricht einen ultimativen Traumtag am Berg! Rasch sind die Muskelbeschwerden der letzten Tour vergessen, und wir nähern uns leichtfüßig unserem auserkorenen Tagesziel, dem 2.342 Meter hohen Boikov Vrukh. Über den steilen, schneebedeckten Gipfelhang und durch einen unangenehm dichten Latschengürtel erreichen wir nach dreieihalb Stunden Anstieg gegen Mittag den höchsten Punkt.

Doch unsere Gipfelrast ist schnell zu Ende, denn der hoch neben uns aufragende Khambartash reckt seine 2.654 Meter auffordernd in den stahlblauen Himmel. Wir sehen uns an und schultern unsere Rucksäcke in stillem Einvernehmen, die 400 Höhenmeter zu seinem Gipfelaufbau noch eben mitzunehmen. Und es lohnt sich, denn die Route führt entlang der gefährlich steil abfallenden Schneekante zu einem Aussichtsplateau der Extraklasse: Direkt vor uns erfassen unsere Blicke  das gesamte Pirin-Gebirge, dahinter leuchten die schneebedeckten Höhen des Rila-Gebirges. Der gesamte Südwesten Bulgariens breitet sich unter uns aus, und ganz in der Ferne grüßt sogar der Olymp!

Als wir beim Abstieg auf frische, nur wenige Stunden alte Bärenspuren im Schnee treffen, werden wir uns wieder der Spannung bewusst, zwischen diesen mächtigen Tieren herumzulaufen …

Basecamp  Gotsev – Katuntsi – Pirin – Berghaus Malina  -  55 km  -  2497 Tage  -  159585 km

12. – 16. Mai 2021 - Dichte Wälder und versteckte Stauseen

Schöner Stellplatz am Stausee von Dospat

Langsam hoppeln wir wieder hinunter in das Tal nach Pirin, überwinden anschließend einen kurvenreichen Pass und verlassen die nun das Pirin-Gebirge. In Goze Deltschew stürmen wir einen wohlbekannten Discounter und versuchen an einer großen Tanke unser Glück, mithilfe eines Englisch sprechenden Mitarbeiters das Thema Maut doch noch zu lösen. Aber selbst der Fachmann scheitert am bulgarischen Mautsystem, das private Wohnmobile über 3,5 Tonnen auf Nebenstrecken einfach nicht vorsieht.

Nach einer ruhigen Nacht irgendwo zwischen Wald und Wiese erreichen wir Dospat am gleichnamigen Stausee. Entlang dem Ostufer bieten sich einige Plätze zum Verweilen an, und so werden wir schließlich auch fündig.

Zwischen Dospat und dem weiter nördlich liegenden Batak verstecken sich eine ganze Reihe idyllischer Seen in den blickdichten Nadelwäldern. Das ist einerseits ganz schön, denn die Natur wehrt sich so gegen zu viele Besucher. Auf der anderen Seite kommt man kaum mal an die Wasserflächen ran, denn selbst die wenigen Uferlichtungen sind komplett zugestellt von Dauercampern und deren Unrat. So belassen wir es letztlich mit einer Stippvisite, bevor wir uns weiter gen Osten aufmachen.

Berghaus Malina – Pirin – Goze Deltschew – Dospat – Kasak  -  190 km  -  2502 Tage  -  159775 km

17. – 19. Mai 2021 - Enge Schluchten …

Durch das Flusstal bis nach Yagonina

… ziehen sich vielerorts von Nord nach Süd durch die dicht bewaldeten Rhodopen. Wir wählen die Strecke entlang der Buinovska, um auf das Hochplateau von Yagodina zu gelangen. Nur einspurig schlängelt sich die asphaltierte Straße über dem mitunter reißenden Fluss dahin, oft geht es haarscharf an den senkrechten Felswänden vorbei. Die Auffahrt nach Yagodina wartet dann noch mit einem besonderen Schmankerl für Fahrer höherer Fahrzeuge: die Felsüberhänge über der Straße sind gerade noch so passierbar für Manni, viel Luft bleibt da nicht mehr zwischen Dach und Felsenunterkante! Doch es passt, und wir finden einen tollen Platz auf einer Wiese neben einer Pferdekoppel inmitten einer herrlichen Gebirgslandschaft.

Hier treffen wir dann auch Anja und Jochen wieder, mit denen wir bereits in Griechenland so manchen Tag gemeinsam verbracht hatten. Wir wandern ein wenig im Hochtal und seinen umliegenden Kämmen umher und genießen die alpenländische Szenerie …

Kasak – Borino – Yagodina  -  30 km  -  2505 Tage  -  159805 km

20. – 23. Mai 2021 - Rund um Smolyan

Wanderung zum Orpeus Rock

Die herrliche Fahrt durch das südbulgarische Gebirge geht weiter: Über das teilweise sehr traditionell restaurierte Shiroka laka und vorbei am Skigebiet von Pamporowo erreichen wir schließlich die kleinen Bergseen oberhalb von Smolyan. Am idyllisch gelegenen Trevnoto ezero campen wir völlig ungestört und alleine direkt an der Wasserlinie, nur die zahlreichen Frösche sorgen immer wieder für ein ohrenbetäubendes Konzert.

Nach einem Dauerregentag lacht wieder die Sonne vom Himmel, auch die Temperaturen zeigen sich sofort von der sommerlichen Seite. Wir nutzen den herrlichen Tag, um zu einem ausgesetzten Felsensporn hochzuwandern, der uns einen umfassenden Panoramablick über die Berge rund um Smolyan ermöglicht.

Erste Ausflügler schwärmen bereits um Manni, als wir wieder zurück am See sind. Es ist Wochenende, ein sehr sonniges und warmes noch dazu, und die Bulgaren kommen an solchen Tagen erfahrungsgemäß in Scharen raus in die Natur. Also machen wir uns vom Acker, nutzen in Smolyan noch eben die sehr guten Einkaufsmöglichkeiten und machen uns auf den Weg entlang der Cherna. Schon bald entdecken wir ein ruhiges Plätzchen direkt am Fluss, ideal, um dem Wochenendansturm Erholungssuchender aus dem Weg zu gehen.

Yagodina – Trevnoto Ezero – Smolyan – an der Cherna  -  40 km  -  2509 Tage  -  159845 km

24. – 26. Mai 2021 - Idyllische Landschaften …

Thrakische Kultstätte Eagles Rock

… begeistern uns entlang des Ardas und dem aufgestauten See bei Kurtzhali. In Ardino machen wir einen Abstecher hinunter an den Fluss und der ihn dort überspannenden Steinbogenbrücke aus dem 16. Jahrhundert. Teufelsbrücke wird dieses auf den Fundamenten einer römischen Brücke errichtete, eindrucksvolle Bauwerk genannt. Da heute den Bulgaren ein Feiertag beschert ist, verleidet entsprechender Besucherrummel ein wenig die Historie.

Zurück in Ardino fahren wir hinauf in den duftenden Pinienwald, wo sich eine thrakische Kultstätte versteckt. Sie stammt aus dem 6. Jh. v. Chr. und wurde für Rituale und Bestattungen verwendet. Dazu wurden in einem großen Felsen etwa 90 trapezförmige Nischen für Töpferwaren und Kacheln herausgemeißelt. Auf dem dazugehörigen Parkplatz verbringen wir anschließend eine ungestörte Nacht.

Über Kurtzhali erreichen wir bei Glavatartsi den Stausee, wo wir uns direkt am steinigen Ufer einrichten und das schon angenehm warme Wasser genießen können. Wirklich schön ist es aufgrund des niedrigen Wasserstandes und der regen Bautätigkeit im Ort hier jedoch nicht, und so fahren wir nach einer Nacht weiter gen Norden. Wir passieren winzige Weiler auf schmalen Straßen, schrauben uns hinunter und wieder hinauf auf bewaldete Höhenzüge und entdecken schließlich bei einer alten Steinbrücke, der Rimski Most, einen wirklich wunderschönen Platz zum Verweilen.

Cherna – Ardino – Kurtzhali – Glavatartsi – Nenkovo  -  120 km  -  2512 Tage  -  159965 km

27. – 29. Mai 2021 - Im Rosental bei Kazanlak

Betörender Durft!

Rumänien hat die Quarantänepflicht und PCR-Testnachweis für Einreisende aus fast allem Ländern aufgehoben! Wir machen also einen großen Sprung nach Norden, um unserem ursprünglichen Ziel näher zu kommen. Über schmale Nebenstraßen kurbeln wir uns durch die letzten Ausläufer der Rhodopen und queren die thrakische Tiefebene, bevor wir vor der Kulisse des Balkangebirges mit dem 2.376 Meter hohen Botev zwischen Ziegen- und Büffelherden Halt machen.

Ein stürmischer Regentag fesselt uns lange ans Internet, so können wir mal wieder Anstehendes erledigen. Erst am späten Nachmittag nutzen wir eine Regenpause, um über Kazanlak zum Ostufer des Koprinka Stausees zu fahren, wo wir einen netten Platz finden, der noch nicht von den unzähligen Wohnwagen der Freizeitbulgaren okkupiert ist.

Das Wetter zeigt sich wieder von seiner angenehmen Seite und wir verbringen so gerne einen entspannten Tag am Wasser …

Nenkovo – Topolovo – Brezovo – Pavel Banya  -  210 km  -  2515 Tage  -  160175 km

30. – 31. Mai 2021 - Felsenklöster im Rousenski Lom Natural Park

Felsenkloster Basarbovo

Nach der langwierigen Aktion, dem bulgarischen Mautsystem unseren fahrzeuggerechten Routepass für die Hauptstrecke nach Ruse zu entlocken, machen wir uns schließlich auf den Weg über die Berge. Auf der Passhöhe statten wir dem nationalen Freiheitsdenkmal Shipka, erreichbar über rund 800 Treppenstufen, einen Besuch ab. Vorbei an Gabrowo und Veliko Tarnovo verlassen wir nach kurvenreicher Fahrt endgültig die bulgarischen Berge.

Die sehr stark befahrene Transitstraße nach Ruse und weiter nach Bukarest nervt ein wenig, da sich hier der gesamte Schwerverkehr zwischen der Türkei und Europa seinen Weg bahnt. Erst als wir das tief eingeschnittene Flusstal der Lom erreichen, wird es wieder ländlich gemütlich. Hier verstecken sich unzählige Felsenklöster, und wir besuchen die beiden bekanntesten, Ivanova und Basarbovo.

P. Banya – Kazanlak – Gabrovo – Velika Tarnovo – Basarbovo  -  245 km  -  2517 Tage  -  160420 km

01.– 02. Juni 2021 - Auf nach Rumänien!

Willkommen in Rumänien

Bei strömendem Regen nutzen wir in Ruse den in Bulgarien etwas billigeren Dieselpreis und füllen mit den letzten Leva auch noch rasch unsere Vorräte auf, bevor wir uns der gewaltigen Donaubrücke nähern. Nach einer hartnäckig geführten Diskussion um die Brückenmaut, die wir von 18 Euro Lastertarif auf 2 Euro Campertarif herunterhandeln müssen, freuen wir uns mangels Verkehr auf eine rasche Grenzabfertigung nach der Überquerung der breit und träge dahinfließenden Donau. Doch weit gefehlt: Kurz nach dem Scheitelpunkt der stählernen Brücke geht nichts mehr! Eine endlose Lasterkolonne blockiert die Fahrbahn, was viele Autofahrer dazu verleitet, auf der Gegenfahrbahn an ihnen vorbeizufahren, mit dem Ergebnis, dass nun auch der Gegenverkehr nicht mehr passieren kann. Eine Stunde wild fuchtelnde Polizistenarme sind nötig, den Gordischen Knoten auf der Brücke zu entwirren …

Nach einer weiteren halben Stunde zähen Wartens in der Schlange vor der Passkontrolle sind wir innerhalb weniger Sekunden durch, kein PCR-Test, kein Einreiseformular war nötig. Warum das vor uns alles so lange gedauert hat, weiß der Himmel …

Rasch sind wir in Bukarest, wo wir am nächsten Tag bei der dortigen MAN-Niederlassung für Mannis Hinterachse vorab bestellte neue Blattfederpakete und Stoßdämpfer spendieren. Jetzt steht er auch wieder schön gerade!

Nach getaner Arbeit fahren wir noch ein ganzes Stück aus dem Moloch Bukarest hinaus in die Walachei, wo wir kurz vor Targoviste einen ruhigen Platz an einem kleinen Stausee entdecken.

Basarbovo – Ruse – BG/RO – Bukarest – Ilfoveni  -  200 km  -  2519 Tage  -  160620 km

03. – 04. Juni 2021 - Erste Begegnung mit Graf Dracula

Fürst Vlad III. Draculea

Die Geschichte der einstigen Hauptstadt der Walachei, Targoviste, ist eng mit Fürst Vlad III. Draculea verknüpft. Im Stadtpark rund um den Chindia-See spazieren wir um den historischen Fürstenhof mit seinem Wohnturm und entlang der Ahnengalerie walachischer Herrscher.

Die Landschaft wird nun so langsam wieder interessanter, wir lassen die eintönigen Ebenen der Walachei langsam hinter uns. Kurz vor Sinaia, die Berge haben uns schon längst geschluckt, biegen wir ab auf eine Bergstraße, die uns hoch hinauf in die östlichen Karpaten, in das Bucegi-Gebirge, bringt. In 1.600 Metern Höhe finden wir schließlich einen ruhigen Panoramaplatz.

Kalter Wind und dichte Wolken motivieren uns nicht wirklich zu einer Wanderung durch den Naturpark Bucegi. Für Morgen ist wesentlich besseres Wetter gemeldet, also sitzen wir es einfach im Warmen aus.

Ilfoveni – Targoviste – Pucioasa – Bucegi-Gebirge/Cabana Dichiu  -  80 km  -  2521 Tage  -  160700 km

05. Juni 2021 - Unsere erste Karpaten-Bergtour!

Bergtour auf den Omu

Das Wetter passt, und wir starten zu unserer ersten Bergtour in Rumänien. Unser Ausgangspunkt liegt bereits auf angenehmen 1.930 Metern, und deshalb erreichen wir schon bald die Schneegrenze. Unseren anvisierten Gipfel, der 2.507 Meter hohe Omu, haben wir nach gut zwei Stunden bereits erreicht. Schöner ist jedoch der nur vier Meter niedrigere Bucura, auf dem wir bei herrlichem Sonnenschein die Mittagszeit verbringen.

Auf unserem Abstieg nehmen wir noch eben den 2.384 Meter hohen Caraiman mit, von dem aus wir einen tollen Blick hinunter in das enge Tal von Sinaia und Busteni haben. Und als Dreingabe steht direkt vor uns das größte Gipfelkreuz der Welt – ein vierzig Meter hohes Stahlkreuz, das als Heldenkreuz zum Gedenken an die rumänischen Soldaten des Ersten Weltkriegs 1928 hier errichtet wurde.

Nach langen zwanzig Kilometern durch die Bergwelt des Bucegi-Gebirges und dem Erreichen dreier Gipfel sind wir wieder zurück bei Manni …

Cabana Dichiu / Bucegi-Gebirge  -  20 km  -  2522 Tage  -  160720 km

06. Juni 2021 - Kultur satt in Sinaia

Märchenschloss Peles

Sinaia, auch Perle der Karpaten genannt, lockt mit einigen wirklich sehenswerten historischen Bauten. Allen voran natürlich das Schloss Peles und die Villa Pelisor. Doch zuerst lauschen wir ein wenig der sonntäglichen Messe im Kloster, bevor wir das wohl schönste Schloss Rumäniens in Augenschein nehmen.

Am Nachmittag wechseln wir hinüber in das Nachbartal Valea Crapaturii. Das zwanzig Kilometer lange und durchschnittlich 2.200 Meter hohe Massiv des Königstein-Gebirges, hier Piatra Craiului genannt, ist unser nächstes Bergziel.

Cabana Dichiu – Sinaia  – Rasnov – Zarnesti – Valea Crapaturii  -  80 km  -  2523 Tage  -  160800 km

07. Juni 2021 - Hoch über dem Burzenland

La Om - auf dem Gipfel des Königstein

Gewaltige sechs Stunden Aufstieg werden uns am Parkplatz angezeigt. Es sind zwar nur 1.350 Höhenmeter zu bewältigen, allerdings die Hälfte davon in oftmals brüchiger Kletterei. Eindrucksvoll steilt sich die Nordwestwand des Königstein-Gebirges vor uns im dichten Bergwald auf. Nach gemächlichem Forstweg und immer steiler werdendem Waldpfad erreichen wir schließlich die markanten La-Zaplaz-Arkaden, riesige steinerne Löcher, von Wind und Wetter geschaffen. Ab jetzt heißt es immer öfter Klettern, wobei einige schwierigere Passagen mit Stahlseilen entschärft wurden. Unangenehm harte Restschneefelder füllen die steilen Scharten. Wir müssen sie vorsichtig umgehen, denn mangels Steigeisen und Pickel ist es zu gefährlich, den eisigen Weg über den steilen Abgründen zu wählen. Stunde um Stunde hangeln wir uns höher, und nach gut vier Stunden stehen wir auf dem schmalen Kamm! Der Gipfel La Om in 2.238 Meter Höhe ist nun rasch erreicht, und wir genießen den 360° Panoramablick tief hinein ins Burzenland.

Da sich am Horizont dunkle Wolken türmen und auch ein Gewitter nicht weit von uns zu sehen und zu hören ist, entscheiden wir, auf die Komplettüberschreitung zu verzichten und denselben Weg wieder hinunterzuklettern. Das geht dann besser als erwartet, da wir die heiklen Passagen ja schon kennen und entsprechend angehen können. So erreichen wir schließlich ganz schön geschafft wieder unseren Ausgangspunkt.

Valea Crapaturii  -  5 km  -  2524 Tage  -  160805 km

08. Juni 2021 - Das Burzenland

Die Innenstadt von Brasov/Kronstadt

Trotz stellenweise spürbarem Muskelkater gehen wir heute auf eine mehrheitlich kulturelle Runde. Erstes Ziel ist die Bärenauffangstation bei Zarnesti. Dreißig Euro für die Tickets inclusive Fotografiererlaubnis erscheinen uns dann doch zu happig – wir ziehen wieder ab.

Dann die berühmte Törzburg bei Bran, Sinnbild jeder Draculaerzählung, obwohl der reelle Fürst Vlad III. Draculea wahrscheinlich nie hier gewesen ist. Aber egal, die Burg erhebt sich fotogen über dem Ort, und das Spießrutenlaufen durch die Souvenirkitschverkaufsstände ist in der Vorsaison erträglich. Vampirstimmung will dabei aber nicht so richtig aufkommen …

Also weiter, die weithin sichtbare Rosenauer Burg über dem Städtchen Rasnov weist uns den Weg. Wir laufen hoch, wundern uns ein wenig, dass wir so ziemlich alleine unterwegs sind, und noch mehr, als uns niemand ein Ticket verkaufen will. Des Rätsels Lösung: Restaurationsarbeiten schon seit einem Jahr mit nicht absehbarem Ende, ohne jegliches Hinweisschild. Die Bauarbeiter schicken uns wieder vom Burghof …

Zu guter Letzt doch noch hinunter nach Brasov, dem ehemaligen Kronstadt. Die sehr liebevoll restaurierte Altstadt um die Schwarze Kirche wirkt gefällig, doch bei näherer Betrachtung verliert sie doch sehr ob der massiven Restaurantdichte und weltweit austauschbaren Einzelhandelsstrukturen. Grelle Werbeschilder an mittelalterlichen Fassaden wirken eben nicht sehr stimmungsvoll …

So, es reicht, und zu regnen fängt es auch noch an. Wir stehlen uns aus der ausufernden Stadt und finden die dringend notwendige Ruhe auf einem weiten Feld am Dorfrand von Harman, auch Honigberg genannt. Zikaden und Frösche geben ein natürliches Konzert, und der Gewitterregen weicht rasch der warmen Abendsonne …

Valea Crapaturii – Zarnesti – Bran – Rasnov – Brasov – Harman – 85 km – 2525 Tage – 160890 km

09. Juni 2021 - Die eindrucksvollsten Kirchenburgen des Burzenlandes

Mächtige Mauern um die Wehrkirche in Prejmer/Tartlau

… stehen in Harman/Honigberg und Prejmer/Tartlau. Natürlich statten wir ihnen einen Besuch ab. Schon im 13. Jh. wurden erste Kirchen an diesen Stellen erbaut und im Laufe der Zeit mit gewaltigen Mauern befestigt, um allen Bewohnern der umliegenden Dörfer Schutz vor den Angriffen der Tartaren und Osmanen zu bieten. Und tatsächlich, sie wurden nie eingenommen!

Nur wenige Kilometer weiter wechseln wir vom deutsch geprägten Siebenbürgen in den ungarischen Sprachraum. Plötzlich tragen die Städte und Dörfer unaussprechliche und ellenlange Namen, im Supermarkt ist alles zweisprachig ausgeschrieben. In Sfantu Gheorghe erwischt uns dann ein derart heftiges Gewitter, dass wir die Weiterfahrt unterbrechen.

Über den Kurort Baile Tusnad und Miercurea Ciuc erreichen wir schließlich die Ausläufer des Muntii Tarcaului-Gebirges. Inmitten hunderter weidender Kühe dürfen wir uns auf eine große Wiesenfläche stellen und verbringen dort nach dem Verklingen der Kuhglocken eine ruhige Nacht.

Harman – Sfantu Gheorghe – Miercurea Ciuc – Voslabeni  -  145 km  -  2526 Tage  -  161035 km

10. – 14. Juni 2021 - Durch die Bicaz-Schucht zum Bicaz-See

Eine kurze Schönwetterphase am Bicaz Stausee

In Gheorgheni beginnt die herrliche Strecke entlang des Flüsschens Belchin. Nach dem Überwinden eines namenlosen Passes erreichen wir bald den Lacul Rosu, einen natürlich entstandenen kleinen Stausee, der leider von Ausflugslokalen vollkommen zugebaut wurde und dadurch jegliches Naturerlebnis vermissen lässt. Kurz darauf windet sich die Straße durch die mehrere hundert Meter steil aufragenden Felswände der Bicaz-Schlucht. Aber auch dieser als spektakulär angepriesene Durchbruch entlang der Bicaz ist dermaßen verschandelt mit Souvenirbuden, die jeden möglichen Quadratmeter in Beschlag nehmen, so dass wir nicht einmal anhalten, um die Felsenlandschaft auf uns wirken zu lassen. Schade drum …

Hinter dem Städtchen Bicaz mäandert der größte Stausee Rumäniens durch die bewaldeten Hügel des Nationalparks Ceahlau. Unser Versuch, dorthin zu kommen, endet nach einigen Kilometern an einer Höhenbeschränkung von drei Metern. Also wieder zurück zur Staumauer und östlich des Sees gen Norden. In ständigem Auf und Ab schlängelt sich die zusammengeflickte Straße entlang des Bicaz-Sees und gibt dabei immer wieder herrliche Panoramaausblicke frei. Eine kurze Waldpiste ermöglicht uns dann einen Übernachtungsplatz direkt am Ufer zu finden.

Da dieser Platz mal wieder eher an eine Mülldeponie erinnert, entscheiden wir nach dem Frühstück, noch ein paar Kilometer weiter zu fahren. Und tatsächlich wir finden endlich einen tollen Platz zum Verweilen!

Voslabeni – Gheorgheni – Bicaz – Bistricioara/Bicaz-See  -  150 km  -  2531 Tage  -  161185 km

15. Juni 2021 - Moldauklöster zum Ersten …

Außenfassade der Kirche in Voronet

Nach vier überwiegend regnerischen Tagen geben wir uns geschlagen – das Wetter wird auch in den folgenden Tagen Wanderungen im Nationalpark Ceahlau verhindern. So schön es hier auch ist, wir brauchen dringend Sonne!

Also gehen wir wieder auf Tour. Die Fahrt durch die Berge ist trotz tiefhängendem Nebel abwechslungsreich, und als wir die hügeligen Ebenen der Bukowina erreichen, stürzen wir uns auf die ersten Klöster dieser Region. Doch die Enttäuschung ist groß, als wir mehrheitlich auf Baustellen treffen: umfangreiche Renovierungen lassen uns die Besuche schnell abhaken. Einzig das riesige Areal des Klosters Neamt kann gefallen, die Klöster von Secu und Sihastria dagegen haben zurzeit kein Flair …

Über Targu Neamt erreichen wir die Moldau, und bei Gura Humora schließlich das wohl bekannteste der Moldauklöster – Voronet. Nach einer ausgiebigen Besichtigung der wirklich beeindruckenden Malereien finden wir wenige Meter weiter einen netten Platz am Fluss.

Bistricioara/Bicaz-See – Targu Neamt – Gura Humora – Voronet  -  160 km  -  2532 Tage  -  161345 km

16. – 17. Juni 2021 - … und zum Zweiten!

Travellertreffen in Moldovita

Als sich der obligatorische Regen zurückzieht, starten wir zum nicht weit entfernt liegenden Kloster Humor. Es liegt in einem wirklich schönen Tal und gefällt uns sehr mit seinen alten Türmen, die es flankieren.

Über Gura Humorului und vorbei an Radauti umrunden wir das dicht bewaldete Gebirge und erreichen schließlich das Kloster Sucevita. Es gefällt uns am besten von all den prächtig gestalteten Moldauklöstern. Gegenüber der historischen Anlage übernachten wir anschließend auf dem Parkplatz.

Die Straße schraubt sich nun in endlosen Kurven über den 1.109 Meter hohen Ciumarna-Pass hinunter zum Kloster Moldovita, das letzte der von uns ausgewählten Moldauklöster. Auf dem dortigen Parkplatz steht ein Expeditions-Laster, und mit Silke und Uli verstehen wir uns sofort prächtig und beschließen, den Tag und den Abend am Ufer der Moldovita gemeinsam zu verbringen.

Voronet – Gura Humorului – Radauti – Sucevita – Moldavita  -  115 km  -  2534 Tage  -  161460 km

18. – 20. Juni 2021 - In den Nationalpark Muntii Rodnei

Unser Bergziel Garagalau

Auch den heutigen Tag vertrödeln wir in der mal wieder scheinenden Sonne. Erst im Lauf des Nachmittags machen wir uns auf den Weg, unser Ziel ist der Nationalpark Muntii Rodnei mit seinen vielen Wandermöglichkeiten.

Die Fahrt dorthin ist wunderschön: Über den Pascanu-Pass geht es durch herrlich alpine Landschaften wieder hinunter zur Moldau, durch blitzsaubere Bergdörfer weiter zur Bistrita, und an ihr entlang durch ein wildromantisches Tal bis hinauf auf den Prislop-Pass. Dort oben, auf über 1.400 Metern, finden wir einen ruhigen Panoramaplatz, wo wir gemeinsam mit Silke und Uli den Tag ausklingen lassen.

Leider regnet es am nächsten Tag immer wieder, so dass unsere geplanten Bergaktivitäten einen herben Dämpfer bekommen. Die Beiden verabschieden sich, und wir sitzen den Tag geduldig aus …

Kaiserwetter! Kurz nach acht Uhr sind die Stiefel geschnürt und die Rucksäcke gepackt. Über ein weitläufiges Hochtal nähern wir uns bei bestem Bergwetter beharrlich unserem Ziel, dem 2.159 Meter hohen Gargalau. Als wir den zum Gipfel führenden Grat erreichen, wabern jedoch wieder dichte Nebelschwaden um uns herum. Scharfer Wind empfängt uns hier oben, und wir statten dem Gipfel nur einen kurzen Besuch ab. Als wir wieder das Hochtal erreichen, holt uns der tägliche Regen mit heftigen Güssen ein, und wir patschen uns durch die Nässe zurück zu Manni.

Moldavita – Sadova – Mestecanis – Ludwigsdorf – Prislop-Pass  -  100 km  -  2537 Tage  -  161560 km

21. Juni 2021 - Der Sommer ist endlich da!

Bergtour auf den Pietrosul in den Muntii Rodnei, 2303 Meter

Wolkenloser Himmel. Sonne pur! Lang vermisstes Wetter … Gleich nach Sonnenaufgang, noch vor dem Frühstück, fahren wir vom Pass hinunter nach Borsa, und beziehen am Nonnenkloster Pietroasa unseren Ausgangspunkt für die Bergtour auf den höchsten Gipfel des Nationalparks Muntii Rodnei.

Die Tour ist meist ziemlich steil, 1.300 Höhenmeter durch dichten Wald hoch zu einem idyllisch gelegenen Bergsee, über einige Restschneefelder zum Gipfelkamm und schließlich hinauf auf 2.303 Meter. Nach drei Stunden stetigen Steigens erreichen wir den höchsten Punkt, und können gerade noch so die Aussicht genießen, bevor erste Nebelschwaden die Blicke über die Region Maramures beeinträchtigen. Doch es bleibt trocken, und später auch wieder sonnig, je tiefer wir kommen.

Zurück bei den Nonnen werden wir sehr freundlich begrüßt und erhalten die Erlaubnis, auf dem Klosterparkplatz zu übernachten. Die Oberin und ihre junge Dolmetscherin zeigen sich anschließend höchst interessiert an unserer Lebensart und fragen uns ein Loch in den Bauch.

Prislpo-Pass – Borsa/Kloster Pietroasa  -  50 km  -  2538 Tage  -  161610 km

22. – 23. Juni 2021 - Durch das Valea Izei

Holzkirche Salistea de Sus

In Sacel biegen wir ab ins Izei-Tal. In herrlich grüner Hügellandschaft verstecken sich winzige Dörfer, mehrheitlich noch von alten traditionellen Holzhäusern geprägt, auch wenn ein unglaublicher Bauboom diese Region immer mehr verändert. Und jede Siedlung drängt sich um eine oft dem Weltkulturerbe zugehörige Holzkirche aus längst vergangenen Jahrhunderten.

Besonders gut gefällt uns die alte Holzkirche in Salistea de Sus, die pittoresk auf einem Hügel mitten im Ort thront. Andere wiederum, wie das Schmuckstück in Bogdan Voda, gehen regelrecht unter im Schatten einer modernen Betonkathedrale. An einer Trinkwasserquelle vor dem Kloster von Jeud finden wir schließlich einen netten Übernachtungsplatz.

Die beiden historischen Holzkirchen in Jeud sind ganz besondere Denkmäler. Die kleine, aus dunklem Tannenholz erbaute Kirche im alten Ortsteil stammt aus dem 14. Jh. und ist damit eine der ältesten noch erhaltenen Holzkirchen überhaupt!

Auf schmalen, manchmal unbefestigten Wegen, hangeln wir und von Tal zu Tal, besuchen dabei die Holzkirchen von Botiza, Poienile Izei und Glod. Auch der riesigen Klosteranlage von Barsana und der wunderschönen alten Holzkirche im anschließenden Dorf statten wir natürlich einen Besuch ab. Als wir am Nachmittag am kleinen Lacul Gavril einen herrlichen Standplatz unter alten Walnussbäumen entdecken, beenden wir für heute unsere Kulturrunde durch die vergangenen Jahrhunderte.

Borsa – Salistea de Sus – Jeud – Barsana – Altwerk/Lacul Gavril  -  60 km  -  2540 Tage  -  161670 km

24. – 25. Juni 2021 - Die Landschaften der Maramures …

die höchste Holzkirche Rumäniens in Surdesti

… sind einfach wunderschön! Sanfte Hügel wechseln sich ab mit steilen Flanken hoch aufragender Berge, klare Bäche fließen durch blitzsaubere Dörfer, Feldwirtschaft sorgt für ein gutes Auskommen. Wir gleiten gemächlich von einem Tal zum nächsten, die hohen und spitzen Kirchtürme der alten und neuen Holzkirchen weisen uns den Weg.

In Surdesti lockt uns der mit 56 Metern höchste Kirchturm der gesamten Region, im Schatten der alten Holzkirche finden wir einen ruhigen Platz zum Verweilen.

Spät erst kommen wir los, die Fahrt bleibt abwechslungsreich, wir passieren das Städtchen Targu Lapus, und entdecken kurz darauf, unterhalb des Klosters von Rohia, einen netten Platz am sanft vor sich hin sprudelnden Bach.

Lacul Gavril – Surdesti – Targu Lapus – Rohia  -  90 km  -  2542 Tage  -  161760 km

26. – 27. Juni 2021 - Im Nationalpark Muntii Calimani

Bergtour zwischen blühenden Azaleen in den Muntii Calimani

Über einen kurvenreichen Pass verlassen wir heute die Region Maramures, und über Beclean und Bistrita nähern wir uns dem Nationalpark Muntii Calimani. In Prundu Bargaului verlassen wir die vielbefahrene Fernstraße, und erreichen schon bald den idyllisch gelegenen Lacul Colibita. Leider sind dessen Ufer komplett verbaut, sodass wir entscheiden, schon jetzt den Ausgangspunkt unserer geplanten Bergwanderung anzusteuern. Tief im dichten Wald finden wir schließlich am Beginn der ausgeschilderten Weges eine gute Campingmöglichkeit direkt am murmelnden Bach.

Die Überschreitung der beiden Gipfel Bistricioru, 1.990 Meter, und Stracior, 1.963 Meter hoch, fordert uns nicht wirklich, die eintausend Höhenmeter Aufstieg sind rasch bewältigt, und wir genießen den Rundblick über den Nationalpark, in dem sich viele Bären, Wölfe und Luchse tummeln. Leider bekommen wir sie nicht zu Gesicht …

Rohia – Beclean – Bistrita – Lacul Colibita – Muntii Calimani  -  150 km  -  2544 Tage  -  161910 km

28. – 29. Juni 2021 - Quer durch Transylvanien

Eingangstor der ältesten Holzkirche Rumäniens

Zurück in Bistrita wenden wir uns gen Süden, bis wir Reghin/Sächsisch Regen an der Mures erreichen. Hier wechseln wir wieder auf schmale Nebenstraßen. Im Dorf Nadasa besuchen wir die älteste Holzkirche Rumäniens, im 14. Jh. ganz ohne Nägel erbaut, nur mit Nut und Feder zusammengesteckt.

Nach einer Mittagsrast im Schatten eines weit ausladenden Baumes vor der historischen Kirche setzen wir unseren Weg fort. Die Dörfer tragen nun wieder ungarische Namen, auch deutsche Bezeichnungen sind immer wieder zu lesen. Über Sereda und Sankt Georgen auf der Heide erreichen wir unser heutiges Ziel, den kleinen Stausee Bezid. Wir umrunden ihn fast, bis wir ein schönes, für Manni anzufahrendes Plätzchen finden. Hier richten wir uns erst mal ein …

Die sommerliche Hitzewelle ist enorm, und wir sind froh, an einem Badesee zu sein. Immer wieder trudeln rumänischen Familien ein, um den heißen Tag hier zu genießen, und sie versorgen uns so nebenbei mit Gegrilltem.

Muntii Calimani – Bistrita – Reghin  – St. Georgen – Lacul Bezid  -  185 km  -  2546 Tage  -  162095 km

30. Juni – 01. Juli 2021 - Eindrucksvolle Historie in Schäßburg und Biertan

bewaldete Nebenstrecken müssen freigesägt werden

Nach einem Badetag am See zieht es uns wieder weiter. Unser Navi zeigt uns eine schmale Nebenstrecke an, die nach dem Weiler Bezid zum Feldweg wird, der sich schließlich durch dichten Wald schlängelt. Schon bald müssen wir mit Säge und Teleskopstange für Manni eine passierbare Durchfahrt schaffen, denn so mancher Ast ist einfach zu dick, um ihn beim Durchfahren auf die Seite zu drücken. Aber dieses Spiel beherrschen wir ja ganz gut …

In Szeklerkreuz hat uns dann die Zivilisation wieder, und wenig später sind wir auch schon in Schäßburg/Sighisoara. Das historische Städtchen ist wirklich sehenswert, und wir schlendern ausgiebig durch die auf einem Hügel liegende Altstadt.

Da wir keine Lust auf eine innerstädtische Übernachtung haben, fahren wir noch weiter bis nach Biertan, wo wir außerhalb des Dorfes einen ruhigen Übernachtungsplatz inmitten der Natur finden.

Die Kirchenburg von Biertan ist gemeinsam mit dem sehr authentisch gebliebenen Dorf ein wunderbares Zeugnis deutscher Siedlungsgeschichte in Siebenbürgen, und wir lassen uns stundenlang zwischen den historischen Gemäuern treiben. Erst am späten Nachmittag machen wir uns auf den Weg nach Sibiu, wo wir morgen einen Termin bei MAN haben.

Lacul Bezid  – Schäßburg – Biertan – Medias – Kleinscheuern  -  175 km  -  2548 Tage  -  162270 km

02. – 05. Juli 2021 - Über Sibiu und die Transfagarasan in die Karpaten

Internationales Transfagarasan Radrennen

Der Rundumcheck bei MAN zeigt uns, dass einige Wartungsarbeiten anstehen. Wir lassen das Ventilspiel einstellen und tauschen den verschlissenen Ölabscheider. Alle weiteren benötigten Teile müssen erst bestellt werden, so dass wir zu einem späteren Zeitpunkt wieder kommen werden.

Heftige Regenfälle verhindern einen Besuch der historischen Altstadt, und wir flüchten an den Nordrand des Fagarasch-Gebirges, wo wir am Porumbacu einen sehr netten Platz finden, um auf besseres Wetter zu warten.

Nach einem weiteren Regentag am Fuß der Karpaten ist es endlich soweit. Wir starten bereits vor dem Frühstück, um den wolkenlosen Himmel über den Bergen auszunutzen, die berühmte Transfagarasan-Hochstraße zu befahren. 1.500 Höhenmeter überwindet Rumäniens bekannteste Passstraße, hoch zum Balea-See. Je höher wir uns schrauben, umso mehr öffnet sich die Bergwelt der zentralen Karpaten um uns herum. Oben angekommen, finden wir einen tollen Panoramaparkplatz, holen unser Frühstück nach und starten zu einer Rundwanderung. Doch kaum sind wir eine halbe Stunde unterwegs, zieht dichter Nebel um die Bergspitzen und hüllt in Minutenschnelle alles um uns herum ein. So wird unsere Wanderung ein unerquickliches Stochern im Nebel.

Als wir drei Stunden später bei Manni eintrudeln, ist dieser vollkommen eingeparkt von Fernsehübertragungswagen und Rennrad-Fangruppen. Plötzlich befinden wir uns mitten in einer internationalen Radveranstaltung. Stundenlang ziehen immer wieder verschiedene Rennfahrergruppen  an uns vorbei, dem nahen Ziel entgegen. Als die Profis schließlich alle durch sind, wechseln wir durch den Passtunnel auf die Südseite und trotzen dort dem nächtlichen Sturm und den immer wieder einsetzenden Regenfällen.

Kleinscheuern – Sibiu – Porumbacu de Sus  -  Transfagarasan  -  120 km  -  2552 Tage  -  162390 km

06. – 07. Juli 2021 - Achtung – Bären!

Bettel-Bär am Straßenrand

Vom schlechten Wetter haben wir erstmal genug, und wir verlassen die windigen Höhen bereits kurz nach Sonnenaufgang. Die Strecke durch dichte Wälder, immer entlang des Arges, windet sich um 1.500 Höhenmeter hinunter bis zum Vidraru-Stausee. Obwohl die Straße immer direkt etwas oberhalb des Ostufers entlangführt, gibt es nur eine einzige Zufahrt zum See. Und die finden wir zielsicher. Zwar ist der Platz für Manni wenig anheimelnd, muss er sich doch in den Schatten einer Hotelneubauruine drücken und auch der obligatorische Müll überall ist nicht gerade schick fürs Auge, doch als Badeplatz ist die kleine Landzunge unterhalb ein Traum! Natürlich bleiben wir den ganzen Tag …

Wir verzichten auf unsere gewohnte Trainingseinheit, den morning-walk, da wir immer vor den 6.000 rumänischen Bären gewarnt wurden, die sich in den dichten Wäldern verstecken. Und tatsächlich, schon bald nach unserem Start treffen wir auf den ersten Meister Petz! Bettelnd wie ein südafrikanischer Pavian drückt er sich an der Leitplanke entlang, auf dass Vorbeifahrende ihm etwas Essbares zuwerfen. Auch die nächsten zwei Bären machen aus ihrem Straßenrandaufenthalt keinen Hehl …

In Curtea de Arges mit seiner bemerkenswert schönen Basilika verlassen wir das Tal der Arges und wechseln hinüber nach Ramnicu Valcea. Das Tal der Olt ist zwar sehr schön, jedoch zu sehr belastet von der wichtigsten rumänischen Fernstraße. So verbringen wir eine eher unruhige Nacht in der Nähe des Klosters Turnu.

Transfagarasan – Curtea de Arges – Ramnicu Valcea – Turnu  -  150 km  -  2254 Tage  -  162540 km

08. – 09. Juli 2021 - Ein letzter Karpatenabstecher

Transalpina - der Blick vom Urdele-Pass

In Bezoi verlassen wir den hektischen Verkehr und tauchen wieder ein in die herrliche Ruhe der Berge. Wie immer verhindern dichte Wälder, mal einen Blick auf die Landschaft um uns herum zu erhaschen, wir passieren mehrere kleine Stauseen und den Ferienort Voineasa und finden schließlich am Lacul Vidra einen akzeptablem Platz. Auch hier verhindern die dichten Wälder, direkt an die Wasserlinie zu kommen.

Wir machen einen Abstecher über die zweitbekannteste Passstraße der Karpaten, die Transalpina. Rasch erklimmen wir auf der für Fahrzeuge über 3,5 t gesperrten Serpentinenstrecke den Scheitelpunkt in gut 2.000 Metern Höhe. Weit reicht hier oben der Blick über die westlichen Karpaten, doch unangenehmer Wind und schnell ziehende, dichte Wolken machen ein Verweilen, geschweige denn Bergwandern nicht gerade attraktiv. Also kurbeln wir Manni wieder nach unten und, da sich auf der gesamten Strecke hinaus aus den Bergen kein schöner Platz für uns anbietet, fahren wir schließlich durch bis kurz vor Poiana Sibiului, wo wir endlich fündig werden.

Turnu – Voineasa – Lacul Vidra – Transalpina – Poiana Sibiului  -  210 km  -  2256 Tage  -  162750 km

10. – 14. Juli 2021 - Traveller-Treffen

Manni bekommt neue Lager bei den Stabilisatoren

Da wir ein weiteres Mal zu MAN müssen, suchen wir uns einen schönen Platz in der Umgebung von Sibiu. Hinter dem Dorf Gura Raului, kurz vor einem kleinen Stausee, entdecken wir eine von einigen Wochenendausflüglern genutzte Wiese direkt am Bach.

Am Sonntagnachmittag sind sie alle wieder weg, und wir haben das Areal ganz für uns alleine. Und als wir am Montag bei MAN in Sibiu fertig sind, fahren wir nochmal dorthin, da wir uns inzwischen wieder mit Silke und Uli verabredet haben, und tauschen noch ein paar Teile aus, die wir bestellt hatten.

Im Lauf des Tages trudeln die Beiden dann schließlich bei uns ein, und es wir wieder einmal ein langer Abend.

Eigentlich wollten wir heute wieder starten, aber Markus und Becky, die wir schon in Griechenland getroffen hatten, haben sich angekündigt, und so bleiben wir natürlich einen weiteren Tag an diesem schönen Platz.

Poiana Sibiului – Gura Raului – Sibiu – Gura Raului  -  90 km  -  2261 Tage  -  162840 km

15. – 16. Juli 2021 - Die letzten Tage in Rumänien

Castelui Corvinilor in Hunedoara

Heute geht`s endgültig weiter, über Sebes fahren wir nach Hunedoara/Eisenmarkt. Hier fallen uns dutzende Villen mit verspielt-geschmacksbefremdend gestalteten Dächern auf. Es sind dies die Domizile wohlhabender Roma. Ansonsten brilliert das ehemalige Eisenmarkt mit vor sich hin gammelnden Industrieruinen. Doch der eigentliche Anziehungspunkt dieser sonst eher belanglosen Stadt ist die mächtige Burganlage Castelui Corvinilor. Seit sechshundert Jahren wacht sie über die Region und dient heute oftmals als pittoreske Kulisse für Filmproduktionen.

Unser Plan, am nahegelegenen Lacul Cincis einen netten Platz zu entdecken, schlägt fehl, da dieser bis auf den letzten Quadratmeter Uferfläche zugebaut ist. So machen wir uns auf den Weg  nach Hateg, um letztlich entlang der Bistra und den Bergen des Rezetat Nationalparks gen Westen zu fahren. Die anvisierte, anstrengend lange Bergtour in diesem Gebiet fällt der schwülwarmen Hitze zum Opfer …

Gegen Abend finden wir dann doch noch einen annehmbaren Platz zum Übernachten beim Dorf Glimboca, kurz vor Caransebes.

Das eher langweilig-flache Banat queren wir rasch auf der Autobahn, und vorbei an Timisoara und Arad erreichen wir zum Abschluss unserer siebenwöchigen Rumänienrunde noch einmal die Mures, schon fast in Sichtweite der ungarischen Grenze.

Gura Raului – Sebes – Hunedoara – Hateg - Caransebes – Arad – 415 km  -  2263 Tage  -  163255 km

17. – 20. Juli 2021 - Ungarn

Burg Cseszneki aus dem 13. Jh. in Ungarn

Als wir früh morgens an die Grenze bei Nagylak kommen, herrscht erst mal ein wenig Aufregung beim Oberzöllner der Ungarn, denn dieser Übergang ist nur für Fahrzeuge bis 7,5 t erlaubt. Doch mit ein wenig blöd stellen und „Camping-car“ stammeln lässt er uns letztlich passieren. Wir wechseln auf die perfekte Autobahn, reihen uns ein in den endlosen LKW-Verkehr, passieren Szeged und Kecskemet, wo wir uns auf die ziemlich abgewirtschaftete Bundesstraßenverbindung hinüber zur Donau begeben. Dort, nahe dem Städtchen Dunaföldvar, finden wir einen wirklich schönen Platz direkt am Donauufer, um ein gemütliches Wochenende zu genießen.

Nach zwei entspannten Tagen am Fluss dürfen wir das erste Mal nach einem Jahr wieder ohne Gesichtsmaske in den Supermarkt (was für ein befreiendes Gefühl!) und fahren hinüber zum nahen Balaton, wo wir uns schwer tun, einen Platz in Wassernähe zu entdecken. Fast alle Zugänge sind kostenpflichtig, baden ist hier ein teurer Spaß geworden.

Vor so viel Urlaubskommerz flüchten wir bereits am nächsten Tag wieder und machen uns auf zur österreichischen Grenze. Vorbei am Györ erreichen wir Heygeshalom, das Grenzdorf auf ungarischer Seite und einem herrlich gelegenen Dorfteich, wo wir unser Nachtlager auf einem ruhigen Parkplatz aufschlagen.

Pecica – Grenze RO/H  – Dunaföldvar – Balaton – Heygeshalom  -  525 km  -  2267 Tage  -  163780 km

21. – 22. Juli 2021 - Österreich

Auf in die alte Heimat!

Da wir nicht unter dem Diktat der 3G-Regel (Geimpft – Genesen – Getestet) und entsprechender amtlicher Registrierung reisen, sondern die 4G-Regel (Gesund!) bevorzugen, müssen wir Österreich eigentlich ohne Fahrtunterbrechung durchfahren. Und da wir nicht wissen, wie streng das Ganze so gehandhabt wird, starten wir schon sehr früh, um stressfrei das Land durchqueren zu können, weil wir auf die sündhaft teure Go-Box-Maut für Autobahnen und Schnellstraßen verzichten wollen.

Die erste Hürde ist mal wieder der Grenzübergang zwischen Heygeshalom in Ungarn und Nicklsdorf in Österreich. Das „Gesperrt für Fahrzeuge über 7,5 t“-Schild übersehen wir mal geflissentlich und erbetteln beim österreichischen Gendarm trotzdem die Genehmigung, passieren zu dürfen. Kontrolliert und registriert wird dabei gar nichts …

Die nächsten Kilometer sind ein wenig spannend, denn immer wieder verbieten uns weitere Verbotsschilder für Fahrzeuge über 7,5 t eigentlich die Weiterfahrt. Doch wir haben Glück, zu so früher Stunde ist der österreichische Verkehrskontrolleur noch nicht aktiv, und wir erreichen unbehelligt die auch für uns erlaubten Bundesstraßen, die uns nun in einem weiten Bogen um den Großraum Wien herumführen. So tingeln wir denn ohne Verkehrsstress durch die lieblichen Landschaften Niederösterreichs, bis wir schließlich den Ottensteiner Stausee erreichen. Ein Badenachmittag und ein anschließend herrlich ruhiger Übernachtungsplatz lassen uns rasch alle unsinnigen Corona-Restriktionen vergessen …

Gemütlich starten wir in unseren letzten Tag unserer Fahrt nach Deutschland. Die schöne Strecke durch das Waldviertel und das Mühlviertel gleicht einer Reise wie durch eine Puppenstube, so sauber und aufgeräumt ist es hier. Und als wir gegen Mittag die Grenze bei Wegscheid im Bayerischen Wald erreichen, rollt Manni nach über sieben Jahren und 165.000 Kilometern in Südeuropa, Afrika und Asien wieder auf deutschen Boden!

Über Passau, vorbei an Burghausen und Altötting und schließlich entlang dem Chiemsee erreichen wir Rimsting, wo wir unsere lieben Freunde Ramona und Andi mit unserem plötzlichen Auftauchen gewaltig überraschen, wähnen sie uns doch in Rumänien.

Die Sommermonate August und September werden wir nun in Deutschland verbringen, Familien und Freunde besuchen, unser soeben erschienenes Afrika-Buch bewerben und uns mit den Teams unserer geplanten Asien- und Afrika-Reisen treffen.

Heygeshalom/H – Zwettl/A – Passau/D – Rimsting  -  580 km  -  2269 Tage  -  164360 km

To top