„Was, ihr traut Euch, nach Russland zu fahren?“
Ist es denn wirklich eine gute Idee, gerade jetzt in Russland zu reisen? Für uns ein klares Ja!
Allen Warnungen zum Trotz entscheiden wir uns, über Russland gen Osten zu fahren. Bleibt uns ja auch nichts Anderes übrig, da die Route über den Iran zurzeit wirklich nicht empfehlenswert ist. Und wie schon vor zwei Jahren, erweist sich unser Aufenthalt in diesem riesigen Land als herrlich entspannt und interessant.
Russland zum Ersten – die Kaukasus-Region und das Wolga-Delta
Entgegen unserem ersten, damals ausgiebigen Besuch in dieser Region bereisen wir Nord-Ossetien, Inguschetien, Tschetschenien, Dagestan, Kalmückien und die Region Astrachan diesmal nur im gemütlichen Transit. Wladikawkas und Grosny, auch Astrachan, besuchen wir nur kurz, doch es reicht aus, um zu spüren, dass die Menschen uns sehr offen begegnen und sich freuen, dass wir uns von den Nachrichten nicht einschüchtern lassen und es wagen, ihr Land bereisen. Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft ist wie vor zwei Jahren bezeichnend, und wir fühlen uns rundherum angenehm und sicher. Die Polizeipräsenz hat nicht zugenommen, wir werden nie wirklich kontrolliert, sondern letztlich immer mit einer gemeinsamen Selfie-Serie willkommen geheißen.
Der Norden von Kasachstan – endlose Steppe und grüne Oasen
Das Land ist einfach weitläufig. 4.000 Kilometer liegen vor uns, mehrheitlich durch ödes Steppenland, ab und an eine Stadt. Spannend geht anders … Doch immer wieder finden wir von der Natur geschaffene Oasen – badetaugliche Seen im Nirgendwo, klare Flüsse, an denen sich Pferdeherden tummeln. Und je weiter wir nach Osten kommen, umso abwechslungsreicher wird die Landschaft: grüne Hügel schälen sich am Horizont aus der Ebene, sonnendurchflutete Birkenwälder lockern das Einerlei auf. Und immer wieder herrlich klare Seen, eingebettet in freundlicher Umgebung. So wird die Eintönigkeit der Fahrt immer wieder unterbrochen und wir erfreuen uns schon an kleinen Abwechslungen.
Und mittendrin dann die Unwirklichkeit der Metropole Astana: In nur dreizehn Jahren aus dem ariden Steppenland gestampft, entpuppt sich die Hauptstadt als ein buntes Gemisch verschiedenster Ethnien, wo das Leben pulsiert und die großen Geschäfte gemacht werden.
Kasachstan ist selbstbewusst und zukunftsorientiert, zumindest in den Städten. Auf dem Land scheint es uns allerdings manchmal, als sei die Zeit stehen geblieben. Die Mentalität der Menschen ist entspannt und friedfertig, ein jeder freut sich, dass wir da sind. Immer wieder werden wir spontan angesprochen, beschenkt und eingeladen, doch insgesamt sind die Menschen angenehm unaufdringlich. Es sind nicht die spektakulären Dinge, die hier begeistern, es ist das Alltägliche, das uns mitnimmt. Wohlfühlen ist angesagt …
Russland zum Zweiten – Die Region Altai und die Republik Altai
Nach den weiten Ebenen Kasachstans nun die wohltuende Präsenz der Berge. Das Drei-Länder-Eck Kasachstan, Russland und China teilt sich eine der schönsten Landschaften Mittelasiens. Wir sind im südlichen Sibirien unterwegs, weit weg von den Brennpunkten der Welt. Und das spüren wir sofort: Unaufgeregte Ruhe in den wenigen Orten, friedliche Stimmung in der dünn besiedelten Natur, herzliches Willkommen und Dank für unseren Besuch.
Russland ist ein Camping-Paradies: Kein Verbotsschild schränkt die Bewegungsfreiheit ein, jeder Flusslauf, jedes Seeufer lädt zum Verweilen ein – und niemand stört sich daran. Kein Zaun hindert das Befahren eines Feldwegs zu herrlich idyllischen Flecken, kein „da dürft ihr aber nicht stehen!“ stört den Frieden. Russland ist riesig, die Natur gehört allen, und sie wird entsprechend genutzt, denn auch die Russen campen gerne. Allerorten wird geangelt, Lagerfeuer glimmen, ein Ausflug zum Fluss mit dem Sauna-Anhänger, fröhliche Runden finden zusammen – Urlaubszeit. Und wir mittendrin, immer willkommen. Ganz selten mal ein Polizeifahrzeug, freundliches Grüßen, alles gut.
Unser Fazit: ein tolles Land, wundervolle Menschen, uneingeschränktes Reisen, freies Campen, lückenlose Versorgungsmöglichkeiten – und immer wieder „Danke, dass Ihr hier seid!“
Immer wieder gerne!
Alle detaillierten Berichte sowie viel mehr Infos und Bilder dazu findet ihr wie immer im Tagebuch ab dem 31. Mai 2026 - click hier
Liebe Grüße an Euch alle
Conny & Tommy
























