Unsere Reise durch Marokko geht weiter

Nach den ausgefüllten Tagen in Marrakesch wartet nun der Süden des Landes auf uns. Noch sind wir nicht durch mit den Gebirgen Marokkos. Eine weitere Runde durch den Hohen Atlas steht an, danach ein Abstecher ins vulkanische Sarhro-Gebirge. Anschließend queren wir hinüber in den Anti-Atlas mit seinen alten Agadiren, die wie Trutzburgen auf nur mühsam zu erklimmenden Felsspornen wachen. Und dann wird uns der Atlantik mit seiner unendlich erscheinenden Weite den weiteren Weg nach Süden weisen …

Flammender Sonnenuntergang im Sarhro Gebirge
Flammender Sonnenuntergang im Sarhro Gebirge
Entdeckungsreise Fossilien
Entdeckungsreise Fossilien
Wir finden Ammoniten, Trilobiten und Orthoceras
Wir finden Ammoniten, Trilobiten und Orthoceras
Die Suche macht richtig süchtig
Die Suche macht richtig süchtig
Agadir Id Aissa
Agadir Id Aissa
Wir besuchen den Agadir Tasgouent
Wir besuchen den Agadir Tasgouent
Speicherzellen im Agadir
Speicherzellen im Agadir
Der Agadir Aguellouy wacht auf einem Felssporn
Der Agadir Aguellouy wacht auf einem Felssporn
Über herrliche Pisten durch's Sarhro Gebirge
Über herrliche Pisten durch's Sarhro Gebirge
Sarhro - das Monument Valley Marokkos
Sarhro - das Monument Valley Marokkos
Herrliche Lichtstimmungen an den Tafelbergen
Herrliche Lichtstimmungen an den Tafelbergen
So ähnliche Riesenschrecken kennen wir aus Namibia
So ähnliche Riesenschrecken kennen wir aus Namibia
Tafelberge im Sarhro Gebirge
Tafelberge im Sarhro Gebirge

Nach den ausgefüllten Tagen in Marrakesch wartet nun der Süden des Landes auf uns. Noch sind wir nicht durch mit den Gebirgen Marokkos. Eine weitere Runde durch den Hohen Atlas steht an, danach ein Abstecher ins vulkanische Sarhro-Gebirge. Anschließend queren wir hinüber in den Anti-Atlas mit seinen alten Agadiren, die wie Trutzburgen auf nur mühsam zu erklimmenden Felsspornen wachen. Und dann wird uns der Atlantik mit seiner unendlich erscheinenden Weite den weiteren Weg nach Süden weisen …

 

Fossilien – Zeugen längst vergangener Zeiten

Vor etwa 380 Millionen Jahren war die marokkanische Sahara der Meeresboden eines großen Ozeans. Als sich das Wasser aufgrund geologischer Veränderungen langsam zurückzog, wurden Fische, Pflanzen und Schalentiere zurückgelassen, von Schlamm und Sand bedeckt und eingeschlossen. Die organischen Teile, die nicht verwesen blieben erhalten. Darin haben sich im Lauf der Jahrmillionen Mineralien eingelagert und das Ganze verfestigt. Und ein paar Milliönchen Jahre später finden wir mit etwas Glück, versteinert und in Steinplatten fest eingeschlossene Ammoniten, Trilobiten, Goniatiten und Orthoceras, aber auch Haifischzähne, Korallen und Dinosaurierknochen.

Es macht unglaublich Spaß, die zahlreichen Fossilienlagerstätten aufzusuchen und auf Entdeckungsreise zu gehen. Erdgeschichte wird dabei lebendig, und wir realisieren die gigantischen Zeitspannen und Erdverschiebungen, die sich auch in skurril gefalteten Gebirgszügen manifestieren.

 

Agadire – Rückzugsorte der Berberstämme

Meist wachen sie schon weithin sichtbar über die kargen Ebenen: trutzige Speicherburgen, Agadire genannt, aus Schiefersteinen ohne Mörtel errichtet, in denen die Dorfgemeinschaften der Berberstämme im Anti-Atlas seit Jahrhunderten Getreide und Wertgegenstände lagerten sowie bei heranziehender Gefahr Schutz fanden. Im Inneren dieser schwer zugänglichen, früher streng bewachten Burgen finden wir hunderte abschließbarer Aufbewahrungszellen für Lebensmittel, Waffen oder auch wichtiger Urkunden; es gibt Zisternen, Bienenzellen, Gemeinschaftsküchen, Geheimverstecke und natürlich auch eine Moschee. Bis weit hinein in die Fünfzigerjahre des letzten Jahrhunderts wurden diese Agadire noch aktiv von den Familien der Dorfgemeinschaften genutzt, erst mit der Unabhängigkeit Marokkos und der daraus resultierenden Ordnung und Sicherheit wurden sie nach und nach aufgegeben. Heute sind sie ein interessantes Zeugnis der Geschichte der Berberstämme.

Einer der wohl eindrucksvollsten dieser Agadire thront weithin sichtbar über dem Dorf Id Aissa auf einem steilen Felsvorsprung. Der Weg hinauf eröffnet immer wieder tolle Blicke in die umliegenden Oueds, die Ruhe auf der Burg ist wundervoll.

Der Agadir Tasguent, wohl die impossanteste dieser Trutzburgen, beeindruckt in seinem Inneren, authentisch ist das einstmalige Leben in einer solchen Umgebung nachvollziehbar. 

Wir wandern entlang dem Oued Amtoudi, als plötzlich hoch über uns, verwachsen mit senkrechtem Fels, das Agadir Aguellouy auftaucht. Duch die exponierte Lage bewacht es den Zugang durch das Oued, in dem wir später noch erfrischende Gueltas zum Baden entdecken.

Dutzende dieser Zeugen der traditionellen Kultur finden sich in dieser Region, unmöglich, sie alle aufzusuchen …

 

Westsahara – Marokko, oder doch nicht?

 

Es ist ein riesiges, vorwiegend flaches Wüstengebiet, meist unwirtlich einsam, von wenigen Nomadenstämmen der Sahrawis nur noch spärlich bevölkert, das wir hier auf unserem weiten Weg hinunter nach Westafrika durchqueren. Von Marokko vor über fünfzig Jahren mal eben annektiert und seither kontrolliert, inzwischen aber überwiegend von Marokkanern bevölkert, die mittels steuerlicher Anreize hierhergelockt werden. Immer wieder von der Freiheitsbewegung Polisario attackiert, um die Unabhängigkeit zu erreichen, schwelt hier seit dem Abzug der Spanier ein nicht enden wollender Konflikt. Die militärische Präsenz Marokkos ist erdrückend, viele Checkpoints müssen helfen, den Deckel auf dem brodelnden Topf zu halten.

Kilometer um Kilometer zieht sich die schmale und an ihren Rändern meist ausgefranste Straße nach Süden. Nur drei nennenswerte Städte auf 850 Kilometern zeugen von der Einsamkeit, die einen hier umgibt. Meist tosen heftige Stürme über das Land, aufgeheizt von der Unendlichkeit der Sahara oder Kühle bringend aus den Weiten des Atlantiks. Unwirtlich, lebensfeindlich, stoisch den Gewalten der Natur trotzend, präsentiert sich dieser Landstrich dem Reisenden, sicher einer der ödesten der Welt. Wir begegnen nur wenigen Menschen da draußen, meist sind es Fischer, die unter ärmlichsten Bedingungen in winzigen Zelten oberhalb der Steilküste hausen und versuchen, dem Fischreichtum des kalten Kanarenstroms etwas abzuringen.

Die spärlichen städtischen Ansiedlungen dagegen sind marokkanisch dominiert, die wenigen noch verbliebenen Sahrawis weitgehend assimiliert. Es ist vor allem der Rohstoff Phosphat, der diese Region für die Marokkaner so interessant macht. Und natürlich die strategische Lage. So wird sich wohl auch in Zukunft nicht viel an dieser festgefahrenen Situation ändern, auch wenn die UN aktuell die Anerkennung marokkanischer Oberhoheit forciert.

 

Noch viel mehr Infos und Bilder findet Ihr wie immer im Tagebuch ab dem 24. Oktober 2025 - click hier

 

Liebe Grüße an Euch alle,

 

Conny & Tommy

Der Elefantenfelsen bei Ichazzoun
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Wanderung um die Felsnadeln
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Piste zu den Felsen von Bab n'Ali
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Abendstimmung an den Felsnadeln
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Wanderung an den Felsen Bab n'Ali
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Pistenfahrt nach Alnif
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Durch das Qued Alnif
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Beim Metzger gibt's frisch geschlachtetes Rind
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Wow, wo wir schon überall waren!
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Ausflug zu den Cascades de Khaoui Naam
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Unser Nachbar heute: ein hübscher Falke
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Ärmliches Fischerdorf Oued Craa
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Auf zum Fischfang
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Hartes Leben der Atlantikfischer
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Tafelberge im Sarhro Gebirge Monument Valley